Zum Inhalt springen

Känguru-Blumen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Känguru-Blumen
Datei:Anigozanthos flavidus4.jpg

Große Känguru-Blume (Anigozanthos flavidus), eine der vielen Sorten; keine reine Art.

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Commelinaartige (Commelinales)
Familie: Haemodoraceae
Unterfamilie: Conostyloideae
Gattung: Känguru-Blumen
Wissenschaftlicher Name
Anigozanthos
Labill.

Die Känguru-Blumen (Anigozanthos; alte Schreibweise Känguruh-Blumen), auch Känguru-Pfoten (Kangaroo Paw) genannt, sind eine Pflanzengattung in der Familie der Haemodoraceae in der Ordnung der Commelinaartigen (Commelinales) innerhalb der Bedecktsamigen Pflanzen (Magnoliophyta). Der englische bzw. deutsche Trivialname bezieht sich auf die Form der Blüten, die Kängurupfoten ähneln.

Beschreibung

Datei:Anigozanthos flavidus1.jpg
Zygomorphe Einzelblüte mit sechs Staubblättern und dem Griffel mit kopfiger Narbe. Man sieht deutlich die sechs Schlitze des Saums der Krone und die Kronröhre.

Die Anigozanthos-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Manche Arten enthalten einen farbigen Milchsaft. Sie haben als unterirdische Speicherorgane Rhizome. Sie haben parallelnervige Blätter, die meistens direkt über dem Boden rosettenartig gebildet werden. Oft sind die einfachen Laubblätter xeromorph. Die Blattränder sind glatt. Im Sommer, während der Trockenzeit, ziehen die Pflanzen ein und treiben nach dem Beginn des Winterregens wieder aus.

Die traubigen oder zymösen Blütenstände sind bis zu 150 cm hoch. Die wollig-filzigen, zwittrigen Blüten sind dreizählig und zygomorph. Sie haben gleichgestaltete Blütenhüllblätter (Perigon). Die Blütenhüllblätter sind zu einer Röhre verwachsen, und es gibt nur einen Blütenhüllblattkreis, also drei Tepalen pro Blüte, die Krone ist vier- oder sechsfach geschlitzt. Es sind sechs Staubblätter vorhanden. Drei Fruchtblätter sind zu einem unterständigen oder halbunterständigen Fruchtknoten verwachsen. Es werden Kapselfrüchte gebildet. Es kommen sowohl Arten mit geflügelten als auch ungeflügelten Samen vor.

Systematik und Verbreitung

Die Gattung Anigozanthos wurde 1800 von Jacques Julien Houtou de Labillardière in Relation du Voyage a la Recherche de la Perouse, 1, S. 409, 410, 8. Auflage erstveröffentlicht. Typusart ist Anigozanthos rufus Labill. Synonyme für Anigozanthos <templatestyles src="Person/styles.css" />Labill. sind Anigozia <templatestyles src="Person/styles.css" />Salisb. ex Endl. orth. var., Schwaegrichenia <templatestyles src="Person/styles.css" />Spreng., Anigosia <templatestyles src="Person/styles.css" />Salisb.<ref name="APNI" /> Der botanische Gattungsname Anigozanthos leitet sich ab vom altgriechischen ἄνισος anisos für „ungleich“ und ἄνθος ánthos für „Blume“, „Blüte“.

Alle Arten kommen ursprünglich nur im südwestlichen australischen Western Australia vor. Die Standorte haben einen gut durchlässigen Boden und sie sind meistens stark besonnt; meist auch feucht.

Datei:9-09Perth wildflower 8 cat's paw (4010906939).jpg
Anigozanthos humilis
Datei:Anigozanthos humilis.jpg
Anigozanthos humilis
Datei:Anigozanthos manglesii, Eaton 2.JPG
Anigozanthos manglesii
Datei:Anigozanthos rufus - Val Rahmeh - DSC04241.JPG
Habitus, Laubblätter und Blütenstände von Anigozanthos rufus

Die Gattung Anigozanthos enthält etwa zehn Arten (und einige Unterarten und Varietäten):<ref name="APNI" />

