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Jazz Workshop (Label)

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Jazz Workshop war einerseits ein US-amerikanisches Plattenlabel von Charles Mingus, das mit einer Unterbrechung von 1957 bis Mitte der 1960er Jahre bestand. Mingus benutzte den Begriff andererseits auch für zahlreiche eigene Bandprojekte.<ref>Vgl. Brian Priestley: Mingus. A Critical Biography. London: Paladin 1985, ISBN 0-586-08478-9, S. 65, 91ff., 122, 150</ref> Weiterhin heißt der noch bestehende Verlag, in dem Mingus seine Kompositionen veröffentlichte, Jazz Workshop Inc.,<ref>Vgl. Brian Priestley: Mingus. A Critical Biography. London: Paladin 1985, ISBN 0-586-08478-9, S. 131</ref> der heute von Sue Graham Mingus betrieben wird.<ref>Vgl. Webpräsenz von Sue Graham Mingus; durch dieses Unternehmen werden auch die Mingus Big Band, das Mingus Orchestra und die Mingus Dynasty gemanagt.</ref>,

Datei:Charlie Parker, Tommy Potter, Miles Davis, Duke Jordan, Max Roach (Gottlieb 06851).jpg
Charlie Parker, Tommy Potter, Miles Davis, Duke Jordan, Max Roach ca. 1947. Foto Gottlieb.

Das Label Jazz Workshop wurde von Mingus 1957 gegründet, ausgehend von der vorangegangenen Verwendung von Jazz Workshop als Bezeichnung seiner verschiedenen Bandprojekte, beginnend mit dem Jazz Composers Workshop um 1955. Es erschienen auf dem Label zunächst nur zwei Wiederveröffentlichungen von Livemitschnitten Charlie Parkers von 1948 und 1950, die zum Teil auch schon Mitte der 1950er Jahre auf dem dänischen Label Debut Records erschienen waren. 1964 wurde das Unternehmen von Mingus wiedererweckt, nachdem er seinen Kontrakt mit Impulse! Records beendet hatte.<ref>Das Jazz Workshop-Label bei Discogs</ref>

Mingus wollte das Jazz Workshop-Konzept zu dieser Zeit zu einer offenen Schule ausweiten, die (Jazz-)Musik, Kunst und Tanz miteinbeziehen sollte, was jedoch schon früh an finanziellen und organisatorischen Problemen scheiterte. Das gleichnamige Label – organisiert als Mail-Order-Unternehmen mit eigenem Postfach<ref>Hi fi/stereo review, Volume 14 (1965)</ref> – beanspruchte das erste Plattenunternehmen in den USA sein, das einen Schritt zu mehr Gerechtigkeit für die Musiker machte, so Mingus in seiner Ankündigung. Doch das Plattenlabel war nur sehr kurzlebig; bereits Mitte der 1960er Jahre hatte Mingus den Katalog des vorangegangenen Unternehmens Debut Records an Saul Zaentz’ Label Fantasy Records verkauft; dieser übernahm 1968 auch die wenigen Produktionen des Jazz Workshop-Labels.<ref>Scott Saul: Freedom is, freedom ain't: jazz and the making of the sixties</ref><ref>Mingus Diskographie</ref>

Diskographische Hinweise

Einzelnachweise

<references/>