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Johannes Gillhoff Gesellschaft

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Datei:Glaisin Gillhoff-Gedenkstein 2008-05-28 153.jpg
Gedenkstein vor der ehemaligen Schule

Die Johannes Gillhoff Gesellschaft ist ein eingetragener Verein mit Sitz in Glaisin, einem Ortsteil der mecklenburgischen Kleinstadt Ludwigslust im Landkreis Ludwigslust-Parchim. Die Gesellschaft wurde am 24. April 1993 gegründet und am 10. März 1994 ins Vereinsregister beim Amtsgericht Ludwigslust eingetragen.<ref>http://www.johannes-gillhoff.de/seite/275352/satzung.html</ref> Hauptanliegen der Gesellschaft ist die Pflege und Verbreitung des Schaffens und Erbes des niederdeutschen Autors Johannes Gillhoff.

Zum Ziel des Vereins gehört auch die Aufbereitung der mecklenburgischen Regionalgeschichte und die Erhaltung denkmalwürdiger Objekte, insbesondere der Griesen Gegend. Es werden Kontakte zu Vereinen in den USA und zu Nachfahren von Auswanderern aus der Griesen Gegend gepflegt, Lesungen, Vorträge, Fachtagungen und Museumsführungen veranstaltet. Eine ständige Ausstellung zu Leben und Schaffen Johannes Gillhoffs wurde in der Johannes-Gillhoff-Stuv in der ehemaligen Dorfschule Glaisin eingerichtet. Vor dem Haus erinnert ein Gedenkstein an den Autor. Alljährlich veranstaltet die Gillhoff Gesellschaft den Gillhoff-Tag, an dem der Johannes-Gillhoff-Preis vergeben wird. Vorsitzender der Gesellschaft ist seit 2000 der Publizist Hartmut Brun.

Kritik

Im Juni 2012 geriet der Verein in die Kritik, als sie trotz der Proteste aus Politik und Gesellschaft an ihrem Vorhaben festhielt, den Gillhoff-Preis 2012 dem Autor Jürgen Rogge zu verleihen. Dieser war während der DDR-Zeit als Gefängnisarzt Inoffizieller Mitarbeiter im besonderen Einsatz des MfS. Die als Ehrengast geladene Landtags-Vizepräsidentin Silke Gajek sagte daraufhin ihr Kommen ab, der Autor, Journalist und Gillhoff-Preisträger Ulrich Schacht kündigte eine Rückgabe seines Preises an.<ref>Streit um Gillhoff-Preisträger geht weiter auf ndr.de abgerufen am 6. Juni 2012</ref>

Im Juni 2013 geriet die Gesellschaft erneut in die Kritik, als sie trotz der Proteste aus Politik und Gesellschaft Jürgen Rogge die Laudatio auf den Gillhoff-Preisträger 2013 halten ließ. Auf dem Gillhoff-Tag 2013 ernannte die Gillhoff-Gesellschaft den früheren Ministerpräsidenten von Mecklenburg-Vorpommern, Harald Ringstorff, zum Ehrenmitglied und überreichte ihm bei dieser Gelegenheit ein Bücherpaket des BS Verlages Rostock, jenes Verlages, der auch Jürgen Rogges Bücher verlegte. Zur Diskussion um Rogges Stasi-Vergangenheit äußerte Ringstorff gegenüber der Schweriner Volkszeitung: Mehr als zwanzig Jahre nach der Wende dürfe man „nicht pauschal Menschen verurteilen, die mal eine Unterschrift geleistet haben.“<ref>Schweriner Volkszeitung, Schwerin, 10. Juni 2013</ref>

Perspektiven

Seit 2020 ist die Johannes Gillhoff Gesellschaft eine von zwei niederdeutschen Literaturgesellschaften in Mecklenburg-Vorpommern. Sie trägt heute mit Veranstaltungen zum vielfältigen kulturellen Leben in der Region bei und arbeitet an zukunftsfähigen Konzepten zur Sichtbarmachung von niederdeutschen Autorinnen und Autoren.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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