Juliano Mer-Chamis
Juliano Mer-Chamis ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), arabisch جوليانو مير خميس {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value); * 29. Mai 1958 in Nazaret; † 4. April 2011<ref>Elior Levy: Actor Juliano Mer-Chamis shot dead in Jenin. In: Ynet. 4. April 2011, abgerufen am 11. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
Elior Levy: השחקן והיוצר ג'וליאנו מר נרצח ביריות בג'נין. In: Ynet. 4. April 2011, abgerufen am 11. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> in Dschenin, Westjordanland) war ein israelischer Schauspieler, Filmregisseur und politischer Aktivist. Er wurde von einem maskierten Täter im Westjordanland erschossen.
Leben
Seine Eltern waren beide Kommunisten, sein Vater war Saliba Chamis, ein arabisch-christlicher Israeli aus Nazareth, einer der Führer der Kommunistischen Partei Maki in den 1950er Jahren. Seine Mutter war Arna Mer, eine jüdische Israeli, eine Menschenrechtsaktivistin und Preisträgerin des Right Livelihood Award, die für das Recht der Palästinenser eintrat.
Mer-Chamis diente unter dem Namen seiner Mutter als Mitglied der Fallschirmjäger-Brigade in der israelischen Armee.<ref>Tami Zer, Sjifra Herschberg: Weddings on the Front Line. Muslims and Jews joined in love face ancient hatreds. In: Maclean’s. 27. Oktober 2003, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. Dezember 2013; abgerufen am 11. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In einem Interview aus dem Jahre 2009 mit dem israelischen Militär-Rundfunk erläuterte Mer-Chamis seinen Ursprung: „Ich bin zu 100 Prozent Palästinenser und zu 100 Prozent Jude.“<ref>Saif Dahlah: Jewish-Arab director shot dead in northern West Bank. In: Agence France Presse auf google.com. 4. April 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 8. April 2011; abgerufen am 11. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Mer-Chamis bezog auch Stellung im israelisch-arabischen Konflikt und sprach sich stets gegen die israelische Besatzung aus. Ebenso trat er für die Einhaltung der Menschenrechte in den besetzten Gebieten ein.<ref name="taz">Susanne Knaul: Wenn die Hoffnung stirbt. In: taz.de. 6. April 2001, abgerufen am 11. Juli 2025.</ref> Er scherzte darüber, ein gefährliches „Leben zwischen allen Stühlen“ zu führen.<ref name="SZ">Alex Rühle: Brückenbauer zwischen all den kaputten Stühlen. In: Süddeutsche Zeitung. 6. April 2011, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 11. Juli 2025. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
Das Theater der Freiheit
Die Idee eines Theaters für Jugendliche geht auf eine Initiative seiner Mutter Arna Mer Khamis zurück,<ref>Giulio Meotti: Israel’s pacifist tragedy. In: Ynet. 12. April 2011, abgerufen am 11. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> die während der Ersten Intifada ein sogenanntes „Steintheater“ gründete, um traumatisierten Jugendlichen im Flüchtlingslager neue Perspektiven zu bieten.<ref name="taz" /> 2006 setzte Mer-Chamis das Werk seiner Mutter fort,<ref>Kristin Hendinger: Das „Freedom Theatre“ aus Palästina: Fragmente der Freiheit. In: qantara.de. 7. Oktober 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 17. April 2011; abgerufen am 11. Juli 2025.</ref> indem er das Theater der Freiheit in Dschenin gründete, gemeinsam mit Zakaria Zubeidi, dem ehemaligen militärischen Leiter der al-Aqsa-Märtyrerbrigaden in Dschenin, Jonatan Stanczak, einem israelischen Aktivisten schwedischer Abstammung, und Dror Feiler, einem schwedisch-israelischen Künstler.
