Zum Inhalt springen

Kōjō no Tsuki

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Kōjō no Tsuki (jap. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), wörtlich: „Der Mond über der Burgruine“; poetisch auch: „Ruine im Mondlicht“) ist ein Gedicht des Lyrikers Doi Bansui. Es wurde von Rentarō Taki vertont und ist als Volkslied in Japan weithin bekannt.

Gedicht

Datei:Old Oote-mon of Sendai Castle in 1938 cropped.jpg
Burg Sendai (1938), 1945 bei einem Bombenangriff zerstört
Datei:Poetic tablet of Moonlit castle ruins.jpg
Erinnerungstafel mit dem Liedtext von Kōjō no Tsuki an der Burg Sendai

Doi Bansui (1871–1952) war Anglist. Er wurde in Sendai geboren. Er studierte an der Kaiserlichen Universität Tokio. Von 1901 bis 1904 studierte er in London, Paris und Leipzig. Nach seiner Rückkehr unterrichtete Bansui an der Kaiserlichen Tohoku-Universität. Er starb in Sendai.

Das Gedicht Bansuis entstand im Rahmen einer Auftragsarbeit des Konservatoriums Tokyo (heute: Tōkyō Geijutsu Daigaku) als Text zu einem Lied für die Mittelschule. Das Gedicht bzw. der Liedtext Bansuis trug zunächst den Titel Kōjō Tsuki ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Der ursprüngliche Text, der einen vierteiligen Aufbau (auch Kishōtenketsu) besitzt, lautet:

<poem lang="ja" style="margin-left:1em;"> 春高楼の花の宴 巡る盃影さして 千代の松が枝分け出でし 昔の光今いづこ

秋陣営の霜の色 鳴きゆく雁の数見せて 植うる剣に照り沿ひし 昔の光今いづこ

今荒城の夜半の月 変わらぬ光誰がためぞ 垣に残るはただ葛 松に歌ふはただ嵐

天上影は変はらねど 栄枯は移る世の姿 映さんとてか今も尚 ああ荒城の夜半の月 </poem>

Der Begriff Chiyo ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Zeile 3) bedeutet üblicherweise „tausend Jahre“ oder eine lange Zeit, ist aber auch im Begriff Chiyoki ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) der Beiname der Kiefer. Die Kunyomi-Lesung der Schriftzeichen {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) lautet zwar Chiyo, doch wenn man stattdessen die Onyomi-Lesung verwendet, so ergibt sich für {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) die Lesung Sendai. Bereits Date Masamune hat für Sendai die Kanji {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) (Kyūjitai: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) verwendet. Date Masamune beherrschte als Daimyō mit dem Date Klan die Tōhoku-Region, deren größte Stadt Sendai ist. Er errichtete auch die Burg Sendai, die auch den Namen Aoba Burg trägt. Da Doi Bansui aus Sendai stammte, handelt es sich hier um ein Wortspiel (Kakekotoba), indem im Wort Chiyo auf die Stadt Sendai angespielt wird. Zudem wird auf diese Weise das Bild der Kiefer, die die Zeiten überdauert ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)), durch die Substitution der Lesung von Chiyo durch Sendai mit dem Bild einer Kiefer (an der Burg) von Sendai ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) verknüpft. Die Bedeutung der Schriftzeichen für Sendai (Stadt) können bildlich auch zu ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), Sennin no sumu takadai – Anhöhe, wo die Sennin<ref group="Anm.">Sennin sind sowohl taoistische Heilige, wie auch Eremiten und Zauberer.</ref> wohnen) expandiert werden. Die Burg Sendai, die Data Masamune errichtete und in der er residierte, ist eine Höhenburg (jap. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), sanjō, yamajirō), die auf einer Anhöhe steht, an deren Fuße sich Sendai als Burgstadt (Jōkamachi) entwickelte.

Lied

Datei:TakiRentaro.jpg
Büste Rentarō Takis an der Burg Oka
Datei:Rôjô no tsuki.jpg
Das Lied mit dem Kreuz

Als Doi Bansui in London studierte, traf er auf Rentarō Taki, der ebenfalls im Auftrag des Konservatoriums Tokyo, die Melodie komponierte. Die ursprüngliche Melodie, die 1901 mit dem Text Bansuis<ref group="Anm.">Hier schon mit dem heute noch üblichen Titel Kōjō no Tsuki.</ref> erstmals veröffentlicht wurde, war ursprünglich als Vokalwerk („Mubanso“) ohne musikalische Begleitung in h-Moll konzipiert. 1917 schuf Yamada Kōsaku unter dem Titel Hana no en ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) zusätzlich eine Instrumentalfassung für Klavier. Er änderte den Grundton der Tonart unter Beibehaltung des Tongeschlechts, indem er das Stück um eine Terz nach oben und damit von h-Moll in d-Moll transponierte. Auch das Tempo und den Rhythmus des Liedes änderte er von 8 zu 16 Takten.

