Johanneskirche (Bad Tölz)
Die Johanneskirche offiziell Evangelische Johanneskirche Bad Tölz ist die evangelisch-lutherische Kirche in der Stadt Bad Tölz. Sie wurde 1880 geweiht. Die letzte Umgestaltung erfolgte durch Architekt Franz Lichtblau und Künstler Hubert Distler.<ref>Evangelische Kirche, bad-toelz.de, abgerufen am 5. Juni 2021.</ref> Sie ist mit einem Altarbild von Lovis Corinth ausgestattet und einer Orgel von Ott.
Architektur
Der Bau wurde vom Münchner Architekten Martin Wintergerst entworfen und am 24. Juni 1880 eingeweiht. 1896 wurde die Kirche erweitert und erhielt einen Turm. Nach Gründung der evangelisch-lutherischen Gemeinde im Jahr 1922 und der Einrichtung eines Pfarramts leitete der Architekt Robert Kahl 1926 einen weiteren Ausbau. 1970 wurde die Kirche durch Franz Lichtblau erneut umgestaltet<ref>Der Kirchenmann. Nachruf, merkur.de, abgerufen am 5. Juni 2021.</ref> und erhielt eine Deckenbemalung von Hubert Distler. Den Namen Johanneskirche erhielt sie zum 125-jährigen Kirchenjubiläum im Jahr 2005.
Orgel
Die Orgel mit 18 Registern auf zwei Manualen und Pedal wurde 1970 von Paul Ott gebaut. Die Disposition lautet:<ref>Orgeldatenbank Bayern online</ref>
|
|
| |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
- Koppeln: I/II, II/P, I/P
- Bemerkungen: Schleiflade, mechanische Spiel- und Registertraktur
Die Kreuzigung von Lovis Corinth
Das Altarbild ist eine Darstellung der Kreuzigung Christi des Malers Lovis Corinth, entstanden 1897.<ref>Charlotte Berend-Corinth: Lovis Corinth – Die Gemälde. Werkverzeichnis. Neu bearbeitet von Béatrice Hernad. 2. Auflage. F. Bruckmann KG, München 1992, ISBN 3-7654-2566-4, S. 74 Nr. 138; Abb. Seite 371: „Kreuzigung, 1897, Öl/Lw., 229:176 cm, ..., Geschenk des Malers Heckert an die Kirche in Tölz.“</ref> Das Bild mit den Maßen von 2,30 Meter Höhe und 1,78 Meter Breite, der „expressiv schreienden Gebärde,“<ref>Hans Karlinger: München und die Kunst des 19. Jahrhunderts. Hrsg.: Hans Thoma. Lama-Verlag Karl Widmann, München 1966, DNB 457139129, S. 78 mit Tafel-Abb. 124 (Erstausgabe: 1933).</ref> in extremer Nahsicht und mit nervösem Pinselstrich nass-in-nass gemalt, dominiert den eher schlicht gehaltenen Innenraum der Kirche. Dargestellt ist der tote Christus am Kreuz, der Körper ist gezeichnet vom erlittenen Martyrium, geronnenes Blut befleckt Hände und Füße. Rechts und links wird er flankiert von den beiden mitverurteilten Räubern. Neben dem Kreuz stehen auf einer Seite Johannes, Jesu Lieblingsjünger, der Maria, die Mutter Jesu, mit den Armen auffängt, auf der anderen Seite Maria Kleophae (Vorlage:Bibel/Link), die Arme in Verzweiflung emporgereckt und eine schmerzgebeugte Maria Magdalena mit gelöstem roten Haar und entblößten Schultern, die ihren Kopf an den Leichnam drückt.
Die Kreuzigung gehört zu einer Werkgruppe Corinths aus den Jahren 1880 bis 1900, als er sich intensiv mit christlichen Themen, speziell mit der Leidensgeschichte, auseinandersetzte. Nach Bad Tölz kam das Bild 1901 als Stiftung des Münchner Fabrikanten Ernst Heckert, der sich dort von einer schweren Krankheit erholt hatte.<ref>Andreas Steppan: Unterschätztes Kunstwerk von Weltrang in evangelischer Johanneskirche, merkur.de, abgerufen am 5. Juni 2021.</ref> Das Bild wurde im Rahmen einer internationalen Ausstellung an die Albertina Modern im Jahr 2025 ausgeliehen und kehrte im Januar 2026 zurück.
Weblinks
- Johanneskirche Bad Tölz. In: toelz-evangelisch.de. Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Bad Tölz (Zeittafel 1842–2005).
Einzelnachweise
<references/>
Koordinaten: 47° 45′ 27″ N, 11° 32′ 55,3″ O
{{#coordinates:47,757506|11,548707|primary
|dim=
|globe=
|name=
|region=DE-BY
|type=landmark
}}
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Kirchengebäude im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen
- Kirchengebäude des Evangelisch-Lutherischen Dekanats Bad Tölz
- Johanneskirche (evangelisch)
- Bauwerk in Bad Tölz
- Erbaut in den 1880er Jahren
- Neuromanisches Kirchengebäude
- Neuromanisches Bauwerk in Bayern
- Kirchengebäude in Europa
- Disposition einer Orgel
- Franz Lichtblau