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Johann Baptist Stahl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Portrait Jean-Baptiste-Stahl Mettlach 1924.jpg
Johann Baptist Stahl, 1924

Johann Baptist Stahl ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); * 20. Juni 1869 in Oberbetschdorf; † 31. Januar 1932 in Keuchingen) war ein elsässischer Porzellanbildhauer und Erfinder des Phanolith.

Leben

Stahl war Sohn des Louis Stahl (* 1843) und Anna Maria Braun (* 1841).<ref name="Stahl_Steinmarks">Branko Stahl: Jean-Baptiste Stahl (Johann Baptist Stahl). Steinmarks.co.uk, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 10. Mai 2021; abgerufen am 21. März 2024.</ref> Er war ab 1896 mit Angela Bausch verheiratet.<ref name="Kerkhoff-HaderMeisen1982">Michael Schmitter: Töpferhandwerk. Hrsg.: Bärbel Kerkhoff-Hader, Karl Meisen (= Rheinisches Jahrbuch für Volkskunde. Band 24). F. Dümmler, Bonn 1982, ISBN 3-427-88251-9, Die Elsässischen Steinzeugtöpfer (online [abgerufen am 9. Februar 2012]).</ref> Stahl wuchs in der traditionellen elsässischen Töpferei der Familie auf. Seine Studien der Keramik und Bildhauerei führten ihn ins nahe gelegene Straßburg und nach Höhr-Grenzhausen. Mit seinen feinen Porzellanreliefs errang er einen Grand Prix auf der Weltausstellung 1900 in Paris.<ref>Anton Seder, Friedrich Leitschuh: Elsass-Lothringische Privatsammlungen (Sammlung Spetz-Isenheim). In: Das Kunstgewerbe in Elsass-Lothringen. Nr. 1. Ludolf Beust, Verlagsbuchhandlung, Strassburg i. Els 1901, S. 43–44, 109, 111–112, 124, 131, 140 (online).</ref> Johann Baptist Stahl schuf sein Werk als Beschäftigter der Steingut- und Porzellanfabrik Villeroy & Boch in Mettlach. Er leitete dort die Zeichenschule und war Leiter der Werkstatt der Modelleure. Sein Sohn Hans (* 22. November 1898; † 13. Januar 1978) folgte ihm in dieser Position nach.

Werk

Stahl schuf ein umfangreiches Werk keramischer Reliefkunst von etwa 300 Objekten. Ausgehend von ländlichen Themen und Darstellungen der griechischen Mythologie entwickelten sich seine Arbeiten zu eigenen Schöpfungen des Jugendstils. Seine weißen, transluzenten Figurenreliefs lassen den blauen oder grünlichen Porzellanuntergrund durchscheinen. Um die dreidimensionale Illusion zu verstärken, moduliert er diese Transparenz und erreicht hierdurch malerische Tiefenwirkung. Dunklere Bereiche des Reliefbildes erwecken den Eindruck von Schatten und eines in die Tiefe gehenden Hintergrunds. Andere Bereiche des Reliefs erscheinen in einem strahlenden Weiß, als ob die Szene von einem Licht beschienen würde. Diese einzigartige Verschmelzung von plastischem Reliefbild und malerisch-durchscheinendem Hintergrundbild erhielt die Bezeichnung Phanolith, durchscheinender Stein.<ref>Branko Stahl, Chris Wheeler: Jean-Baptiste Stahl. In: CeramicsTECHNICAL. Nr. 35. Ceramic Art, Sheridan, Wyoming, USA 2012, S. 102–106.</ref>

Johann Baptist Stahl erreicht hierin Meisterschaft als Porzellankünstler im sogenannten Pâte-sur-Pâte-Stil.<ref name="Stahl_Steinmarks" /> Präzise Bleistift- und Tuschezeichnungen dienten Johann Baptist Stahl als Vorbereitung zu seinen Porzellanarbeiten. Von einigen seiner Objekte existieren kolorierte Werkstattsreinzeichnungen.<ref>Jean-Baptiste Stahl – modeller – inventor and designer of the phanolith. Kuuunst.de, abgerufen am 9. Februar 2012.</ref> Sie wurden Ende des Zweiten Weltkrieges von seinem Enkel Erich Stahl (* 24. März 1931; † 10. Februar 2018) aus dem Schutt des Fabrikgebäudes von Villeroy & Boch gesichert.

Datei:KeuchingenWohnhausStahl.jpg
Sein ehemaliges Wohnhaus in Mettlach-Keuchingen mit vom Künstler selbst entworfenen und signierten Reliefplatten

Rezeption

Am 10. November 2019 wurde eine Folge der Sendung Lieb & Teuer des NDR ausgestrahlt, die von Janin Ullmann moderiert und im Schloss Reinbek gedreht wurde. Darin wurde mit dem Kunsthistoriker Wilhelm Hornbostel ein Wandbild aus Phanolith besprochen, das einen Mädchenkopf zeigt, von Johann Baptist Stahl entworfen wurde und in der Manufaktur Villeroy und Boch in Mettlach um 1900 entstand.<ref>Video Wandbild "Mädchenkopf" auf ndr.de</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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