Julius Wilhelm Hornung
Julius Wilhelm Hornung (* 1861 in Tübingen; † 21. April 1929 ebenda)<ref> Geburts- und Todesjahr sowie Geburts- und Todesort: …… und grüßen Sie mir die Welt. Tübingen – eine Universitätsstadt auf den Postkarten, S. 210 – genaues Sterbedatum ergänzt aus dem Sterberegister Tübingen 1929, Nr. 244; dort ist auch Hornungs Alter mit 67 Jahren angegeben, er war also nach dem 21. April geboren.</ref> war ein königlich Württembergischer (Hof)-Fotograf in Tübingen<ref name="Udo Rauch">Udo Rauch: Quartier der Polizei …</ref>. Er war ein Sohn des Malers und Fotografen Wilhelm Hornung.
Leben
1884 übernahm Julius Wilhelm Hornung das Atelier seines früh verstorbenen Vaters Wilhelm Hornung in der Uhlandstraße 11 in Tübingen.<ref> Wolfgang Hesse: Ansichten aus Schwaben …, S. 35 mit Berufung auf „Tübinger Chronik“ vom 20. und 22. Juli 1884.</ref> Es ist anzunehmen, dass er bereits früher in dem Atelier des Vaters gearbeitet hatte. In den ersten Jahren nach der Übernahme bis in die 1890er Jahre firmierte er unter dem gleichen Namen wie sein Vater. Da er die Tradition des Vaters im gleichen Atelier fortführte, fällt es bei undatierten Fotos aus den 1880er und 90er Jahren schwer, die Arbeit des Sohnes von der des Vaters zu unterscheiden.
Julius Wilhelm Hornung „produzierte eine große Zahl von Scherzmontagen für Studentenverbindungen, an deren Exaktheit und Qualität Sinners Arbeiten mit grob wirkenden Bildkombinationen nicht heranreichen konnten“.<ref> Wolfgang Hesse: Ansichten aus Schwaben ..., S. 94</ref> Ähnlich wie sein Vater machte er auch Erinnerungsfotos für Vereine und Belegschaften von Firmen.
Hornung befasste sich auch mit der Postkartenfotografie: Im Gegensatz zu Postkarten anderer Verlage waren es Fotomontagen mit lokalem Zuschnitt. Anhand einzelner Motive ist ersichtlich, dass er eigene Fotos anderen Herstellern für die Gestaltung von Postkarten zur Verfügung stellte.<ref>… und grüßen Sie mir die Welt. Tübingen – eine Universitätsstadt auf den Postkarten, S. 34.</ref>
Um 1900 erhielt Hornung den Titel eines „königlichen Hofphotographen“.<ref name="Udo Rauch"/> Er war gesellschaftlich sehr aktiv: Seit etwa 1898 saß er als Mitglied der Deutschen Partei im Gemeinderat der Stadt Tübingen. Am 30. Dezember 1898 wurde er vom neuen Bürgerausschuss zu dessen stellvertretendem Obmann (an Seite von Prof. Teuffel als Obmann) gewählt.<ref>„Tübinger Blätter“ 2 (1899), Heft 1, Beilage, S. 2.</ref> Er war Vorstand des Tübinger Sängerkranzes.<ref>Adress- und Geschäfts-Handbuch der Oberamts- und Universitäts-Stadt Tübingen, 1902, S. 27.</ref> Ferner war er Vorstandsmitglied der Tübinger Ortsgruppe des Vereins zur Erhaltung der Volkstrachten in Schwaben.<ref> Wolfgang Hesse: Ansichten aus Schwaben …, S. 102, Anmerkung 281.</ref>
Hornung machte auch ab und zu andere Fotos als Scherzmontagen und ironischerweise sind von diesen anteilmäßig mehr erhalten. (vgl. die unten angefügte Liste)
Hornung reproduzierte frühe, von Johann Gottlieb Nörrenberg 1848 angefertigte, Daguerreotypien mit Stadtansichten Tübingens (siehe: Tübinger Ansichten vom Schloss) die dadurch den Nachkommen überliefert wurden.
