Johann Christoph Schultze
Johann Christoph Schultze, selten auch Schultz (* 1733 in Berlin; † 22. August 1813 ebenda) war ein deutscher Kapellmeister und Komponist.
Leben
Johann Christoph Schultze wurde am 11. Oktober 1733 in der evangelischen St.-Marien-Kirche in Berlin getauft.<ref>Taufen Sankt-Marien 1730–1741, Berlin-Stadt I, Evangelisches Zentralarchiv in Berlin</ref> Seine Eltern waren Ephraim Schultz(e) (* um 1710; † um 1784) und Anna Christina Stärcken (Tochter von Martin Stärcken). Sie heirateten am 27. September 1731 in der St. Marien-Kirche.<ref>Trauungen Sankt-Marien 1730–1779, Berlin-Stadt I, Evangelisches Zentralarchiv in Berlin</ref> Ephraim arbeitete als Schuhmacher<ref>Die Bürgerbücher und die Bürgerprotokollbücher Berlins von 1701–1750, Ernst Kaeber, Berlin 1934, S. 159.</ref> und war „Druckmeister bey der Höllandischen Sprütze an der Pommeranzenbrücke“<ref>Corporis Constitutionum Marchicarum Continuatio II, 1741–1744, https://web-archiv.staatsbibliothek-berlin.de/altedrucke.staatsbibliothek-berlin.de/Rechtsquellen/inhccmc.html, S. 120.</ref> in Berlin. Am 11. Februar 1785 heiratete<ref>Trauungen Dorotheenstadt 1781–1803, Berlin-Stadt I, Evangelisches Zentralarchiv in Berlin.</ref> Johann Christoph Schultze in der Kirche zu Dorotheenstadt in Berlin Sophie Henriette Edler (* um 1763; † 1839), Tochter von Friedrich Edler. Eine Tochter Maria Carolina wurde am 2. August 1785 geboren (weitere Kinder sind nicht bekannt).
Schultze entstammte einer deutschen Musiker- und Komponistenfamilie, die von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts bis ins 19. Jahrhundert musikalisch aktiv war. Der Komponist ist heute zwar weitestgehend vergessen, dennoch werden seine Werke gelegentlich aufgeführt. Er dürfte zu den letzten Komponisten gehört haben, die für die damals schon aus der Mode gekommene Flûte à bec (Blockflöte) geschrieben haben.<ref>Bruno Aulich: Alte Musik für Liebhaber, 1981, S. 148 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.)</ref>
Schultze war ab 1768 Kapellmeister („Musikdirektor und Vorgeiger“)<ref>Robert Eitner: Biographisch-Bibliographisches Quellen-Lexikon der Musiker und Musikgelehrten der christlichen Zeitrechnung bis zur Mitte des neunzehnten Jahrhunderts, Band 9, Breitkopf & Härtel, Leipzig 1903, S. 94 [1]</ref> am Döbbelinschen Theater, später am königlichen Nationaltheater in Berlin.<ref>Hermann Mendel, August Reissmann: Musikalisches Conversations-Lexikon. Eine Encyklopädie der gesamten musikalischen Wissenschaften. Für Gebildete aller Stände, Verlag Robert Oppenheim, Berlin 1878, Band 9, S. 177 [2]</ref> Er war auch der Violinlehrer des späteren Komponisten Carl Friedrich Zelter (1758–1832). Dieser vertonte zwar Goethes Gedicht Der König in Thule (1811), überließ aber Schultze aus unbekanntem Grund die Aufgabe des Arrangements mit Orchesterstimmen.<ref>Anmerkung. Carl Friedrich Zelter zum 250. Geburtstag. Goethe-Museum Düsseldorf (Hg.), 2008 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Suchwort: Schultz ( vom 7. September 2014 im Internet Archive); PDF; 405 kB)</ref>
Weitere Einzelheiten aus seinem Leben sind nicht bekannt. Johann Christoph Schultze starb am 22. August 1813 in Berlin.
Werke
- Concerto à 5 für Blockflöte und Streicher
- Suite d-moll für 2 Altblockflöten und Cembalo
- Ouverture in F-Dur für 2 Altblockflöten und Cembalo
- Ouverture in a-moll für 2 Altblockflöten und Cembalo
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
- Werke von und über Johann Christoph Schultze im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Freie Notenausgabe des Flötenkonzertes
- Noten und Audiodateien von Johann Christoph Schultze im International Music Score Library Project
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schultze, Johann Christoph |
| ALTERNATIVNAMEN | Schultz, Johann Christoph |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Kapellmeister und Komponist |
| GEBURTSDATUM | getauft 11. Oktober 1733 |
| GEBURTSORT | Berlin |
| STERBEDATUM | 22. August 1813 |
| STERBEORT | Berlin |