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Johannes Dürrstein

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Datei:Johannes Durrstein Clockmaker.jpg
Johannes Dürrstein (1845–1901)

Johannes Dürrstein (* 22. August 1845 in Niederrad; † 7. Mai 1901)<ref name="Schaarschmidt">Bernd Schaarschmidt: Festschrift zum 100. Todestag von Johannes Dürrstein. In: knirim.de. Abgerufen am 11. August 2012.</ref> war ein deutscher Unternehmer und Gründer der Uhrenfabrik „Union“ in Glashütte.<ref>G. H. Baillie: Watchmakers & Clockmakers of the World. Third Edition, N.A.G. Press Ltd., London 1966.</ref>

Dürrstein wuchs in bürgerlichen Verhältnissen auf und absolvierte eine kaufmännische Lehre beim Frankfurter Uhren-Großhändler Ludwig & Fries. Geschäftlich bereiste er wiederholt die Schweiz und lernte die bedeutenden Uhrenhersteller des Landes kennen.<ref name="Schaarschmidt" />

Uhrengroßhandlung Dürrstein & Co.

Am 19. Januar 1874 gründete Dürrstein in Dresden die Uhrengroßhandlung Dürrstein & Co. und baute ein Handelsnetz im Deutschen Reich, Österreich-Ungarn, Böhmen und in der Schweiz auf. Er erkannte, dass sich ihm für eine preiswerte Gebrauchsuhr für jedermann ein großer Absatzmarkt bot. Nach einiger Zeit verkaufte Dürrstein bis zu 50.000 Taschenuhren jährlich, die er von Zulieferern aus der Schweiz bezog.<ref name="Schaarschmidt" />

Dürrstein handelte bereits 1874 mit Ferdinand Adolph Lange in Glashütte einen Vertrag über den Alleinvertrieb der Lange-Uhren aus. Die Präzisionsuhren verkauften sich aber nicht im gewünschten Maße, da wegen der Qualität auch die Preise hoch waren. Dürrstein erreichte bei der Firma A.Lange & Söhne, dass diese daraufhin eine einfachere und preiswertere Variante der Taschenuhren, die sogenannte DUF-Qualität<ref>DUF (= Deutsche Uhrenfabrikation) ist Teil der Signatur von Werken dieser Qualität.</ref><ref name="Osterhausen">Fritz von Osterhausen: Callweys Uhrenlexikon. Callwey, München 1999, ISBN 3-7667-1353-1.</ref>, herstellten, die sich in der Folge gut verkaufte.<ref name="Schaarschmidt" /> Nach 1880 führte Dürrstein die Marke Union ein, die er in der Schweiz produzieren ließ. Markenzeichen dieser Union-Taschenuhren war eine Glocke mit 5 Sternen auf Gehäuse und Uhrwerk, die Zifferblätter waren unsigniert.<ref name="Osterhausen" /> 1885 wurde sein Bruder Friedrich Dürrstein Teilhaber des Unternehmens.<ref name="Schaarschmidt" />

Taschenuhrenmanufaktur Glashütter Uhrenfabrik „Union“

Aus Dürrsteins Wunsch nach mehr und vergleichsweise preiswerten Glashütter Taschenuhren folgte die Errichtung einer eigenen Uhrenmanufaktur in Glashütte, dem damaligen Zentrum des deutschen Präzisionsuhrenbaus. Am 1. Januar 1893 gründete er die Uhrenfabrik Union, Glashütte i.S., verlegte den überwiegenden Teil der Produktion aus der Schweiz nach Glashütte und begann mit der industriellen und technologisch moderneren Schablonenuhrfertigung. Die Uhren zeigten einen griechischen Tempel als Gehäusemarke, auf dem Zifferblatt befand sich der Schriftzug „Uhrenfabrik Union Glashütte“. Die technische Leitung hatte der Glashütter Uhrmacher Julius Bergter (1856–1944).<ref name="Osterhausen" /> Bereits im ersten Jahr konnte Dürrstein die Fertigung einer Grande Complication anzeigen. Nach sechs Jahren konnte am 1. Mai 1899 der Neubau der Uhrenfabrik eröffnet werden, wo man mit etwa 40 Mitarbeitern die Produktion von Taschenuhren aufnahm. Es wurden einfache Präzisions-Taschenuhren und Chronographen, aber auch Uhren mit Komplikationen, sowie Taschen-Chronometer oder Tourbillons angefertigt. Später kamen Beobachtungs- und Schiffsuhren hinzu.<ref name="Schaarschmidt" /><ref>Uhrenhersteller und Uhrwerke aus Glashütte 1845 bis 1899. Hans-Georg Donner, abgerufen am 27. Januar 2015.</ref><ref>Glashütter Uhrenfabrik Union Dürrstein & Co. 1893 bis 1936. Hans-Georg Donner, abgerufen am 27. Januar 2015.</ref>

Dürrstein verstarb am 7. Mai 1901 nach längerer Krankheit.<ref>Hans-Heinrich Schmid: Lexikon der Deutschen Uhrenindustrie 1850-1980. Förderkreis lebendiges Uhrenmuseum e.V., Villingen-Schwenningen 2005, ISBN 3-927987-91-3.</ref>

Sein Bruder Friedrich Dürrstein wurde Alleininhaber beider Unternehmen, verstarb jedoch schon 1903. Danach führte dessen Witwe Lina Helene Dürrstein die Geschäfte erfolgreich weiter. Die Beobachtungsuhren und Seechronometer der Glashütter Uhrenfabrik „Union“ wurden mehrfach von der deutschen Seewarte ausgezeichnet.<ref name="Schaarschmidt" />

Bedingt durch den Ersten Weltkrieg, die folgenden wirtschaftlich schwachen 1920er Jahre und das Aufkommen der Armbanduhren gerieten die Firmen in finanzielle Schieflage. Mit Einsetzen der Weltwirtschaftskrise verschwand die Glashütter Uhrenfabrik „Union“ im Jahre 1926<ref name="Osterhausen" />, und einige Zeit später auch die Großhandlung Dürrstein & Co.

Literatur

Einzelnachweise und Anmerkungen

<references />

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