Julius Wilhelm Hornung übernahm auch von seinem Vater den Hopfenanbau. Die beiden Hopfenspeicher in der Wöhrdstraße existierten bis ins 20. Jahrhundert.<ref>… und grüßen Sie mir die Welt. Tübingen – eine Universitätsstadt auf den Postkarten, S. 82 – An der Stelle der Hopfenspeicher gibt es jetzt das Neckarparkhaus.</ref>
Hornung war verheiratet mit Sofia Hornung geborene Stahl, mit der er mehrere Kinder hatte. Da keines seiner Kinder ernsthaftes Interesse an Fotografie hatte, veräußerte Hornung sein Atelier – höchstwahrscheinlich mit den Original-Glasplatten seiner Fotos und auch der Fotos seines Vaters – vor 1925 an Lorenz Bäuerle, lebte aber weiter als Privatier in der Uhlandstraße 11 bis zu seinem Tod.<ref> Amtliches Adreßbuch von Amt u. Bezirk Tübingen, 1925</ref> Das Fotoatelier übernahm 1933 Walter Borst (Neueröffnung am 10. August).<ref>Anzeige in der „Tübinger Chronik“ vom 9. August 1933</ref> Es existierte unter dieser Adresse bis Ende der 1950er Jahre. Anfang der 1960er wurde das Haus renoviert und jegliche Spuren der Existenz eines Fotoateliers wurden damals getilgt. Auf diese Weise ist das Originalwerk der zwei bedeutenden Tübinger Fotografen verloren gegangen. Im Umlauf<ref>Auf Portalen wie eBay, ZVAB, Delcampe u. a.</ref> gibt es aber immer wieder (inzwischen stark verblasste und vergilbte) Originalabzuge.
Bekannte Werke
- 1890er Jahre Mathilde Weber
- 1890er Jahre Karl von Liebermeister
- 1898 Verein der Ausländer, Tübingen
- um 1899 Mensur bei Corps Rhenania
- um 1900 Großer Kneipsaal im früheren Haus des Corps Suevia Tübingen
- 1901: Erinnerungsbild der Tübinger Abiturienten, (Fotomontage, Postkarte, Stadtarchiv Tübingen, Postkartensammlung Hartmaier, Album 95)
- 1906 Erich Schairer
- 1907 (oder kurz davor): Polizeiwache am Tübinger Rathaus kurz vor dem Abriss (Stadtarchiv Tübingen)<ref name="Udo Rauch"/>
- 6. Oktober 1907: Fahnenweihe des Pioniervereins für Tübingen und Umgebung im Hof der Gastwirtschaft Zum Hanskarle in Tübingen (Fotomontage, „wohlgelungene photographische Aufnahme“<ref>Wolfgang Hesse: In: „Rundbrief-Fotografie“</ref>)
- 11. Januar 1909: Zug der Burschenschaft „Germania“ auf der Neckarbrücke in Tübingen
- 1911: Die „Sennhütte“ als Interimskneipe des Corps „Rhenania“ (Archiv Corps Rhenania, Kabinettformat)
- um 1916: Verwundete des Ersten Weltkrieges in einem Tübinger Lazarett (Postkarte, Stadtarchiv Tübingen, Fotosammlung 134-020)
- 1920er Jahre Eugen Hofmeister
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Tübinger Rathaus von hinten mit der 1907 abgerissenen Polizeiwache (1907)
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Fahnenweihe des Pioniervereins für Tübingen und Umgebung im Hof der Gastwirtschaft Zum Hanskarle (1907)
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Zug der Burschenschaft „Germania“ auf der Neckarbrücke (1909)
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Die „Sennhütte“ als Interimskneipe des Corps „Rhenania“ (1911)
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Verwundete des Ersten Weltkrieges in einem Tübinger Lazarett (1916)
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Verein der Ausländer, Tübingen
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Mathilde Weber
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Karl von Liebermeister
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Erich Schairer
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Eugen Hofmeister
Einzelnachweise
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Bibliographie
- Ulrich Hägele: Fotografische Satire. Julius Hornungs Tübinger Montagen um 1900. In: Schwäbische Heimat, 69 Jg. 2018, Heft 1, S. 70–76 {{#invoke:Vorlage:Handle|f|scheme=doi|class=plainlinks|parProblem=Problem|errCat=Wikipedia:Vorlagenfehler/Parameter:DOI|errClasses=error editoronly|errHide=1|errNS=0 4 10 100}}
- Ulrich Hägele: Experimentierfeld der Moderne. Fotomontage 1890–1940. Tübinger Vereinigung für Volkskunde (TVV), Tübingen 2017, ISBN 978-3-932512-91-9
- Udo Rauch, Antje Zacharias (Hrsg.): … und grüßen Sie mir die Welt. Tübingen – eine Universitätsstadt auf den Postkarten. Stadtmuseum Tübingen 2007, ISBN 978-3-910090-78-1
- Udo Rauch: Quartier der Polizei. Das Tübinger Rathaus von hinten gesehen. In: „Schwäbisches Tagblatt“, 8. August 2005
- Wolfgang Hesse: Ansichten aus Schwaben. Kunst, Land und Leute in Aufnahmen der ersten Tübinger Lichtbildner und des Fotografen Paul Sinner (1838–1925). Gebrüder Metz, Tübingen 1989, ISBN 3-921580-79-X
Weblinks
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- Wolfgang Hesse: Fahne. Feier. Fotografie, In: „Rundbrief-Fotografie“, hrsg. von Wolfgang Hesse und Klaus Pollmeier in Zusammenarbeit mit dem Museumsverband Baden-Württemberg e.V., der Sektion Archive und Geschichte der Deutschen Gesellschaft für Photographie e.V. (DGPh) und dem Sächsischen Museumsbund
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