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Johann Eichentopf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Hinweisbaustein Johann Heinrich Eichentopf (* um 1678 in Stollberg, Querfurt; † 30. März 1769 in Leipzig) war ein deutscher Musikinstrumentenmacher in Leipzig.

Leben

Johann Heinrich Eichentopf kam 1707 als „abgedankter Soldat“ nach Leipzig. Dort wurde er von 1716 bis 1757 als „Instrumentalischer Pfeifenmacher“ erwähnt. Unmittelbar nach dem Umzug Johann Sebastian Bachs nach Leipzig im Jahre 1723 kam es zu einer ausgedehnten Zusammenarbeit mit dem Komponisten, beispielsweise in der Ratswechselkantate Preise, Jerusalem, den Herrn. Mit der Niederlegung des Bürgerrechts legte Eichentopf wohl auch sein Meisterrecht nieder und stellte den Instrumentenbau ein.

Er zog 1756 in das Johannishospital in Leipzig (an dessen Kirchenwand schon J. S. Bach begraben lag) und starb dort 1769 im Alter von 91 Jahren. Es wird berichtet, dass Johann Sebastian Bach Eichentopf schon aus seiner Köthener Hofkapellmeisterzeit kannte; er soll Eichentopf den Bau einer Oboe da caccia vorgeschlagen haben. Weitergehende Kontakte sind unbestätigt.

Eine Verwandtschaft mit dem Erbauer eines sich im Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig befindenden frühen Kontrafagotts, Andreas Eichentopf, konnte nicht nachgewiesen werden.

Instrumente

Datei:Focke-Museum Bremen Inv D-0003 Zugposaune.jpg
Zugposaune, signiert von J.H.Eichentopf, 1723. Focke-Museum Bremen

Eichentopf fertigte unterschiedlichste Holzblasinstrumente von hoher Qualität. Neben Oboen verschiedener Bauart und Blockflöten existiert heute noch eine einzige Traversflöte von ihm, gefertigt ganz aus Elfenbein. Sie liegt im Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig (auf dem Gelände des ehemaligen Johannishospitals).

Dieses Instrument ist nicht unverändert geblieben. Original ist wohl die seltene Stimmkork-Stellschraube, welche durch die Abschluss-Kappe hindurchgeht. Mit ihr konnte die Intonation der Oktaven schnell nachkorrigiert werden. Diese Stellschraube gilt als die erste ihrer Art und kann als Erfindung von Eichentopf betrachtet werden – eine Erfindung, die bis heute in jede moderne Querflöte eingebaut wird. Die ursprünglich von Eichentopf gebaute Flöte stand wohl in der Stimmtonhöhe a' = 392 Hz, wie die meisten französischen Traversflöten dieser Zeit. Untersuchungen und Vergleiche deuten darauf hin, dass der Innenkonus auch eng an die Flöten von Hotteterre und Rippert angelehnt ist. Jedoch hat die spätere Verkürzung auf 415-Hz-Größe ein hervorragendes, universell einsetzbares Spätbarock-Instrument ergeben, welches ausgezeichnet trägt. Als Werkstattzeichen verwendete Eichentopf ein Andreaskreuz unter seinem Namenszug.<ref>Martin Lücke: in Musik in Geschichte und Gegenwart, Personenteil, Band 6, Spalte 152.</ref><ref>Im Focke-Museum Bremen befindet sich eine von Eichentopf signierte und 1723 datierte Zugposaune.</ref>

Einzelnachweise

<references />

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