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Kärntner Berg-Hahnenfuß

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Kärntner Berg-Hahnenfuß
Datei:Ranunculus carinthiacus 2.jpg

Kärntner Berg-Hahnenfuß (Ranunculus carinthiacus)

Systematik
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Unterfamilie: Ranunculoideae
Tribus: Ranunculeae
Gattung: Hahnenfuß (Ranunculus)
Art: Kärntner Berg-Hahnenfuß
Wissenschaftlicher Name
Ranunculus carinthiacus
Hoppe

Der Kärntner Berg-Hahnenfuß (Ranunculus carinthiacus) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Hahnenfuß (Ranunculus) innerhalb der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae). Sie ist in den Bergen Europas verbreitet.

Beschreibung

Datei:Ranunculus carinthiacus Atlas Alpenflora.jpg
Illustration aus Atlas der Alenflora, 1882
Datei:Ranunculus carinthiacus IP0704075.jpg
Habitus, Laubblätter und Blüten

Vegetative Merkmale

Der Kärntner Berg-Hahnenfuß wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 4 bis 20, selten bis 40 Zentimetern. Sie bildet ein kurzes und kahles Rhizom als Überdauerungsorgan. Der stielrunde Stängel ist meist unverzweigt und unten meist anliegend, selten abstehend behaart.

Die Laubblätter sind grundständig und wechselständig am Stängel verteilt angeordnet. Die grundständigen Blätter besitzen eine glänzende, kahle oder nur am Rand etwas bewimperte Blattspreite, die nierenförmig bis fünf- bis siebeneckig und fast bis zum Grund in drei oder fünf Abschnitte geteilt, sowie im gefalteten Zustand aufrecht ist; ihre seitlichen Abschnitte sind zweiteilig. Die Stängelblätter sind klein und fast bis zum Grund in drei, fünf oder sieben schmal lanzettliche Abschnitte geteilt. Diese Stängelblattabschnitte sind sechs- bis fünfzehnmal so lang wie breit und schmal lanzettlich bis linealisch.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von April bis Juli. Auf einem Stängel befinden sich über runden, angedrückt seidig behaarten Blütenstielen nur eine, seltener zwei bis drei Blüten.

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch. Der Blütenboden trägt an der Spitze Haarbüschel oder ist sehr zerstreut behaart; die Ansatzstelle der Staubfäden ist kahl. Die kronblattähnlichen Nektarblätter sind goldgelb und 5 bis 15 Millimeter lang.

Die Sammelfrucht enthält 25 bis 30 Nüsschen. Die Nüsschen besitzen einen Durchmesser von 20 bis 25 Millimetern und einen sehr kurzen anliegenden Schnabel.

Der Kärntner Berg-Hahnenfuß ist diploid mit einer Chromosomenzahl von 2n = 16.<ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen

Der Kärntner Berg-Hahnenfuß ist in Europas Bergen verbreitet. Er kommt in Nordspanien, in den Pyrenäen, den Alpen, im Jura und auf der Balkanhalbinsel bis Herzegowina und Bulgarien vor. In Mitteleuropa gedeiht er auf Kalk in subalpinen und alpinen Steinrasen, in Seslerietalia-Gesellschaften, in Halbtrockenrasen, auch in Pflanzengesellschaften der Verbände Erico-Pinion oder Poion alpinae. In den Alpen gedeiht er meist in Höhenlagen von 1700 bis 2500 Metern<ref name="DamboldtZimmermann1974" />, steigt aber auf der Schwäbischen Alb bis 550 Metern herab. Auf der Schwäbischen Alb gedeiht er im Gentiano-Brometum des Mesobromion-Verbands und im Polygono vivipari-Genistetum sagittalis aus dem Verband Violion caninae.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+ (frisch), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 5 (basisch), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

In Baden-Württemberg sind die Vorkommen durch Eutrophierung von Halbtrockenrasen stark gefährdet; hier befinden sich die nördlichsten Vorkommen innerhalb des Areals.<ref name="Nebel1993" />

Systematik

Die Erstbeschreibung von Ranunculus carinthiacus erfolgte 1826 durch David Heinrich Hoppe in Jacob Sturm: Deutschlands Flora in Abbildungen nach der Natur mit Beschreibungen ..., Abteilung 1, Heft 46, fol. 10. Das Artepitheton carinthiacus bedeutet kärntnerisch und bezieht sich darauf, dass diese Art in Kärnten zuerst entdeckt wurde. Synonyme für Ranunculus carinthiacus <templatestyles src="Person/styles.css" />Hoppe sind Ranunculus montanus subsp. carinthiacus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hoppe) Hegi und Ranunculus montanus var. tenuifolius <templatestyles src="Person/styles.css" />DC.

Quellen

  • Jürgen Damboldt, Walter Zimmermann: Ranunculaceae. In:
  • Thomas Gaskell Tutin, J. R. Akeroyd: Ranunculus. In:
  • Jaakko Jalas, Juha Suominen (Hrsg.): Atlas Florae Europaeae. Distribution of Vascular Plants in Europe. 8. Nymphaeaceae to Ranunculaceae. Akateeminen Kirjakauppa, Helsinki 1989, ISBN 951-9108-07-6, S. 132.

Einzelnachweise

<references> <ref name="InfoFlora"> Ranunculus carinthiacus Hoppe In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="DamboldtZimmermann1974"> Jürgen Damboldt, Walter Zimmermann: Familie Ranunculaceae. S. 284–285. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage, Band III, Teil 3, Verlag Carl Hanser, München 1974. </ref> <ref name="Nebel1993"> Martin Nebel: Ranunculaceae., S. 235–322. In: Oskar Sebald, Siegmund Seybold, Georg Philippi (Hrsg.): Die Farn- und Blütenpflanzen Baden-Württembergs. Band 1: Allgemeiner Teil, Spezieller Teil (Pteridophyta, Spermatophyta). 2., ergänzte Aufl., Eugen Ulmer, Stuttgart 1993, ISBN 3-8001-3322-9. </ref> </references>

Weblinks