Joe Willenpart
Johannes „Joe“ Willenpart (* 4. Juli 1953 in Scheibbs, Niederösterreich<ref>Amtsblatt LG St. Pölten, 22. November 2012, www.wienerzeitung.at am 10. Januar 2013, abgerufen am 19. März 2015.</ref>; † 6. März 2015<ref>Siegfried Herrmann: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Newsletter Lotus Historic Register Germany ( vom 3. April 2015 im Internet Archive) auf hockenheim-historic.de (abgerufen am 23. März 2015).</ref>) war ein österreichisch-amerikanischer Unternehmer und Besitzer einer großen Sammlung von Oldtimern und Formel-1- und Formel-2-Wagen, darunter die weltweit größte Sammlung an originalen Rennwagen von Jochen Rindt.
Beruflicher Werdegang
Joe Willenpart ging 1976 nach Maryland<ref name="hz">Helmut Zwickl: Ennstal Classic gedenkt Jochen Rindt. Autosport.at, 2005, abgerufen am 29. Juli 2009.</ref>, wo er 1981 die Sicherheitstechnikfirma Austronic Security Systems gründete, die kurzzeitig verkauft und 2000 als Vintage Security neugegründet wurde. Die Geschäftsbereiche umfassen unter anderem Zugangskontrolle, Videoüberwachung, Alarmanlagen, Brandalarmanlagen etc.<ref>TaNoah Morgan, Sun Staff: Willenpart comes back to home security. Vintage Garage.at, 2002, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. April 2014; abgerufen am 29. Juli 2009.</ref><ref>Vintage Security: About Us. VintageSecurity.com, 2005, abgerufen am 29. Juli 2009.</ref>
Willenpart lebte mit seiner Familie wieder in Scheibbs bzw. Melk und pendelte beruflich regelmäßig in die USA.
Sammlung
Willenparts Vater war Autohändler und besaß eine Autowerkstatt in Scheibbs. Joe Willenpart wollte selbst Rennfahrer werden, doch war ihm das finanziell verhindert. Nach dem großen finanziellen Erfolg als Unternehmer wurde er leidenschaftlicher Sammler von Oldtimern und Rennwagen, darunter drei originale Formel-1- und Formel-2-Fahrzeuge von Jochen Rindt, Lotus 49B/C R6, Lotus 72/1, Lotus 69/4 Formel 2 aus dem Team Lotus, einen Williams FW08C/09 von Keke Rosberg, einen Porsche 356C/SC Calif. Blackplate, ein Rolls-Royce Silver Ghost, Baujahr 1914, sowie den berühmten Renntransporter, den Lotus 1967 auf dem Chassis eines Londoner Doppeldecker-Busses bauen ließ.<ref name="hz" />
Die drei Ex-Rindt-Autos aus Joe Willenparts Fuhrpark spielen in Hubert Lepkas Jochen-Rindt-Oper wichtige Rollen.<ref>Konnie Aistleitner: Multimedia-Oper in der Boxengasse. (PDF; 1,9 MB) SVZ Kultur, 10. Juli 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 6. Dezember 2018; abgerufen am 30. Juli 2009.</ref> Willenpart fuhr seine Sammlerstücke bei historischen Rennen wie dem Histo Cup, Loser Bergtrophy, der Ennstal-Classic oder der Wachau–Classic, wo sie immer für großes Medien-Interesse sorgen.<ref>Interview mit Helmut Zwickl (abgerufen am 30. Juli 2009)</ref><ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wachau Classic ( vom 25. März 2010 im Internet Archive)(abgerufen am 30. Juli 2009)</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Classic Rallye Wien-Triest ( vom 20. November 2008 im Internet Archive) (abgerufen am 30. Juli 2009)</ref> Seine „Heimstrecke“ war der Wachauring bei Melk. 2007 bis 2008 war im Stadtmuseum Graz die Ausstellung Jochen-Rindt Memorial zu sehen. In der dazu erschienenen DVD Jochen Rindt – unforgettable kamen Wissenschaftler und Wegbegleiter zu Wort, darunter auch Joe Willenpart.<ref>Stadtmuseum Graz (abgerufen am 30. Juli 2009)</ref>
Jochen Rindt Lotus 49B/C
Graham Hill wurde mit dem 1968 gebauten Lotus 49 mit Chassisnummer 6 in diesem Jahr Weltmeister und gewann damit den letzten Lauf in Mexico. Im Jahr darauf, 1969, hatte Hill mit der Nummer 6 auf dem Circuit de Montjuïc in Barcelona den bekannten Unfall, weil der hoch über dem Heck liegende Flügel gebrochen war. Das Auto war zunächst nicht sehr stark beschädigt, doch dem nachkommenden Jochen Rindt brach kurz darauf ebenfalls der Heckflügel und er kollidierte mit dem Hill-Wagen. Für Hill baute Lotus ein neues Auto und für Rindt wurde Hills Chassis repariert. Rindt gewann am 5. Oktober 1969 mit diesem Wagen in Watkins Glen seinen ersten Grand Prix, 1970 gewann er damit in Monaco.
Das Auto stand ursprünglich im Beaulieu-Museum. 1980 wurde es gegen einen Ferrari eingetauscht und kam zu Jack Sutton nach Paris, der eine große Ferrari-Sammlung besitzt. Sutton verkaufte einige Autos, darunter den Lotus, und Bruce McCawl erwarb ihn für seine Sammlung in Seattle, restaurierte ihn aber nie. Willenpart erwarb das Auto 2003, seit Herbst 2004 wurde der Wagen bei Hall & Hall in England völlig neu aufgebaut.<ref name="hz" />
Jochen Rindt Lotus 69/4 Formel 2
1970 fuhr Jochen Rindt auch in der Formel 2 einen Lotus, einen Lotus 69/4, mit dem er im April 1970 in Thruxton einen Hattrick erzielte.<ref name="hz" /> In diesem Wagen fuhr Jochen Rindt sein letztes Rennen, in Österreich am Salzburgring, einen Formel-2-Lauf.
Jochen Rindt Lotus 72/1
Mit diesem Lotus 72/1 fuhr Rindt Testfahrten, mit dem Lotus 72/2 jedoch gewann Jochen Rindt in Zandvoort, Clermont-Ferrand, Brands Hatch und Hockenheim vier Grandes Prix in ununterbrochener Reihenfolge.<ref>Klaus Ewald: Jochen Lives. ResearchRacing.de, 2000, abgerufen am 29. Juli 2009.</ref> Mit diesem Wagen hatte Rindt seinen tödlichen Unfall im Abschlusstraining für den Grand Prix in Monza am 5. September 1970.
HMS Hethel Lotus Renntransporter (1967)
Lotus ließ 1967 auf dem Chassis eines Londoner Doppeldecker-Busses einen Renntransporter bauen, der Bus wurde in den Gold Leaf-Team Lotus Farben komplett restauriert. Dieser Bus diente auch als Umkleideraum für Jim Clark, Graham Hill, Jochen Rindt und Emerson Fittipaldi, Motorhomes gab es damals noch keine.<ref name="hz" />
Keke Rosberg Williams FW08C/09
Rosberg gewann 1982 die Formel-1-Weltmeisterschaft, daher trägt dieses Auto aus dem Jahr 1983 die Startnummer 1. Am 19. Juli 1983 fuhr Ayrton Senna in Donington zum ersten Mal einen Formel-1-Rennwagen, es war dieser Williams. Innerhalb von fünf Runden stellte er die Bestzeit des Williams-Testpiloten Jonathan Palmer ein, letztlich war er um zwei Sekunden schneller als Palmer. Trotzdem entschied sich Senna dazu, bei Toleman seine Formel-1-Karriere zu starten.<ref name="hz" />
Rolls-Royce Silver Ghost Baujahr 1914
Modell der Reihe „Alpine Eagles“, offiziell „Continental models“, der Serie YB, Chassisnummer 43YB. Dieses Auto wurde zu Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts von Rolls-Royce für die Österreichische Alpenfahrt entwickelt und am Katschberg getestet.<ref>Prova: Ennstal-Classic 2003: 155 Autos, 52 Marken, 14 Nationen. Prova.de, 2009, abgerufen am 2. August 2009.</ref>
Ausstellungen
- 2007–2008 Jochen-Rindt Memorial, Leihgabe der Jochen-Rindt Fahrzeuge, Stadtmuseum Graz
- 2009 Jochen-Rindt Oper, Opernausstattung, Salzburgring, Salzburg<ref>Jochen-Rindt-Oper begeistert Zuseher. In: orf.at. 31. Juli 2009, abgerufen am 21. November 2022.</ref>
DVD-Editionen
- 2007 „JOCHEN RINDT – UNFORGETTABLE!“, DVD zur Ausstellung Jochen-Rindt Memorial im Stadtmuseum Graz
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Willenpart, Joe |
| ALTERNATIVNAMEN | Willenpart, Johannes |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Unternehmer |
| GEBURTSDATUM | 4. Juli 1953 |
| GEBURTSORT | Scheibbs |
| STERBEDATUM | 6. März 2015 |