  • Anigozanthos bicolor <templatestyles src="Person/styles.css" />Endl.: Die vier Unterarten kommen im südwestlichen Australien vor:<ref name="WCSP" />
    • Anigozanthos bicolor subsp. bicolor
    • Anigozanthos bicolor subsp. decrescens <templatestyles src="Person/styles.css" />Hopper
    • Anigozanthos bicolor subsp. exstans <templatestyles src="Person/styles.css" />Hopper
    • Anigozanthos bicolor subsp. minor <templatestyles src="Person/styles.css" />(Benth.) Hopper
  • Große Känguru-Pfote (Anigozanthos flavidus <templatestyles src="Person/styles.css" />DC., Syn.: Anigosanthos flavida <templatestyles src="Person/styles.css" />DC. orth. var., Anigozanthus grandiflora <templatestyles src="Person/styles.css" />Salisb. orth. var., Anigozanthos grandiflorus <templatestyles src="Person/styles.css" />Salisb. nom. illeg., Anigozanthos flavidus <templatestyles src="Person/styles.css" />DC. var. flavidus, Anigozanthos flavescens <templatestyles src="Person/styles.css" />DC. nom. inval., Anigozanthus flavida var. bicolor <templatestyles src="Person/styles.css" />Lindl. orth. var., Anigozanthos coccineus <templatestyles src="Person/styles.css" />Lindl. ex Paxton, Anigosanthos flavida var. bicolor <templatestyles src="Person/styles.css" />Lindl. orth. var., Anigozanthos flavidus var. bicolor <templatestyles src="Person/styles.css" />Lindl., Anigozanthus coccineus <templatestyles src="Person/styles.css" />Lindl. ex Paxton orth. var., Anigosanthos flavescens <templatestyles src="Person/styles.css" />DC. orth. var., Anigozanthus flavida <templatestyles src="Person/styles.css" />Lindl. orth. var., Agonizanthos flavida <templatestyles src="Person/styles.css" />F.Muell. orth. var.): Es gibt keine Subtaxa mehr; es sind Langtagpflanzen. Sie kommt in Western Australia vor und ist auch in New South Wales verwildert.
  • Anigozanthos gabrielae <templatestyles src="Person/styles.css" />Domin: Sie kommt in Western Australia vor.<ref name="WCSP" />
  • Anigozanthos humilis <templatestyles src="Person/styles.css" />Lindl. (Syn.: Anigozanthus humilis <templatestyles src="Person/styles.css" />Lindl. orth. var., Anigozanthos minimus <templatestyles src="Person/styles.css" />Lehm., Anigozanthos dorrienii <templatestyles src="Person/styles.css" />Domin, Anigozanthus minima <templatestyles src="Person/styles.css" />Lehm. orth. var., Agonizanthos humilis <templatestyles src="Person/styles.css" />F.Muell. orth. var.): Mit zwei Unterarten:
    • Anigozanthos humilis subsp. chrysanthus <templatestyles src="Person/styles.css" />Hopper: Sie kommt im westsüdwestlichen Western Australia vor.<ref name="WCSP" />
    • Anigozanthos humilis <templatestyles src="Person/styles.css" />Lindl. subsp. humilis: Sie kommt im westsüdwestlichen und im südwestlichen Australien vor.<ref name="WCSP" />
  • Anigozanthos kalbarriensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Hopper: Sie kommt im westlichen Western Australia vor.<ref name="WCSP" />
  • Anigozanthos manglesii <templatestyles src="Person/styles.css" />D.Don (Syn.: Anigozanthus manglesii <templatestyles src="Person/styles.css" />D.Don orth. var., Anigozanthos manglesii var. leptophyllus Domin, Anigozanthos manglesii var. leptophylla <templatestyles src="Person/styles.css" />Domin orth. var., Agonizanthos manglesii <templatestyles src="Person/styles.css" />F.Muell. orth. var.): Wappenblume des Bundesstaates Western Australia. Kurztagspflanze. Folgende Unterarten kommen in Western Australia vor:
    • Anigozanthos manglesii <templatestyles src="Person/styles.css" />D.Don subsp. manglesii (Syn.: Anigozanthos manglesii var. flavescens <templatestyles src="Person/styles.css" />Ostenf., Anigozanthos manglesii var. angustifolius <templatestyles src="Person/styles.css" />Lindl., Anigozanthos manglesii var. virescens <templatestyles src="Person/styles.css" />Ostenf.): Sie kommt im westsüdwestlichen und südwestlichen Western Australia vor.<ref name="WCSP" /> Sie ist auch in Queensland verwildert.
    • Anigozanthos manglesii subsp. quadrans <templatestyles src="Person/styles.css" />Hopper: Sie kommt im westlichen Western Australia vor.<ref name="WCSP" />
  • Anigozanthos onycis <templatestyles src="Person/styles.css" />A.S.George: Sie kommt im südwestlichen Australien vor.<ref name="WCSP" />
  • Anigozanthos preissii <templatestyles src="Person/styles.css" />Endl.: Es werden keine Subtaxa mehr unterschieden. Sie kommt im südwestlichen Australien vor.<ref name="WCSP" />
  • Anigozanthos pulcherrimus <templatestyles src="Person/styles.css" />Hook.: Sie kommt im westsüdwestlichen Western Australia vor.<ref name="WCSP" />
  • Anigozanthos rufus <templatestyles src="Person/styles.css" />Labill. (Syn.: Anigozanthos tyrianthinus <templatestyles src="Person/styles.css" />Hook.): Sie kommt im südlichen Western Australia vor.<ref name="WCSP" />
  • Grüne Känguru-Pfote (Anigozanthos viridis <templatestyles src="Person/styles.css" />Endl.): Es gibt zwei Unterarten:
    • Anigozanthos viridis subsp. terraspectans <templatestyles src="Person/styles.css" />Hopper: Sie kommt im westsüdwestlichen Western Australia vor.<ref name="WCSP" />
    • Anigozanthos viridis <templatestyles src="Person/styles.css" />Endl. subsp. viridis: Sie kommt im westsüdwestlichen Australien vor.<ref name="WCSP" />

