Zum Inhalt springen

Johann Heiss

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Johann Heiss (auch Johann Heiß; * 19. Juni 1640 in Memmingen; † 1704 in Augsburg) war ein deutscher Barockmaler.

Leben

Johann Heiss war der Sohn seines gleichnamigen Vaters und dessen Ehefrau Anna Maria Hägg. Laut Taufbuch der Memminger Kirche St. Martin wurde er am 19. Juni 1640 getauft. Seine Lehrjahre absolvierte er in seiner Heimatstadt bei Johann Conrad Sichelbein und Johann Sichelbein. Wo er seine Wanderjahre verbrachte, ist nicht belegt; es wird jedoch angenommen, dass er sich zur malerischen Weiterentwicklung auch in Italien aufhielt.

In den Jahren 1663 und 1664 stand Heiss in Diensten des württembergischen Herzogs Eberhard III. in Stuttgart. Diese Tätigkeit am Hof gab ihm die Möglichkeit, sich aus den Beschränkungen seiner Zunft zumindest ein Stück weit zu lösen. Ab etwa 1669/1670 lebte er wieder in Memmingen und heiratete seine erste Frau Anna Ruepprecht. In dieser Zeit schuf er eine Reihe von Historienbildern, die sein überregionales Renommee begründeten und zu einer lobenden Erwähnung in Sandrarts Teutscher Akademie von 1675 führten. Dazu gehörte auch ein Passionszyklus für die Sakristei der Klosterkirche des Benediktinerklosters Ochsenhausen. 1674 schuf er für die Augsburger evangelische Heilig-Kreuz-Kirche die Taufe Christi.

Im Jahr 1677 siedelte Heiss ganz nach Augsburg über, blieb aber zunächst Memminger Bürger, auch als er seine zweite Frau heiratete, die aus Augsburg stammte. Anders als das kleinere protestantische Memmingen bot das größere und in religiösen Fragen offenere Augsburg mehr künstlerische Möglichkeiten. Zudem betrieb die Stadt eine aktive Ansiedlungspolitik, um sich von den erheblichen wirtschaftlichen Einbußen des Dreißigjährigen Krieges schrittweise zu erholen. Produziert wurde nicht nur für den lokalen Bedarf; Augsburg war ein zentraler Umschlagplatz für Kunstsammler im gesamten Reich.

Heiss prägte den „Augsburger Lokalstil“ jener Zeit wesentlich mit. Gerade seine Bilderrätsel in den allegorischen, mythologischen und religiösen Werken trafen den Geschmack einer gebildeten Kundschaft. Eine zumindest zeitweise Zusammenarbeit mit dem Kunstverleger Stephan Maystetter für Kupferstiche nach eigenen und fremden Vorlagen ist belegt. Um die steigende Nachfrage nach seinen Werken zu befriedigen, setzte Heiss mutmaßlich Hilfskräfte ein, was mitunter zu einem Nachlassen der Qualität führte. Auch sein Altersstil wird in der Forschung eher als Nachlassen seiner Kunstfertigkeit denn als Vollendung gewertet. Am 14. Februar 1704 wurde Heiss auf dem Friedhof der evangelischen St. Anna-Kirche in Augsburg begraben.<ref>Peter Königfeld, Anmerkungen zum Leben und Werk von Johann Heiß, in: Johann Heiß - Schwäbischer Meister barocker Pracht, Zeppelin Museum Friedrichshafen, Ausstellungskatalog, ISBN 3-86136-077-2, S. 42–53</ref>

Werke

Datei:Johann Heiss 001.jpg
Johann Heiss: Das Gastmahl der Esther, St. Petersburg, Eremitage.

Werke von Heiss befinden sich in zahlreichen Museen und Sammlungen. In Deutschland sind Arbeiten unter anderem in der Barockgalerie im Schloss Ludwigsburg, im Stadtmuseum Memmingen, im Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig, in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg, in der Deutschen Barockgalerie in Augsburg, im Zeppelin Museum Friedrichshafen sowie in der Staatsgalerie Stuttgart zu sehen. Im Ausland ist er unter anderem im Louvre (Paris), im Kunsthistorischen Museum (Wien) und in der Eremitage (Sankt Petersburg) vertreten.

