Johann Riedel (Bildhauer)
Johann Riedel S.J. (auch Johannes Riedel; * 22. April 1654 in Wildgrub bei Freudenthal; † 2. Januar 1736 in Schweidnitz, Herzogtum Schweidnitz) war ein deutscher Bildhauer und Ordensmitglied der Jesuiten.
Leben
Während eines Studienaufenthalts in Paris entschloss sich Johann Riedel, den Jesuiten beizutreten. Deshalb bat er von dort aus um Aufnahme in die böhmische Jesuitenprovinz und kehrte bald in seine Heimat zurück. Am 12. November 1682 begann er am Brünner Jesuitenkolleg mit dem Noviziat. Zu Ausbildungszwecken unternahm er Reisen u. a. an das Jesuitenkolleg Kuttenberg und das Prager Clementinum, in die Schweiz und in den Elsass. Am 20. Februar 1693 legte er die Ordensgelübde ab. Seit 1692 unterhielt er in Schweidnitz im Herzogtum Schweidnitz eine Holzbildhauer- und Tischlerwerkstatt, in der sowohl Ordensbrüder als auch weltliche Gesellen arbeiteten.
Zu seinen bekanntesten Werken gehören Bildhauerarbeiten für die Pfarrkirche der hll. Stanislaus und Wenzel in Schweidnitz, die 1660 an die Jesuiten übergeben worden war. Sie veranlassten einen Umbau im Stil des Barock. Für die Innenausstattung schuf Johann Riedel zahlreiche Bildhauerwerke, u. a.
- Hauptaltar mit Baldachin auf sieben Säulen sowie den Skulpturen der hll. Florian, Franz Xaver, Wenzel, Stanislaus, Ignatius von Loyola und Georg. Darüber hinaus Maria Königin, Gottvater und Heiliger Geist (1694)
- Kanzel (1696)
- Altar der Unbefleckten Empfängnis (1696)
- Kapelle des Heiligsten Herzenz Jesu: Altar mit Darstellung des Letzten Abendmahls
Weitere Werke schuf er u. a. für das ehemalige Jesuitenkloster in Deutsch Wartenberg. In seiner Schweidnitzer Werkstatt arbeitete er fast 40 Jahre.
Literatur
- Herrmann Hoffmann: Die Jesuiten in Schweidnitz. Bergland-Verlag. Schweidnitz 1930.
- Riedel, Johann. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 28: Ramsden–Rosa. E. A. Seemann, Leipzig 1934, S. Vorlage:VonBis (biblos.pk.edu.pl).
- Dehio-Handbuch der Kunstdenkmäler in Polen. Schlesien. Deutscher Kunstverlag, München u. a. 2005, ISBN 3-422-03109-X, S. 71, 723 und 927 f.
- Ludwig Petry, Josef Joachim Menzel (Hrsg.): Geschichte Schlesiens. Band 2: Die Habsburger Zeit: 1526–1740. Thorbecke, Stuttgart 1988, ISBN 3-7995-6342-3, S. 192.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Riedel, Johann |
| ALTERNATIVNAMEN | Riedel, Johannes; Riedl, Johann; Riedl, Jan |
| KURZBESCHREIBUNG | Mitglied des Jesuitenordens, Bildhauer |
| GEBURTSDATUM | 22. April 1654 |
| GEBURTSORT | Wildgrub bei Freudenthal |
| STERBEDATUM | 2. Januar 1736 |
| STERBEORT | Schweidnitz, Herzogtum Schweidnitz |