Nicht mehr zu Anigozanthos gehört:

  • Anigozanthos fuliginosus <templatestyles src="Person/styles.css" />Hook.Macropidia fuliginosa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Hook.) Druce<ref name="APNI" />

Bilder

Große Känguru-Blume (Anigozanthos flavidus, eine der vielen Sorten, keine reine Art):

Zierpflanze

Es gibt eine große Anzahl an Hybriden. In Regionen ohne Frost werden diese Zierpflanzen in Parks und Gärten angepflanzt. Es gibt auch einige Sorten, die sich als Zimmerpflanzen eignen.

Kultur in Gartenbaubetrieben

Eine vegetative Vermehrung ist kostspielig, da pro Pflanze nur wenige Rhizomstecklinge gewonnen werden können und deshalb große Mutterpflanzenbestände erforderlich sind. Nach der Rhizomteilung bewurzeln die Triebe innerhalb von zwei bis vier Wochen.

Eine Aussaat ist die üblichere Methode. Für 1000 Pflanzen benötigt man 2,5 g. Ausgesät wird am besten im Januar, die Keimdauer beträgt 21 bis 25 Tage bei einer Temperatur von: Tag 20 °C und Nacht 12 °C. Es sind Lichtkeimer, also die Aussaat nicht mit Erde abdecken. Auch durch Gewebekultur erhält man gute Jungpflanzen.

Zwei bis drei Monaten nach der Aussaat wird pikiert, nach weiteren zwei bis drei Monaten wird in den 10 bis 13 cm Endtopf eingetopft. In der Wachstumsphase hält man die Temperatur tagsüber bei 25 °C, nachts bei 18 bis 20 °C.

Um die Pflanzen zum Blühen zu bringen, ist eine Induktionsphase erforderlich. Die Blühphase wird durch eine kühle Temperatur für eine Dauer von fünf Wochen bei tags 14 °C und nachts 10 °C eingeleitet. Danach kann man die Temperatur auf tags 16 °C und nachts 13 °C einstellen.

Man sollte den Wurzelballen nicht austrocknen lassen, sonst fallen die Blütenknospen ab. Es wird wöchentlich gedüngt. Je heller der Standort ist, desto intensiver sind die Knospen und Blüten gefärbt. Pro Quadratmeter stehen 50 bis 80 Pflanzen. Die Kulturdauer von der Aussaat bis zum Verkauf beträgt acht bis zwölf Monate. Auch eine Kultur zur Erzeugung von lange haltbaren Schnittblumen ist möglich.

Eine Beeinflussung der Blütezeit durch Lichtreaktion ist möglich, die einzelnen Arten reagieren allerdings unterschiedlich. So ist A. flavidus eine Langtagpflanze, aber A. manglesii eine Kurztagspflanze. Einige Arten reagieren kaum auf Tageslängen.<ref> Kulturanleitung. </ref>

Quellen

Einzelnachweise

<references> <ref name="APNI"> Australian Plant Name Index = APNI. </ref> <ref name="WCSP">Vorlage:WCSP</ref> </references>

Weblinks

Commons: Känguru-Blumen (Anigozanthos) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien