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Jay Gard

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Jay Gard (* 1984 in Halle (Saale)) ist ein deutscher Künstler. Er lebt und arbeitet in Berlin.

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Jay Gard in seinem Studio, Berlin 2019

Leben

Aufgewachsen in Karl-Marx-Stadt (heute: Chemnitz) erlebte Jay Gard seine frühe Kindheit in den ausgehenden Jahren der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Seine Mutter war Textilgestalterin, sein Vater Motorraddesigner. Gard studierte zunächst Malerei und Grafik an der Hochschule für Kunst und Design (Burg Giebichenstein) in Halle/Saale. Von 2006 bis 2008 arbeitete er in New York im Studio des US-amerikanischen Künstlers Tom Sachs sowie anschließend in Berlin für Thomas Demand. 2008 setzte er sein Studium an der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in der Klasse für Installation und Raum bei Joachim Blank fort. 2010 gründete er das Label „VEGA-Leipzig“, für das er verschiedene Design-Objekte entwarf und realisierte. Seit 2012 lebt und arbeitet Gard in Berlin. Dort ko-kuratiert er seit 2022 den Projektraum BcmA. Berlin.<ref>Berlin con mucho arte (BcmArte) About us. In: arts project space. Abgerufen am 7. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Paolo Bianchi, Frédéric Bußmann, Marthe Krüger and Simone Müller (szim): Jay Gard - Form & Farbe. Lubok, Leipzig 2019, ISBN 978-3-945111-52-9, S. 216.</ref>

Datei:Jay Gard, Deffke Billboard, Signale der Moderne, Bauhaus Dessau, 2016.jpg
Jay Gard, Deffke Billboard, Signale der Moderne, Bauhaus Dessau, 2016
Datei:Jay Gard, Touristic Hint, Nah und Fern, Skulpturen-Triennale Bingen, 2017.jpg
Jay Gard, Touristic Hint, Nah und Fern, Skulpturen-Triennale Bingen, 2017
Datei:Jay Gard, SMALL (Installationsansicht), Galerie Sexauer, Berlin, 2017.jpg
Jay Gard, Berliner Leiste im Rahmen von SMALL (Installationsansicht), Galerie Sexauer, Berlin, 2017

Werk

Gard untersucht Form und Ornament als Grundelemente visueller Kultur. Aus Details der gebauten Umwelt, etwa Profilen von Leisten, Stuckmotiven oder dem f-förmigen Schallloch eines Streichinstruments, entwickelt er eigenständige Skulpturen durch Vergrößerung, Freistellung und Rekombination. Seine Arbeiten verbinden konstruktive Raster und industriell gefertigte Träger mit gestisch wirkenden Linien und farbtheoretischen Setzungen; wiederkehrend ist die Analyse historischer Vorlagen bis in die Farbpaletten, etwa bei Sanssouci. Seit den 2020er Jahren verschiebt sich der anfänglich geometrische Zugriff zu offeneren, barock anmutenden Schwüngen. Häufige Werkstoffe sind Aluminium, Sperrholz und Keramik; die Materialien werden zügig verarbeitet, Schweißnähte, Verschraubungen, Schnittkanten und Farbspritzer bleiben sichtbar und prägen die Erscheinung der Werke. Trotz der designnahen Präzision zeigen die Arbeiten ihre Herstellung und machen die Hand des Autors lesbar.<ref>Unikat XVII. In: PArt Foundation. Abgerufen am 7. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Seine Arbeiten wurden unter anderem im Haus am Lützowplatz in Berlin (2020)<ref>Ausstellung im IG Metall Haus : Haus am Lützowplatz. Abgerufen am 7. Oktober 2025.</ref>, im Jonas Mekas Visual Arts Center in Vilnius (2017) und im Museum Gunzenhauser in Chemnitz (2019)<ref>Jay Gard. Gabriele. In: Kunstsammlungen Chemnitz. Abgerufen am 7. Oktober 2025.</ref> präsentiert. Mit der Skulptur Sanssouci realisierte er 2023 ein fünf Meter hohes Werk für den Vorplatz der Investitionsbank des Landes Brandenburg<ref>Kalkulierter Kontrast: Neue Skulptur auf dem ILB-Vorplatz in Potsdam. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 7. Oktober 2025]).</ref>. Im Rahmen der Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 entstand die monumentale Arbeit Plywood.<ref>Chemnitz 2025: Jay Gard: Plywood. Abgerufen am 7. Oktober 2025.</ref> Im selben Jahr präsentierte er die großformatige Skulptur Baroque Schnörkel im Pilane Skulpturenpark auf der schwedischen Insel Tjörn.<ref>Jay Gard - Skulptur i Pilane 2025. Abgerufen am 7. Oktober 2025.</ref>

Datei:Jay Gard, Farbkreis, 2018.jpg
Jay Gard, Farbkreis Cecily (Cecily Brown, Bend Sinister), 2018

Einzelausstellungen (Auswahl)

Gruppenausstellungen (Auswahl)

  • 2025: Pilane Skulpturenpark, Schweden, SE
  • 2025: Schlossgut Schwante Skulpturenpark, Oberkrämer, DE
  • 2025: Hofskulptur, Galerie Kornfeld, Berlin, DE
  • 2024 Purple Path Skulpturenpark, Chemnitz-Olbernhau, DE
  • 2024 Spektrale Skulpturenpark, TU-Wildau, DE
  • 2024 Intersections, AishoNanzuka, Hongkong, HKG
  • 2023 Body Language, Galerie Kornfeld, Berlin, DE
  • 2023 Curator’s Choice II, FS.ART, Berlin, DE
  • 2022 New Positions, Gether Contemporary, Copenhagen, DK
  • 2021 Gods and Monsters, Kunstverein Montez, Frankfurt, DE
  • 2020 Skulpturenpark, Schlossgut Schwante”, Oberkrämer, DE
  • 2019 Habitat, JGM Gallery, London, United Kingdom, GB
  • 2019 Sculpture Garden, Galerie Lisa Kandelhofer, Vienna, Austria, AT
  • 2019 Museumseröffnung, Bauhaus Museum, Dessau, DE
  • 2018: Ein Turm der Unmoeglichkeiten, König Galerie, Berlin, DE
  • 2018: Melting Point, Kunst und Denker, Düsseldorf, DE
  • 2017: Nah und Fern, Skulpturen Triennale Bingen, Bingen am Rhein, DE
  • 2017: SMALL – an exploration of miniature, Sexauer, Berlin, DE
  • 2016: Signale der Moderne, Stiftung Bauhaus Dessau, Dessau, DE
  • 2015: Spring Exhibition, Museum Charlottenborg, Kopenhagen, DK
  • 2014: Booster – Kunst Sound Maschine, Museum Marta Herford, Herford, Herford, DE
  • 2012: Neuzugänge zeitgenössischer Kunst im Kunstfonds, Vertretung des Freistaates Sachsen beim Bund, Berlin, DE
  • 2010: Pavillon X, Galerie Jakopice, Ljubljana, SLO
  • 2009: Décohérence, Sortie d‘Artistes, Rennes, FR
  • 2008: Wore, Jack The Pelican Presents, New York, US

Weblinks

Commons: Jay Gard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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