1918 wurde das Lied vom Musikverlag Sonoo als Solo-Gesangsstück unter dem Titel Kōjō no Tsuki publiziert. Der Komponist Mori Kazuya (1915–1998) berichtet von einer Vorlesung des Assistenzprofessors Kunihiko Hashimoto, gehalten 1927 am Konservatorium Tokyo. Hashimotos Ausführungen nach sollte Europäern die d-Moll-Version Kōsakus zu Gehör gebracht werden. In Rentarōs Originalfassung fällt das E in hana no En (Zeile 1) mit einem durch ein Kreuz (#) erhöhten Ton zusammen. Dieses als Zigeunermoll bekannte Charakteristikum, den vierten Ton der harmonischen Molltonleiter zu erhöhen, sei kennzeichnend für Zigeunerlieder und es führe dazu, dass Europäer die Melodie mit ungarischen Volksliedern assoziieren und nicht für eine japanische Melodie hielten. Um diesen Effekt zu vermeiden, habe Tamaki Miura, die erste japanische Opernsängerin von Weltruhm, Yamada gebeten, in seiner Bearbeitung das Kreuz wegzunehmen, da sie Kōjō no Tsuki bei vielen Gelegenheiten in Europa sang. Eine Aufnahme mit Klavierbegleitung Yamadas, aber der ursprünglichen Melodie (also 8 Takte) gibt es mit dem Countertenor Yoshikazu Mera.

Liedtext

Japanisch Transkription Teilübersetzung<ref name="haefliger" />
<poem lang="ja" style="margin-left:1em;">
 『荒城の月』

1.春高楼の 花の宴   巡る盃 かげさして   千代の松が枝 わけ出でし   昔の光 いまいずこ

2.秋陣営の 霜の色   鳴きゆく雁の 数見せて   植うる剣に 照りそいし   昔の光 いまいずこ

3.いま荒城の 夜半の月   替らぬ光 たがためぞ   垣に残るは ただ葛   松に歌うは ただ嵐

4.天上影は 替らねど   栄枯は移る 世の姿   写さんとてか 今もなお   嗚呼荒城の 夜半の月 </poem>

<poem style="margin:1em;">

『Kōjō no Tsuki』 1. Haru kōrō no hana no en - Meguru sakazuki kagesashite - Chiyo no matsu ga e wakeideshi - Mukashi no hikari ima izuko -

2. Aki jinei no shimo no iro - Nakiyuku kari no kazu misete - Uuru tsurugi ni terisoishi - Mukashi no hikari ima izuko -

3. Ima kōjō no yowa no tsuki - Kawaranu hikari ta ga tame zo - Kaki ni nokoru wa tada kazura - Matsu ni utau wa tada arashi -

4. Tenjōkage wa kawaranedo - Eiko wa utsuru yo no sugata - Utsusan toteka ima mo nao - Ah! Kōjō no yowa no tsuki - </poem>

<poem style="margin:1em;">

『荒城の月』  『Ruine im Mondschein』 1.春高樓の花の宴  Burgeshöh’ in Frühlingsnacht.

Trinken wir den Weine!

めぐる盃かげさして  Schimmernd weiß die Blütenpracht.  Singt ── und schenket ein! 千代の松が枝わけいでし  Durch die alten Kiefern weit  bricht das Mondeslicht. むかしの光いまいづこ  Mondeslicht aus alter Zeit  such’ ich, find’ ich nicht.

2.秋陣營の霜の色  Ritterheer in Winternacht  ruht in Frost und Schnee. 鳴き行く雁の數見せて  Und ich zähle auf der Wacht  Wildgänse in der Höh’. 植うるつるぎに照りそひし  Auf den Schwertern, aufgereiht,  blitzt das Mondeslicht. むかしの光いまいづこ  Mondeslicht aus alter Zeit  such’ ich, find’ ich nicht. </poem>

Früher gab es am Gebäude des Sakurano Department Stores am Hauptbahnhof von Sendai Lautsprecher, aus denen die Melodie von Kōjō no Tsuki täglich um 10:00, 12:00, 15:00 und 17:00 Uhr ertönte.

Der Asteroid (8957) Koujounotsuki wurde am 28. Juli 1999 nach dem Lied benannt.

Rezeption

Weitere Vertonungen sind:

  • Außerdem wurde Kōjō no Tsuki von Yngwie Malmsteen 1984 während der Alcatrazz Japan Tour gespielt.

Anmerkungen

<references group="Anm." />

Einzelnachweise

<references />

Weblinks