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Johanna von Herzogenberg

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Johanna von Herzogenberg (* 23. Juni 1921 auf Schloss Sychrov<ref>Mit Johanna von Herzogenberg auf der Suche nach der Vergangenheit. Eine Reise an ihren Geburtsort: Schloss Sychrow in Nordböhmen. In: herzogenberg.ch. Abgerufen am 26. Oktober 2023.</ref> bei Turnov, Tschechoslowakei; † 20. Februar 2012 in München<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.novinky.czArtikel zum Tod von Johanna von Herzogenberg in tschechischer Sprache (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>) war eine deutschböhmische Kunsthistorikerin und Schriftstellerin. Sie widmete sich der Geschichte von Kunst und Kultur Böhmens und Österreichs.

Leben und Wirken

Johanna Maria Aglae Bertha Edeltrude Natalie Picot de Peccaduc Freiin von Herzogenberg entstammte väterlicherseits dem bretonischen Adelsgeschlecht Picot de Peccaduc, mütterlicherseits dem ebenfalls bretonischen Geschlecht Rohan. Beide Familien waren vor bzw kurz nach der französischen Revolution nach Österreich geflohen und wurden in Böhmen ansässig. Freiin von Herzogenberg verlebte einen Teil ihrer Kindheit auf Schloss Sychrov, das ab 1820 im Besitz der Familie Rohan war. Ihre Jugendzeit verlebte sie in Birnai (Brná nad Labem) bei Aussig (Ústí nad Labem). Sie studierte 1939–43 Kunstgeschichte, Germanistik und Philosophie in Prag und in Tübingen. An der Prager Karl-Ferdinands-Universität promovierte sie 1943 zum Dr. phil. mit einer Arbeit über "die Gestalten der geistlichen Spiele des Spätmittelalters“. Anschließend arbeitete sie als Lektorin an der Deutschen Akademie in Antwerpen. Nach Zwangsarbeit 1945/46 bei einem Bauern in Přivory bei Mělník verließ sie am 26. April 1946 mit einem Vertreibungstransport die Tschechoslowakei.

Von 1952 bis 1986 war Johanna von Herzogenberg, die ausgebildete Verlagsbuchhändlerin war, Geschäftsführerin, dann bis 2008 Vorstandsmitglied des Adalbert-Stifter-Vereins. Sie war Ehrenmitglied des Vereins<ref>https://web.archive.org/web/20160805140458/https://www.stifterverein.de/de/der-verein/mitglied-werden/ehrenmitgliedschaften/ehrenmitglieder.html?</ref>.

Sie war 1970 Mitbegründerin der Ostdeutschen Galerie in Regensburg sowie 1968 des Fliegenden Büros zur Unterstützung von Flüchtlingen und Emigranten aus der Tschechoslowakei nach dem Prager Frühling. Johanna von Herzogenberg hielt Vorträge im In- und Ausland zu literarischen und kulturhistorischen Themen und veröffentlichte zahlreiche Publikationen, .

Ehrungen

Werke (Auswahl)

  • Prag. Ein Führer, Prestel Verlag, München 1966
  • Zwischen Donau und Moldau. Bayerischer Wald und Böhmerwald; Das Mühlviertel und Südböhmen, Prestel Verlag, München 1968
  • Und sie eilten nach Bethlehem. Die Krippe aus Trebitsch, Prestel Verlag, 1990
  • Bilderbogen aus meinem Leben, Oldenbourg Verlag, München 1999
  • Salzburg, Vitalis Verlag, 2006

Literatur

  • Herzogenberg, Johanna von, in: Tobias Weger: „Volkstumskampf“ ohne Ende? Sudetendeutsche Organisationen, 1945–1955. Lang, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-631-57104-0, S. 600.
  • Johanna von Herzogenberg wie wir sie kannten / jak jsme ji znali. Erinnerungen von Freunden, Wegbegleitern und Familie / Vzpomínky přátel, souputníků a rodiny, Adalbert Stifter Verein, München 2021
  • Porträt: Johanna von Herzogenberg, in: Sudetenland. Europäische Kulturzeitschrift. Vierteljahresschrift für Literatur und Kunst, Heft 1-2, München 2021
  • Knechtel, Anna: Johanna von Herzogenberg, in: Kulturní mosty v Evropě. Česká a moravská šlechta po roce 1945 / Kulturelle Brücken in Europa. Adel aus Böhmen und Mähren nach 1945. Argo, Prag 2023, ISBN 978-80-257-4101-6, S. 5075

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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