Johann Gottfried Bernhard Bach
Johann Gottfried Bernhard Bach (* 11. Mai 1715 in Weimar; † 27. Mai 1739 in Jena)<ref>Vorlage:MGG2</ref> war ein deutscher Organist. Er war der dritte Sohn von Johann Sebastian Bach und Maria Barbara Bach.
Leben
Johann Gottfried Bernhard Bach kam mit seinem Vater Johann Sebastian, der Stiefmutter Anna Magdalena sowie den Geschwistern Catharina Dorothea, Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emanuel Bach 1723 nach Leipzig. Er besuchte wie seine älteren Brüder die Thomasschule zu Leipzig.<ref>Wolff: Johann Sebastian Bach. 2000, S. 329.</ref> Die musikalische Ausbildung erhielt er von seinem Vater. Nach dem Tod des Organisten der Marienkirche in Mühlhausen setzte sich Bach in einem erfolgreichen Probespiel gegen vier Mitbewerber durch<ref>Thiele: Die Berufung des Johann Gottfried Bernhard Bach nach Mühlhausen. 1920, S. 50–54 (Digitalisat), abgerufen am 16. Dezember 2017.</ref> und übernahm 1735/1736 die Stelle.<ref>Christoph Wolff, Markus Zepf: Die Orgeln J. S. Bachs. Ein Handbuch. Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2006, ISBN 3-374-02407-6, S. 19, 84.</ref> In einem Empfehlungsschreiben vom 2. Mai 1735 an Tobias Rothschier hatte Vater Bach seinem Sohn ein positives Zeugnis ausgestellt: „Nachdem nun mein jüngster Sohn Johann Gottfried Bernhard Bach sich zeither so habil in der Music gemachet, daß ich gewiß dafür halte wie er zu bestreitung dieses vacant gewordenen Stadt Organisten Dienstes vollkommen geschickt und vermögend sey.“<ref>Otterbach: Bach – Briefe der Musikerfamilie. 2016, S. 40 ({{#if: WGFpCwAAQBAJ
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Nach anderthalb Jahren in Mühlhausen erfolgte am 14. Januar 1737 Johann Gottfried Bernhard Bachs Ernennung zum Stadtorganisten an der Jakobikirche in Sangerhausen, wo er 1737/1738 für ein gutes Jahr angestellt war. Sein Vater hatte sich 1702 als Siebzehnjähriger erfolglos um diese Stelle beworben.<ref>Wolff: Johann Sebastian Bach. 2000, S. 73–74, 435.</ref> Von dort verschwand Johann Gottfried unter Hinterlassung von Schulden. Der ratlose Magistrat der Stadt ließ schließlich bei dem Vater anfragen, ob er den Aufenthaltsort des Sohnes kenne. In zwei Briefen vom Mai 1738 äußerte sich der bestürzte und enttäuschte Vater und wies darauf hin, dass er schon einmal die Schulden seines Sohnes beglichen (die vermutlich auch dessen Abschied von der Mühlhausener Organistenstelle verursachten) und ihm ins Gewissen geredet habe:
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Die Briefe gehören zu den persönlichsten Dokumenten, die von Johann Sebastian Bach überliefert sind.<ref>Robert L. Marshall: Father and Sons: Confronting a Uniquely Daunting Parental Legacy. In: Mary Oleskiewicz (Hrsg.): Bach Perspectives II. J. S. Bach and His Sons. University of Illinois Press, Illinois 2017, ISBN 978-0-252-04148-8, S. 1–23, hier: S. 13 ({{#if: hKVADwAAQBAJ
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Johann Gottfried Bernhard Bach ging im darauffolgenden Jahr nach Jena, wo er sich als Student der Rechte an der Universität immatrikulierte<ref>Wolff: Johann Sebastian Bach. 2000, S. 436, 572.</ref> und Kontakt zu seinem Onkel Johann Nikolaus Bach aufnahm. Dort starb er mit 24 Jahren am „hitzigen Fieber“. Von ihm ist „keine einzige Note der Nachwelt überliefert“.<ref>Zitiert nach Gärtner: Johann Christian Bach. 1989, S. 35.</ref>
Siehe auch
Literatur
- Heinz Gärtner: Johann Christian Bach. Mozarts Freund und Lehrmeister. Nymphenburger, München 1989, ISBN 3-485-00589-4.
- Christoph Wolff: Johann Sebastian Bach. S. Fischer, Frankfurt am Main 2000, ISBN 3-10-092584-X.
- Ulrich Kahmann: Wilhelm Friedemann Bach. Der unterschätzte Sohn. Aisthesis-Verlag, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-89528-828-9.
- Friedemann Otterbach: Bach – Briefe der Musikerfamilie. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main 1985, ISBN 978-3-596-22147-9, S. 123–126; {{#if: WGFpCwAAQBAJ
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- Georg Thiele: Die Berufung des Johann Gottfried Bernhard Bach nach Mühlhausen als Organist an Beatae Mariae Virginis. In: Mühlhäuser Geschichtsblätter. Vol. 20, 1920, S. 50–54 (Digitalisat).
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Weblinks
- Elias N. Kulukundis: Johann Gottfried Bernhard Bach: Fact and Fiction. A Remembrance and Birthday Tribute (PDF; 359 kB)
- Noten und Audiodateien von Johann Gottfried Bernhard Bach im International Music Score Library Project {{#switch: {{{license}}} |pd= (Die Werke sind gemeinfrei.) |cc= (Die Werke stehen unter Creative-Commons-Lizenz.)}}
- bach-cantatas.com: Kurzbiografie (engl.)
Einzelnachweise
<references />
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- Organist (Kirchenmusik)
- Familienmitglied (Johann Sebastian Bach)
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- Gestorben 1739
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