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Johanna von Burgund

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Datei:Jeanne de Bourgogne et Jean de Vignay.jpg
Johanna von Burgund besucht den Übersetzer Jean de Vignay. Miniatur aus dem 14. Jahrhundert
Datei:Philip VI, Charter, 1347.jpg
Eine Urkunde König Philipps VI. für seine Gattin Johanna von Burgund, Dezember 1347. Paris, Archives nationales, J 357 B, Nr. 15

Johanna von Burgund (frz. Jeanne de Bourgogne; * um 1293; † 12. September 1348<ref>Detlev Schwennicke: Europäische Stammtafeln, Band II; Gerd Treffer: Die französischen Königinnen, Regensburg, 1996, ISBN 3-7917-1530-5; Jean Favier: Dictionnaire de la France médiévale, Paris, 1993, Fayard, ISBN 2-213-03139-8</ref> oder 12. Dezember 1349<ref>Lexikon des Mittelalters; Joachim Ehlers, Heribert Müller, Bernd Schneidmüller: Die französischen Könige des Mittelalters 888–1498. Beck, München 2006, S. 240 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.; Angabe: Dezember 1349)</ref> in Paris), genannt Jeanne la Boiteuse („Johanna die Lahme“)<ref>Burgundy Duchy, dukes (englisch)</ref> war als erste Ehefrau Philipps VI. in der Zeit von 1328 bis 1348 Königin von Frankreich. Sie war die Tochter des burgundischen Herzogs Robert II. und dessen Frau Agnes von Frankreich (um 1260–1327 oder 1325), einer Tochter Ludwigs IX.

Johanna wurde im Juli 1313 in Fontainebleau mit Philipp von Valois (* 1293, † 1350) verheiratet, Herr von Courtenay, 1314 Graf von Anjou und Maine, dem Sohn Karls I. von Valois und Neffen des regierenden Königs Philipp IV. des Schönen.

Ihre Schwester Margarete von Burgund, die 1305 den ältesten Sohn Philipps des Schönen, den Kronprinzen Ludwig und späteren König Ludwig X. geheiratet hatte, wurde 1314 im Verlauf des Skandals um den Tour de Nesle des Ehebruchs angeklagt<ref></ref>. In diese Ereignisse verstrickt waren außerdem die beiden anderen Schwiegertöchter des Königs, Johanna – Ehefrau des späteren Königs Philipp V. – und Blanka von Burgund, aus der Familie der Pfalzgrafen von Burgund und Ehefrau des späteren Königs Karl IV. Alle drei wurden verhaftet, jedoch nur Margarete und Blanka verurteilt und in der Burg Château-Gaillard eingekerkert. Dort wurde Margarete im folgenden Jahr erdrosselt und Blanka bis nach ihrer Scheidung 1322 festgehalten.

Diese Vorgänge trugen wesentlich dazu bei, dass die Dynastie der Kapetinger im direkten Mannesstamm ausstarb. Philipp von Valois, Johannas Ehemann, trat 1328 nach dem Tod des kinderlosen Karl IV. als dessen nächster Verwandter die Thronfolge an. Johanna wurde gemeinsam mit ihm am 29. Mai 1328 in der Kathedrale von Reims gekrönt.

Die Königinregentin

Johannas Befugnisse als Königin von Frankreich waren beträchtlich, da sie von Philipp VI., der ihr mehr als jedem anderen vertraute, einen Status erhielt, der fast dem einer Mitregentin gleichkam.<ref name="Poulet" details="hier S. 112">André Poulet: Capetian Women and the Regency: The Genesis of a Vocation. In: John Carmi Parsons (Hrsg.): Medieval Queenship. St Martin’s Press, New York 1993, ISBN 0-312-05217-0, S. 93–116.</ref> Die Erweiterung ihrer Macht durch ihren Gatten als Königin-Regentin widersprach den Präzedenzfällen, die Philipp V. bei seiner Inauguration geschaffen hatte, als er die Machtansprüche von Frauen ablehnte. Joan zeichnete sich dadurch aus, dass sie die volle richterliche Gewalt eines Königs erhielt, während Philipp VI. im Krieg kämpfte, und widersprach der populären Kultur des Adels, indem er ihr während ihrer Regentschaft bedeutende Autorität einräumte. Obwohl sie kein königliches Blut hatte, übertraf Joan während ihrer Regierungszeit alle Erwartungen an eine Königinregentin, indem sie sich um die Finanzen und die richterliche Gewalt kümmerte; nur die Kriegsführung wurde von Philipp VI. verwaltet.<ref name="Poulet" details="hier S. 113" /> Philipp VI. vertraute Joan diese Befugnisse an, die sie von anderen Königinnen in Frankreich unterschieden, was bei der Bevölkerung auf Ablehnung stieß.

Tod

Johanna von Burgund starb vermutlich an der Pest und wurde in der Abtei Saint-Denis, der Grablege des französischen Königshauses, beigesetzt.

Nachkommen

Johanna und Philipp hatten neun Kinder:

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

VorgängerinAmtNachfolgerin
Johanna von EvreuxKönigin von Frankreich
1328–1348/49
Blanche von Navarra

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