Das Theater der Freiheit war ein Gemeinschaftstheater, welches Kindern und Jugendlichen des Flüchtlingslagers Dschenin ermöglichen sollte, ihr Talent und ihr Selbstvertrauen zu entwickeln, um sich so in den Dienst eines sozialen Fortschrittes einzubringen. Aufgrund seines internationalen Rufes konnte Mer-Chamis dem Theater zu finanzieller Unterstützung verhelfen und Tourneen ermöglichen.<ref>deutschlandfunkkultur.de: Aktivist mit großem Herzen. 12. Oktober 2009, abgerufen am 1. Januar 2026.</ref> Das letzte Projekt, das Mer-Chamis verwirklichen wollte, war die Pubertätstragödie Frühlings Erwachen von Frank Wedekind.<ref name="taz" /> Das Theater wurde wiederholt von konservativen Palästinensern im Westjordanland angefeindet. Es sollen mehrere Drohanrufe getätigt worden sein, auf Flugblättern wurde Stimmung gegen das Theater gemacht, zwei Mal wurden Brandanschläge auf das Theater verübt.<ref name="taz" /><ref name="SZ" /> Das Theater wird mittlerweile von anderen weitergeführt.<ref>Who We Are – The Freedom Theatre. Abgerufen am 1. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Ermordung
Mer-Chamis wurde vor seinem Theater im Beisein seines Sohnes von einem maskierten Täter mit fünf Kugeln aus kürzester Entfernung getötet. Bei seiner Ankunft im Krankenhaus in Dschenin konnte nur noch sein Tod festgestellt werden.<ref>Oren Kessler, Khaled Abu Toameh: Actor Juliano Mer-Khamis gunned down in Jenin. In: Jerusalem Post. 4. April 2011, abgerufen am 11. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Clemens Verenkotte: Theater-Direktor in Dschenin erschossen: Trauer und Entsetzen nach Mord an Mer Khamis. In: tagesschau.de. 5. April 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 8. April 2011; abgerufen am 11. Juli 2025.</ref> Die palästinensische Polizei nahm kurz nach dem Attentat eine Person als Hauptverdächtigen fest. Beim Verdächtigen, seines Namens Mujahed Qaniri, soll es sich nach verschiedenen Quellen um ein Hamas-Mitglied oder einen unabhängigen ehemaligen Waffenschmuggler für Islamisten handeln, die Hamas gibt ihn hingegen als Fatah-Mitglied an.<ref>Jenin militant charged over theatre director murder. In: yahoo.com. 6. April 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. April 2011; abgerufen am 11. Juli 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Filmografie
Als Schauspieler
Über Jahre hinweg arbeitete Mer-Chamis als israelischer Fernseh- und Kinoschauspieler. Zu seinen Filmen gehören:
- The Little Drummer Girl, 1984
- Za’am V’Tehilah, 1987
- 51 Bar, 1985
- Urs al-Jalil, 1987
- Tel Aviv Stories, 1992
- Zohar, 1993
- Etz Hadomim Tafus, 1994
- Overture 1812, 1997
- Yom Yom, 1998
- Berlin-Yerushalaim, 1989
- Esther, 1986
- Kippur, 2000
- Kedma, 2002
- Tahara, 2004
Als Produzent
- Arnas Kinder, 2004, Dokumentation, 84 min.
Weblinks
- Vorlage:IMDb/1
- Stephanie Dötzer: Zum Tode von Juliano Mer-Khamis: 100 Prozent Juliano. In: qantara.de. 8. April 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 11. Februar 2013.
- Igal Avidan: Interview mit Juliano Mer Khamis: „Politisch gesehen bin ich ein Palästinenser“. In: qantara.de. 8. Dezember 2006, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 17. April 2011.
- The Freedom Theatre
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mer-Chamis, Juliano |
| ALTERNATIVNAMEN | Mer-Khamis, Juliano; ג'וליאנו מֵר חמיס (hebräisch); جوليانو مير خميس (arabisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | israelischer Schauspieler, Filmregisseur und politischer Aktivist |
| GEBURTSDATUM | 29. Mai 1958 |
| GEBURTSORT | Nazaret |
| STERBEDATUM | 4. April 2011 |
| STERBEORT | Dschenin, Westjordanland |