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Joachim von Braun (Agrarwissenschaftler)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Joachim von Braun.jpg
Joachim von Braun (2019)

Joachim von Braun (* 10. Juli 1950 in Brakel, Westfalen) ist ein deutscher Agrarwissenschaftler und gegenwärtig Direktor einer Abteilung des Zentrums für Entwicklungsforschung an der Universität Bonn sowie Präsident der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften. Zuvor war er Generaldirektor des International Food Policy Research Institute in Washington.

Leben

Joachim von Braun stammt aus der schlesischen Adelsfamilie von Braun und studierte von 1970 bis 1975 Agrarwissenschaften an der Universität Bonn. 1978 wurde er mit einer Arbeit über landwirtschaftliche Arbeitsmärkte an der Universität Göttingen promoviert und habilitierte sich dort in Agrarökonomie über Ernährungssicherung in Entwicklungsländern.

Nach mehreren Forschungsaufenthalten in Afrika, Russland und China wurde er 1997 zum Gründungsdirektor des Zentrums für Entwicklungsforschung (ZEF) an die Universität Bonn berufen. 2002 wurde er Leiter des International Food Policy Research Institute (IFPRI) in Washington, einer der führenden Forschungseinrichtungen im Bereich der Welternährungspolitik.

Im Jahr 2009 kehrte von Braun als Direktor zum Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF) an die Universität Bonn zurück und übernahm die Professur für wirtschaftlichen und technologischen Wandel.<ref name=":0">Leopoldina: Mitgliederverzeichnis | Expertensuche: Prof. Dr. Joachim von Braun. Abgerufen am 15. Juni 2021.</ref> Seit 2019 ist er außerdem als Ko-Sprecher und Co-Koordinator des Transdisziplinären Forschungsbereichs „Innovation und Technologie für eine nachhaltige Zukunft“ in der Exzellenz-Initiative dieser Universität tätig.<ref name=":1">Zentrum für Entwicklungsforschung (ZEF): CURRICULUM VITAE Joachim von Braun. (PDF) Abgerufen am 15. Juni 2021.</ref>

Von Braun ist seit 2012 Vizepräsident der Welthungerhilfe.<ref>Präsidium, abgerufen am 8. Februar 2017.</ref>

Neben zahlreichen Situationsberichten zur Lage der Welternährungslage gehören zu seinen bekannten Arbeiten Studien zur Ernährungssicherung und zur Ökonomie von Hungersnöten, Arbeiten zum technischen Fortschritt, zur Agrarhandelspolitik, zu ländlichen Finanzsystemen und zur Umweltpolitik. Bei weltpolitisch bedeutenden Veranstaltungen wirkte von Braun als Sprecher, so bei der Rio-Konferenz 1992, den Welternährungsgipfeln 1996 und 2002 sowie 2007 auf dem „World Food Forum“ der Consultative Group on International Agricultural Research (CGIAR) in Peking. 2020 wurde er von der UN zum Vorsitzenden der wissenschaftlichen Beratungsgruppe (Scientific Group) für den UN-Food Systems Summit 2021 ernannt.<ref>United Nations: The Science behind the Summit. Abgerufen am 15. Juni 2021 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Mitgliedschaften und Funktionen (Auswahl)

  • Mitglied der Internationalen Agrarökonomen-Vereinigung (IAAE) und von 2000 bis 2003 deren Präsident
  • Mitglied im Editorial Board, Food Security Journal seit 2009<ref name=":0" />
  • Research Fellow am Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) seit 2010<ref name=":0" />
  • Mitglied im Academic Advisory Board, Joint Programming Initiative on Agriculture, Food Security and Climate Change Research, Europäische Union von 2010 bis 2013<ref name=":0" />
  • Mitglied der Advisory Group for Global Agricultural Development Initiative, Chicago Council on Global Affairs, USA von 2010 bis 2013<ref name=":0" />
  • Mitglied im Bioökonomierat der Bundesregierung seit 2010 und von 2012 bis 2019 einer der beiden Vorsitzenden<ref>Doppelspitze für den neuen Bioökonomierat Pressemitteilung des BMBF, abgerufen am 11. November 2012.</ref><ref name=":1" />
  • Mitglied der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech) seit 2011
  • Board Mitglied der Global Alliance for Improved Nutrition (GAIN) seit 2012 und von 2013 bis 2018 Vize-Vorsitzender<ref name=":1" />
  • Board-Mitglied der Alliance for a Green Revolution in Africa (AGRA) seit 2015<ref name=":0" />
  • Mitglied des HighTech Forum der Bundesregierung, berufen durch die Bundesministerin für Bildung und Wissenschaft, von 2016 bis 2017<ref name=":1" />
  • Mitglied des Lenkungskreises, Wissenschaftsplattform Nachhaltigkeit 2030, seit 2017<ref name=":1" />
  • Ko-Vorsitzender des Malabo Montpellier Panels on African Food, Nutrition, Agriculture seit 2017<ref name=":0" />
  • Mitglied im Kuratorium der Robert Bosch Stiftung seit 2017<ref name=":0" />
  • Mitglied des International Advisory Board, Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT) Bremen, seit 2019<ref name=":1" />
  • Mitglied des Executive Board, Global Crop Diversity Trust (Crop Trust), seit 2020<ref name=":1" />
  • Mitglied des Academic Advisory Committee der Academy of Global Food Economics and Policy (AGFEP), China Agricultural University, seit 2020<ref name=":1" />
  • Mitglied des internationalen Beirats der chinesischen Akademie der Agrarwissenschaften (CAAS)

Ehrungen

Weblinks

Einzelnachweise

<references/>

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