Johann Konrad Richthausen von Chaos
Vorlage:Hinweisbaustein Johann Konrad Richthausen, seit 1653 Freiherr von Chaos, (* 27. November 1604 in Wien; † 25. Juli 1663 in Schemnitz, heute Banská Štiavnica) war ein österreichischer Alchemist, Münzfachmann und Mäzen.
Richthausen, der Sohn eines Kaufmanns, beschäftigte sich mit der Goldmacherei und soll dabei, man weiß nicht durch welche Täuschung, Erfolge dargestellt haben. 1648 soll der Kaiser Ferdinand III. mit einem von Richthausen erhaltenen Pulver eine Transmutation von Quecksilber in Gold durchgeführt haben. Eine weitere Transmutation mit dem Pulver soll dem Kaiser 1650 gelungen sein, weshalb dieser Richthaus als „Baron von Chaos“ geadelt habe. Aus dem entstandenen „Gold“ ließ Ferdinand Münzen prägen, die mit alchemistischen Inhalten versehen sind.<ref>Allison Coudert: Der Stein der Weisen. Die geheime Kunst der Alchemisten. (Originalausgabe: Alchemy: the Philosopher’s Stone. 1980) Lizenzausgabe. Pawlak, Herrsching 1992, ISBN 3-88199-911-6, S. 229–231.</ref> Zunächst Münzmeister in Brünn und Wien, wurde er 1654 Obersterblandmünzmeister in Österreich unter und ob der Enns (in etwa äquivalent dem heutigen Nieder- und Oberösterreich). 1653 wurde Richthausen wegen angeblicher finanzieller Unregelmäßigkeiten verhaftet, aber bald rehabilitiert und nobilitiert. Sein Adelsprädikat hat er selbst gewählt. 1659 wurde er Oberkammergraf in den oberungarischen (heute slowakischen) Bergbaustädten. In seinem Testament setzte er die Chaos’sche Stiftung für Waisenkinder zum Erben ein. Im Jahr 1674 wurde der Leichnam des Freiherrn in die Chaos’sche Stiftskapelle überführt, welche an die Wiener Bürgerspitalkirche angebaut war. Nach Auflassung der Bürgerspitalkirche wurde der Leichnam des Freiherrn in die Kirche des Waisenhauses am Rennweg überführt, welche 1783 zur Pfarrkirche erhoben wurde (Pfarrkirche Rennweg).
Die Richthausenstraße im 17. Wiener Bezirk Hernals ist nach ihm benannt, die Stiftgasse im 7. Bezirk Neubau nach seiner Stiftung.
Literatur
- Felix Czeike (Hrsg.): Historisches Lexikon Wien. Band 4: Le – Ro. Kremayr & Scheriau, Wien 2004, ISBN 3-218-00546-9, S. 672.
- Gerhard Robert Walter von Coeckelberghe-Dützele, Anton Köhler: Curiositäten- und Memorabilienlexikon von Wien. Band 1. Pichler, Wien 1846, S. 395 (Nachdruck: Promedia, Wien 2003, ISBN 3-85371-212-6 (Viennensia)).
- Franz Karl Wißgrill, Schauplatz des landsässigen nieder-oesterreichischen Adels , Band 2, S. 30f.
Weblinks
- Johann Konrad Richthausen von Chaos im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien
- Eintrag über Richthausen von Chaos’ Wirken im Curiositätenlexikon
- Link zum Adelsakt Richthausen von Chaos im Österreichischen Staatsarchiv Wien
- Eintrag zu Richthausen von Chaos in Siebmachers Wappenbuch „Der Adel von Ungarn“
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Richthausen von Chaos, Johann Konrad |
| ALTERNATIVNAMEN | Richthausen Freiherr von Chaos, Johann Konrad (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Chemiker, Münzfachmann und Mäzen |
| GEBURTSDATUM | 27. November 1604 |
| GEBURTSORT | Wien |
| STERBEDATUM | 25. Juli 1663 |
| STERBEORT | Schemnitz, heute Banska Stiavnica |