Jin Shin Jyutsu
Die Lehre des Jin Shin Jyutsu (jap. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) vermittelt eine Kunst, die die Lebensenergie des Körpers harmonisieren kann. Dieses alte Wissen hat seine Wurzeln in der traditionellen japanischen Medizin, es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in Japan von Jirō Murai wiederentdeckt und weiterentwickelt. Durch die Atmung, Hand- und Fingerstellungen (Mudras) und die Berührung bestimmter Energiezentren des Körpers soll ein ungestörter Energiefluss wiederhergestellt werden, um körperliche und emotionale Beschwerden zu lindern. Grundlage ist die Philosophie des Ostens, in der die Stagnation der Lebensenergie Qi (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) / {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) als Ursache emotionaler Unausgeglichenheit und körperlicher Schmerzen angesehen wird.<ref name=":0" details="S. 9">Waltraud Riegger-Krause: Jin Shin Jyutsu: die Kunst der Selbstheilung durch Auflegen der Hände. Südwest Verlag, München 2005, ISBN 3-517-06820-9.</ref>
Name
Der Name stammt aus dem Japanischen und setzt sich zusammen aus den Schriftzeichen für „Mensch“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)),<ref>{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). In: Wadoku. Abgerufen am 29. Dezember 2021.</ref> „Schöpfer“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))<ref>{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). In: Wadoku. Abgerufen am 29. Dezember 2021 (Anmerkung: alleinstehend wird das Zeichen in Kun-Lesung als kami gelesen).</ref> und „Kunst“ ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value))<ref>{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). In: Wadoku. Abgerufen am 29. Dezember 2021.</ref>, die in On-Lesung als jin, shin und jutsu gelesen werden. „Jyutsu“ ist eine Nichtstandardtranskription, die die Hepburn- (jutsu) und die Nippon-/Kunrei-Umschrift (zyutsu) vermengt. Ausgesprochen wird der Name jinshinjutsu <templatestyles src="IPA/styles.css" />/ʑiɴɕiɴʑɯt͡sɯ/. Im deutschen Sprachraum wird diese Methode auch Japanisches Heilströmen genannt. Der Name Jin Shin Jyutsu® ist eine in den USA eingetragene Marke.
Geschichte
Jin Shin Jyutsu geht zurück auf den Japaner Jirō Murai (村井 次郎; geboren 1886 in Taishoomura (heute Karga City, Japan); gestorben 1960). Er war der zweitgeborene Sohn einer Ärztefamilie und studierte zunächst die Seidenraupenzucht. Aufgrund seines ausschweifenden Lebensstils wurde er mit 26 Jahren unheilbar krank und begab sich in die Einsamkeit der Berge, um dort zu sterben. Er fastete, meditierte und nahm dabei die Mudras der ihm bekannten Buddha-Statuen ein. In der Meditation erlebte er verschiedene Körper- und Bewusstseinszustände, spürte Energieströme durch seinen Körper fließen und fühlte sich schließlich nach einigen Tagen geheilt. In seinen Aufzeichnungen über die erfahrenen Ströme entdeckte er bei seinen späteren Studien einige Parallelen, aber auch Abweichungen zu den aus der Traditionellen Chinesischen Medizin bekannten Meridianen. Man erlaubte ihm, in den kaiserlichen Archiven und der Bibliothek des Tempels von Ise, dem obersten Schrein des Shintoismus, zu forschen. Dort entdeckte er das 712 v. Chr. entstandene japanische Weisheitsbuch Kojiki und es gelang ihm schließlich intuitiv, den Sinn dieser alten Schrift in Bezug auf den energetischen und physischen Körper des Menschen zu verstehen. Seine Synthese aus überliefertem Wissen und eigenen Forschungen nannte er schließlich Jin Shin Jyutsu, die Kunst des Schöpfers durch den mitfühlenden Menschen.<ref name=":0" details="S. 11-13" />
In den Westen gelangte diese Kunst durch seine Schülerin Mary Burmeister (geboren 21. Oktober 1918 in Seattle als Mary Mariko Iino; gestorben 27. Januar 2008). Sie war die Tochter japanischer Eltern und ging 1940 nach Japan, um dort Diplomatie zu studieren. Sie lernte Jirō Murai kennen, war 12 Jahre lang seine Schülerin und kehrte 1954 in die USA zurück. Sie vervollständigte ihr Wissen im Briefkontakt mit ihrem Lehrer und begann, es zunächst im familiären Umfeld zu praktizieren; später gab sie ihr Wissen erfolgreich an andere Menschen weiter.<ref name=":0" details="S. 13-15" />
Nach der Rückkehr seiner Schülerin in die USA unterrichtete Jirō Murai den Akupunktur-Studenten Haruki Kato (1928–2014). Dieser veröffentlichte nach Jirō Murais Tod in Japan ein Lehrbuch für medizinisch vorgebildete Menschen unter dem Titel Jinshinjutsu: Sōshisha murai jirō shi to sono kenkyū, Kieki ryūdō sokushinhō.<ref>Friedl Weber: Jin Shin Jyutsu: eine asiatische Heilkunst aus der Praxis für den Alltag. 3. Auflage. Selbstverlag, Bonn 2010, ISBN 978-3-9811649-1-6, S. 19–20.</ref>
Methode
Jin Shin Jyutsu beruht auf dem Modell der Lebensenergie, die in einer bestimmten Gesetzmäßigkeit den Körper durchströmt und die universelle feinstoffliche Energie mit der Energie des menschlichen Körpers verbindet. Ein weiterer Aspekt ist die Vorstellung, dass wir durch den Atem Lebensenergie aufnehmen. Der harmonische Fluss der Lebensenergie und des Atems kann durch verschiedene Faktoren (Stress, negative Gedanken, körperliche und emotionale Verletzungen, Lebensstil-Faktoren, Wettereinflüsse etc.) gestört werden. Eine Harmonisierung des Energiekreislaufs wird erreicht durch das sanfte Berühren bestimmter Punkte des Körpers (der sogenannten Sicherheits-Energieschlösser) mit den Fingern, wobei die Kenntnis des Verlaufs der verschiedenen Energieströme von Bedeutung ist.<ref name=":0" details="17–18" />
Die Methode ist für die Selbstanwendung und für die Behandlung durch entsprechend ausgebildete Personen geeignet. Auch als komplementäres Verfahren zu einer schulmedizinischen Krebstherapie kann Jin Shin Jyutsu angewandt werden und „soll zur Entspannung sowie zu mehr Wohlbefinden beitragen und die Selbstheilungskräfte stärken. Die Anwendung kann vor allem für Krebspatient*innen während der Therapie eine Hilfe sein“.<ref>„Jin Shin Jyutsu“ - Einführung in die Harmonisierungskunst aus Japan. Themenabend. In: Presseinformation Nr. 089 / 2021. Universitätskrebszentrum der Universitätsmedizin Göttingen, 2021, abgerufen am 30. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Wirksamkeit
Jin Shin Jyutsu ist eine fernöstliche Heilkunst, zu deren Wirksamkeit es im Westen bisher vor allem US-amerikanische Studien gibt.<ref>K. Searls, J. Fawcett: Effect of Jin Shin Jyutsu energy medicine treatments on women diagnosed with breast cancer. In: Journal of holistic nursing and midwifery. Band 29, Nr. 4, 2011, ISSN 2588-3720, S. 270–278, doi:10.1177/0898010111412186, PMID 21825093.</ref><ref>D. Lamke, A. Catlin, M. Mason-Chadd: "Not just a theory": the relationship between Jin Shin Jyutsu® self-care training for nurses and stress, physical health, emotional health, and caring efficacy. In: Journal of holistic nursing and midwifery. Band 32, Nr. 4, 2014, S. 278–289, doi:10.1177/0898010114531906, PMID 24771664.</ref><ref>J. Millspaugh, C. Errico, S. Mortimer, M. O. Kowalski, S. Chiu, C. Reifsnyder: Jin Shin Jyutsu® Self-Help Reduces Nurse Stress: A Randomized Controlled Study. In: Journal of holistic nursing and midwifery. Band 39, Nr. 1, 2021, S. 4–15, doi:10.1177/0898010120938922, PMID 32649851 (Erratum in: J Holist Nurs. 2022 Sep;40(3):NP1-NP5. doi:10.1177/08980101221127086. PMID 32649851.).</ref>
Eine medizinische Dissertation an der Universität Bonn ermöglicht erstmals in der westlichen Literatur eine wissenschaftliche Betrachtung. Der Autor begründet dies mit den Worten: „Es ist besonders in der Medizin essentiell, sich nicht allein auf empirisches Wissen zu verlassen, sondern wissenschaftliche Grundlagenforschung voranzutreiben. Mit dieser Dissertation soll das Interesse für diese moderne japanische Heilmethode in den Fachkreisen geweckt werden. Sie … soll Anregung zur Diskussion und Erforschung dieser Heilmethode sein“.<ref name=":1">Christoph J. Roggendorf: Akupunktur und Jin-shin-jyutsu - zwei fernöstliche Heilmethoden im literarischen Vergleich. 2000 (Dissertation an der Universität Bonn. Zitat aus dem Vorwort.).</ref>
Ausbildung
Die Jin Shin Jyutsu Faculty Group, Jin Shin Jyutsu Spirit Mind Body (JSJSMB) in den USA, der das Erbe des ehemaligen Mary-Burmeister-Instituts übertragen wurde, ist die offizielle Dachorganisation des Jin Shin Jyutsu®. Das Jin Shin Jyutsu Europa-Büro bietet authentische Ausbildungen und Lehrmaterialien an.<ref>Verzeichnis Jin Shin Jyutsu Praktiker. In: Jin Shin Jyutsu Europa-Büro. Abgerufen am 10. Dezember 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Literatur
- Matthias Bergmann: Jin Shin Jyutsu. Nymphenburger Verlag, Stuttgart 2022, ISBN 978-3-96860-050-5.
- Alice Burmeister, Tom Monte: Heilende Berührung: Körper, Seele und Geist mit Jin Shin Jyutsu behandeln. Aus dem Amerikanischen von Jonathan Steffen. Vollständige Taschenbuchneuausgabe. Knaur, München 2019, ISBN 978-3-426-87831-6.
- Mary Burmeister: Einführung in Jin Shin Jyutsu Ist. Bd. 1–3. Raphael Verlag, Bonn, [2017?].
- Katō Haruki (jap. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)): Jin shin jyutsu (jap. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)). Taniguchi shoten, Tokyo 1993.
- Véronique Le Normand: La lumière carrée de la lune: Jin Shin Jyutsu, médecine ancestrale japonaise, Editions Actes Sud, 2019, ISBN 978-2-330-11981-2.
- Main Central. Fachzeitschrift, Erscheinungsweise vierteljährlich, seit 2000, in deutscher und englischer Sprache.<ref>Main Central: Jin Shin Jyutsu Fachzeitschrift. Abgerufen am 22. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
- Waltraud Riegger-Krause: Jin Shin Jyutsu. Die Kunst der Selbstheilung durch Auflegen der Hände. Südwest Verlag, München 2005, ISBN 3-517-06820-9.
Einzelnachweise
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