Zu seinen bekanntesten Bildwerken zählen:

Joachim von Sandrart erwähnte Heiss 1675 ausdrücklich in seiner „Teutschen Academie“ als Historienmaler, dessen Bilder „die Liebhaber und Kunstverstaendige sehr wohl contentiren“.

Sein in mehreren Archiven verzeichnetes Werk „Manus Dei“ gilt als verschollen. Bekannt wurde es durch eine Fälschung des Malers Wolfgang Beltracchi, die unter anderem im Szépművészeti Múzeum ausgestellt wurde.

Ausstellung

  • Johann Heiß. Schwäbischer Meister barocker Pracht vom 18. Oktober 2002 bis 9. Februar 2003 im Zeppelin Museum Friedrichshafen mit Katalog

Literatur

  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}
  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}
  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}
  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}
  • Hanns-Paul Ties: Die Allegorie der Abundantia mit Flussgöttern im Bozner Merkantilpalast. Ein Meisterwerk des Augsburger Malers Johann Heiss/L’Allegoria dell’Abbondanza con divinità fluviali nel Palazzo Mercantile di Bolzano. Un capolavoro del pittore di Augusta Johann Heiss, in: Leo Andergassen u. a. (Hrsg.): Ulrich Glantschnigg 1661–1722. Der Bozner Barockmaler/Il pittore barocco di Bolzano (Heft Nr. 5 der Reihe des Merkantilmuseums Bozen/Quaderno n. 5 della collana del Museo Mercantile Bolzano), Bozen/Bolzano 2013, S. 61–63.
  • Peter Stoll: Johann Heiß in Mittelfranken: eine Marienkrönung in Heideck und eine Allegorie in Erlangen. Universitätsbibliothek, Augsburg 2026 (Volltext)

Weblinks

[{{canonicalurl:Commons:Category:{{#if:|{{{1}}}|Johann Heiss}}|uselang=de}} Commons: {{#if:|{{{2}}}|{{#if:|{{{1}}}|{{#invoke:WLink|getArticleBase}}}}}}]{{#switch:1

|X|x= |0|-= |S|s= – Sammlung von Bildern |1|= – Sammlung von Bildern{{#if: 00

    | {{#switch: {{#invoke:TemplUtl|faculty|0}}/{{#invoke:TemplUtl|faculty|0}}
        |1/=  und Videos
        |1/1=, Videos und Audiodateien
        |/1=  und Audiodateien}}
    | , Videos und Audiodateien
  }}

|#default= – }}{{#if:

   | {{#ifeq: {{#invoke:Str|left||9}} 
       | category: 
| FEHLER: Ohne Category: angeben!}}}}

Vorlage:Wikidata-Registrierung

| {{#if: 
    | Vorlage:DNB-Portal – veraltete Parametrisierung 3=
  }}

}}

Einzelnachweise

<references />

{{#ifeq: p | p | | {{#if: 123033101nr20020018968284393 | |

}} }}{{#ifeq:||{{#if: | [[Kategorie:Wikipedia:GND fehlt {{#invoke:Str|left|{{{GNDCheck}}}|7}}]] }}{{#if: | {{#if: | | }} }} }}{{#if: | {{#ifeq: 0 | 2 | | }} }}{{#if: | {{#ifeq: 0 | 2 | | }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 123033101 | | {{#if: {{#statements:P227}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 123033101 | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P227}} | | }} }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: nr2002001896 | | {{#if: {{#statements:P244}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: nr2002001896 | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P244}} | | }} }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 8284393 | | {{#if: {{#statements:P214}} | | }} }} }}{{#ifeq: p | p | {{#if: 8284393 | {{#if: {{#invoke:Wikidata|pageId}} | {{#if: {{#statements:P214}} | | }} }} }} }}Vorlage:Wikidata-Registrierung

{{#if: Heiss, Johann | {{#if: Haiß, Johann; Heiß, Johann | {{#if: süddeutscher Barockmaler | {{#if: 19. Juni 1640 | {{#if: Memmingen | {{#if: 1704 | {{#if: Augsburg |

Vorlage:Wikidata-Registrierung