Johann Christian Jüngken
Johann Christian Jüngken (* 12. Juni 1793 in Burg bei Magdeburg; † 9. September 1875 in Hannover) war ein deutscher Chirurg, Augenarzt, Geheimer Medizinalrat und Hochschullehrer.
Leben
Jüngken habilitierte sich 1818 an der neuen Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin. 1825 wurde er außerordentlicher Professor und 1834 ordentlicher Professor für Chirurgie und Augenheilkunde zusammen mit Karl von Graefe († 1840) nachfolgend Direktor der ophthalmologischen Klinik und später der chirurgischen Klinik der Charité in Berlin. 1842 wurde auf seine Anregung der Deutsche Verein für Heilwissenschaft gegründet.<ref>Uta Motschmann: Handbuch der Berliner Vereine und Gesellschaften 1786–1815. de Gruyter, Berlin/München/Boston 2015, ISBN 978-3-05-006015-6, S. 979.</ref> Er trat 1868 in den Ruhestand. Heinrich Adolf von Bardeleben wurde sein Nachfolger. Er war Mitglied der Berliner Freimaurerloge Zum Pilgrim und gehörte 1825 zu den Gründungsmitgliedern des Vereins der Kunstfreunde im preußischen Staat, in dem er die Funktion des Sekretärs übernahm.
Jüngken, der im Gegensatz zu damaligen Entwicklungen noch den Standpunkt vertrat, dass die Augenheilkunde weiterhin von Professoren der Chirurgie zu lehren sei,<ref>Carl Hans Sasse: Geschichte der Augenheilkunde in kurzer Zusammenfassung mit mehreren Abbildungen und einer Geschichtstabelle (= Bücherei des Augenarztes. Heft 18). Ferdinand Enke, Stuttgart 1947, S. 42 f.</ref> hat neben Albrecht von Graefe und vor der Erfindung des Augenspiegels durch Hermann Helmholtz einen außerordentlichen Ruf als Augenarzt gehabt und begründete als einer der ersten die wissenschaftliche Pflege der Augenheilkunde; durch die seitdem geschehene Umgestaltung derselben sind freilich die meisten der von ihm vertretenen Lehren wesentlich verändert worden.
Schriften (Auswahl)
- Das Coreoneion. Ein Beitrag zur künstlichen Pupillenbildung. Leipzig 1818.
- Die Lehre von den Augenoperationen. Ein Handbuch für angehende Aerzte und Wundärzte. A. Förstner’sche Verlagsbuchhandlung, Berlin 1829.
- Die Lehre von den Augenkrankheiten. Ein Handbuch zum Gebrauche bei Vorlesungen und zum Selbstunterrichte für angehende Aerzte. A. Förstner’sche Verlagsbuchhandlung, Berlin 1832; 2. Auflage ebenda 1836.
- Ueber die Augenkrankheit, welche in der Belgischen Armee herrscht. Berlin 1834.
- Ueber die Anwendung des Chloroforms bei Augenoperationen. Berlin 1850.
- Die Augendiätetik oder die Kunst, das Sehvermögen zu erhalten und zu verbessern. Berlin 1870.
Literatur
- Johann Christian Jüngken. In: Illustrirte Zeitung. Band 48, 1867, S. 369.
- Ernst Gurlt: Jüngken, Johann Christian. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 14, Duncker & Humblot, Leipzig 1881, S. 727–732.
- Heinz Röhrich: Jüngken, Johann Christian. In: Neue Deutsche Biographie. (NDB). Band 10. Duncker & Humblot, Berlin 1974, ISBN 3-428-00191-5, S. Vorlage:VonBis (deutsche-biographie.de).
Weblinks
- Jüngken, Johann Christian. Hessische Biografie. (Stand: 11. August 2025). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Einzelnachweise
<references />
Vorlage:Klappleiste/Anfang Johann Nepomuk Rust (1816) | Johann Christian Jüngken (1834) | Heinrich Adolf von Bardeleben (1868) | Franz König (1895) | Otto Hildebrand (1904) | Ferdinand Sauerbruch (1928) | Max Madlener (1949/50, kommissarisch) | Willi Felix (1950) | Hans Joachim Serfling (1962–1978) | Helmut Wolff (1978–1993) Vorlage:Klappleiste/Ende
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Jüngken, Johann Christian |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Ophthalmologe/Chirurg und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 12. Juni 1793 |
| GEBURTSORT | Burg (bei Magdeburg) |
| STERBEDATUM | 9. September 1875 |
| STERBEORT | Hannover |
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