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Jaskulin

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Vorlage:Infobox Ort in Polen Jaskulin (deutsch Möhnersdorf) ist ein Ort in der Landgemeinde Dobromierz im Powiat Świdnicki der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen.

Lage

Jaskulin liegt etwa vier Kilometer südöstlich von Dobromierz (Hohenfriedberg), 13 Kilometer westlich von Świdnica (Schweidnitz) und 61 Kilometer südwestlich von Breslau an der Staatsstraße DK 34, die die Städte Dobromierz und Świebodzice (Freiburg in Schlesien) verbindet.

Geschichte

1369 ist der Ort ersterwähnt,<ref>J. G. Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Übersicht der Dörfer, Flecken und Städte und andern Orte der Königl. Preuß. Prov. Schlesien. 2. Auflage, Graß, Barth und Comp., Breslau 1845, S. 407.</ref> u. a. als Meynhartsdorff.<ref>Vereine für Geschichte und Alterthum Schlesiens (Hrsg.): Codex diplomaticus Silesiae. Band 13 (Theil II/Münzgeschichte und Beschreibung), Josef Max & Comp., Breslau 1888, S. 195.</ref> Am 24. August 1408 findet die Ortschaft eine Erwähnung<ref>C. Grünhagen, H. Markgraf: Lehns- und Besitzurkunden Schlesiens und seiner einzelnen Fürstenthümer im Mittelalter, Band I, In: Publicationen aus den K. Preußischen Staatsarchiven, Band 7, S. Hirzel, Leipzig 1881, S. 526 f.</ref> in einer alten Lehensurkunde im Zusammenhang des Verkaufs des Zeiskenschlosses nebst Zubehör an Zander von Grunau. Im Dorf entwickelte sich später ein Rittergut, vormals als gutsherrliches Vorwerk geführt, welches lange als eigenständiger Ort in Form eines Gutsbezirkes bestand. Möhnersdorf gehörte ab etwa 1741 zum Kreis Bolkenhain, bis 1818 Bolkenhain-Landeshut genannt.

Von 1850 bis 1854 lebte Friedrich Wilhelm Brendel im Ort, als Lehrer. Er war ebenso als Literat tätig und veröffentlichte Bücher.<ref>Brendel, Friedrich Wilhelm, geb. am 21. Febr. 1825. 1850 ständiger Lehrer zu Möhnersdorf., In: Franz Brümmer: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Band 1, 6. Auflage, Leipzig 1913, S. 315. In: Deutsches Textarchiv.</ref> 1857 war Oberamtmann Strach Gutsbesitzer.<ref>Karl Friedrich Rauer (Hrsg.): Hand-Matrikel der in sämmtlichen Kreisen des Preussischen Staats auf Kreis- und Landtagen vertretenen Rittergüter 1857, Selbstverlag, Berlin 1857, S. 232.</ref> 1862 war Strach als Oberleutnant und Gutsherr genannt und sogleich Schiedsmann.<ref>Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Liegnitz. №. 26. 1862. Druck W. Pfingsten (E. v. Scheibner), Liegnitz, den 28. Juni 1862, S. 179.</ref> Ende des 19. Jahrhunderts war Paul Schabe örtlicher Gutsbesitzer.<ref>Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Liegnitz. Nr. 20. 1883. Druck. Wilh. Berens, Liegnitz, den 19. Mai 1883, S. 119.</ref> Dann folgten seine Erben.

1900 lebten im Ort 107 Menschen und im Gutsbezirk 74 Personen.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref> Nach einem Kommunalgesetz vom 27. Dezember 1927 wurde ab 1928/1929 in Preußen die bis dorthin juristisch eigenständigen Gutsbezirke in die Landgemeinden eingegliedert. An den fiskalischen, kirchlichen und privaten Besitzverhältnissen änderte sich dadurch nichts.

Letzter Gutsbesitzer, bereits vor 1936, war der Diplomat Baron Gisbert von Romberg, verheiratet mit Gabriele Berta Agnes von Diergardt (1878–1924). Der Baron (Freiherr) war gemeinsam mit seiner Tochter Imma Freiin von Romberg (1909–1941) und den beiden Adoptivkindern<ref>Kinder d. Agnes von Klitzing u. d. kais. dt. Kapitänleutnant Daniel Frhr. von Diergardt-Roland (Verstorben 18.2.1911 in Assuan, Ägypten), In: GHdA Adelige Häuser A (Uradel) 1955, Band II, C. A. Starke, Glücksburg (Ostsee) 1955, S. 214 f.</ref> Gisbert L. F. D. von Klitzing Freiherr von Romberg (1911–1941)<ref>Verheiratet s. 28.7.1940 Quadenschönfeld mit Elisabeth (Lilian) Gräfin Bernstorff, Tochter d. Ella Gräfin-Hamilton u. d. Arthur Graf Bernstorff, Oberst a. D. Herr auf Quadenschönfeld. In: GHdA Gräfliche Häuser A (Uradel) 1952, Band I, C. A. Starke, Glücksburg (Ostsee) 1952, S. 40 f.</ref> und Vera M. B. von Klitzing Freiin von Romberg (1913–1944)<ref>Hans Friedrich von Ehrenkrook, Carola von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen Thiedicke von Flotow, Walter von Hueck, Johann Georg von Rappard, Hans-Jürgen von Witzendorff et al.: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser / A (Uradel/vor 1400 nobilitiert) 1959. Band III, Band 21 der Gesamtreihe GHdA (1951 bis 2014), Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg/Lahn 1959, S. 398–404.</ref> Gutseigentümer. Das Rittergut beinhaltete 1937 etwa 379 ha, davon waren 93 ha Acker und 111 ha Forsten. Den Gutsbetrieb leiteten Förster Heinrich und Gärtner Müller.<ref>Schlesisches Güter-Adreßbuch (1937). Verzeichnis sämtlicher Rittergüter sowie der größeren Landgüter der Provinzen Nieder- und Oberschlesien. 15. Ausgabe, Wilh. Gottl. Korn, Breslau 1937, S. 460 f. Reprint, BoD Norderstedt, Klaus D. Becker, Potsdam 2020. ISBN 978-3-88372-244-3.</ref>

Datei:Jaskulin, palác V.jpg
Gutsschloss Möhnersdorf/Jaskulin. Zustand am 6. Juli 2019.

Bis 1945 war Möhnersdorf ein Ort im Landkreis Jauer des Regierungsbezirks Breslau in der preußischen Provinz Niederschlesien. 1945 fiel der Ort an Polen und wurde in Jaskulin umbenannt. Von 1975 bis 1998 gehörte Jaskulin zur Woiwodschaft Wałbrzych (deutsch Waldenburg).

Sehenswürdigkeiten

Literatur

Weblinks

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Einzelnachweise

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