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Jordan-Kurve

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Closed Jordan Curve.svg
Geschlossene Jordankurve
Datei:Open Jordan Curve.svg
Offene Jordankurve
Datei:Open Non Jordan Curve.svg
Kurve, die keine offene Jordankurve ist

Jordan-Kurven (bzw. einfache Kurven) sind nach Camille Jordan benannte mathematische Kurven, die als eine homöomorphe Einbettung des Kreises <math>S_1</math> oder des Intervalls <math>I_1=[0;1]</math> in einen topologischen Raum definiert sind. (Die homöomorphe Einbettung von <math>I_1</math> nennt man offene Jordan-Kurve. Die Einbettung von <math>S_1</math> wird geschlossene Jordan-Kurve genannt.)

Anschaulich heißt das, dass es sich um Kurven handelt, die stetig und schnittpunktfrei sind und einen Anfangs- und einen Endpunkt besitzen. Der Begriff der Jordan-Kurve wird auch zur Definition planarer Graphen verwendet.

Beispiele

Der Einheitskreis mit der Parametrisierung

<math>\varphi(t) = (\cos(t), \sin(t))</math>, <math>t\in[0, 2\pi]</math>

ist eine geschlossene Jordankurve.

Der Weg

<math>\varphi(t) = (\cos(t), \sin(t))</math> mit <math>t \in [0, 3\pi]</math>

liefert auch den Einheitskreis, ist aber in dieser Parametrisierung keine Jordankurve, da z. B.

<math>\varphi(1) = \varphi(2\pi +1)</math>.

Das Einheitsquadrat ist eine Jordankurve, die aber mit keiner Parametrisierung glatt ist.

Die Strecke

<math>\varphi(t) = (t, 0)</math> mit <math>t \in [0, 1]</math>

ist eine (offene) Jordankurve.

Siehe auch

Literatur

  • Kurt Endl, Wolfgang Luh: Analysis. Band 2. 7. überarbeitete Auflage. Aula-Verlag, Wiesbaden 1989, ISBN 3-89104-455-0, S. 338.
  • Harro Heuser: Lehrbuch der Analysis. Teil 2. 5. durchgesehene Auflage. Vieweg + Teubner, Wiesbaden 1990, ISBN 3-519-42222-0, S. 361.

Weblinks