Geboren und aufgewachsen als Sohn von Mary Lee und Major Saunders in Wilmington, Delaware, studierte Saunders Malerei und Bildhauerei am Philadelphia College of Art (bachelor's degree). Im Alter von 22 Jahren begann er 1968 mit dem Ballettstudium an der Schule der Pennsylvania Ballet Company<ref>Area man member of Pa. Ballet in The Morning News, Wilmington, Delaware 17. Juni 1972</ref> unter Benjamin Harkarvy, Edward Caton und Manuel Héctor Zaraspe. Später war er Schüler von Irene Bartos, Rosella Hightower und Anna Price. 1973 verließ Saunders die Vereinigten Staaten und ließ sich in Europa (Deutschland) nieder.
Saunders war Mitglied im Pennsylvania Ballet, in Maurice Béjarts Ballett des XX. Jahrhunderts, im Tanz-Forum Köln und zuletzt Erster Solist<ref>David Stevens: Giovanni Leads Off New-Look Opera, Ballet, International Herald Tribune, 17. 01. 1978</ref><ref>Orpheus und Petruschka leiden gemeinsam, Gerhard Rohde, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20. 11. 1978</ref><ref>Fred Traguth: Modern Jazz Dance. Hrsg.: Fred Traguth. 6. Auflage. Heinrichshofen’s Verlag, Wilhelmshaven 1992, ISBN 3-7959-0444-7, S.165–205.</ref><ref>Horst Koegler u. a.: Das Ballett und die Künste I Ballet and the Arts. Hrsg.: Rolf Garske u. a. Ballett-Bühnen-Verlag Rolf Garske, Köln 1981, S.171.</ref> im Frankfurter Ballett.<ref>Helga Heil: Frankfurter Ballett von 1945 bis 1985. Konrad Theiss Verlag, Frankfurt 1986, ISBN 3-8062-0460-8.</ref><ref>Hartmut Regitz: Mélisande im Puppenheim in: Die Welt, 11. Januar 1978</ref><ref>Dietmar Polaczek: Eifersucht auf die Welt projiziert in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Januar 1978</ref> Er tanzte Hauptrollen in Werken von George Balanchine, Hans van Manen, Heinz Spoerli, Glen Tetley, Christopher Bruce und Talley Beatty.
Nach einer weiterführenden pädagogischen Ausbildung mit Gabriella Taub Darvash<ref>Gabriella Taub Darvash</ref> in New York, beendete James Saunders 1980 seine Solistenkarriere<ref>Köperlandschaften in: RheinART, 104/94</ref><ref>Dora Sowen: The end of the world, in detail in: Jerusalem Post, Dezember 1994</ref><ref>Ruth Eshel: Shivering in: Ha’aretz, Jerusalem, 27. November 1994</ref><ref>Tanz verschmilzt völlig mit der Musik in: Ruhr-Nachrichten (Gelsenkirchen), 5. Oktober 1995</ref> und arbeitete u. a. als Gastdozent an der Darvash School in New York. Anfang der 1980er-Jahre wurde er Künstlerischer Direktor der Deutschen Ballett-Bühne e. V,<ref>Horst Koegler: Ein Visionär des Tanzes in: Tanznetz. de, 4/2006</ref> dem Gründungsverein der Zeitschrift Ballett International. Dort war er Partner des Verlegers Rolf Garske. 1984 gründete er mit Christiane Ruff und Kajo Nelles<ref>Kajo Nelles</ref> die „Tanzprojekte Köln – Kreativität durch Bewegung“.<ref>Bringing up Dance, Interview Rolf Garske mit James Saunders, ballett international 07/08/1986</ref> Er brachte tänzerische Amateure<ref>Wie Laien „Lebenstänze“ üben in: Kölnische Rundschau, 31. März 1982</ref> mit Tänzern und Choreografen zusammen auf die Bühne und verwirklichte seinen ganzheitlichen Ansatz von Kunst wie „Jeder Mensch ist ein Tänzer“<ref>Tanzprojekte Köln: Expedition in das Reich der Bewegungsquellen in: Memory, Magazin Kulturwelt Köln, Nr. 2, 1987</ref> oder „Die Vorstellung ist anders als die Vorstellung“. Von 1985 bis 1991 leitete er im eigenen Haus 3-jährige Tanzbildungsprojekte zur Ausbildung von professionellen Tänzern und Tänzerinnen, die maßgeblich zur Entwicklung einer lebendigen Tanzszene in Deutschland beitrugen.
Von 1989 bis 1994 führte er zusammen mit seinem Partner Kajo Nelles<ref>Kajo Nelles: Kajo Nelles. In: weebly.com. Abgerufen am 7. Dezember 2021.</ref> die Creating Movement Projects<ref>Encouraging local groth in: The Citizen, Marilyn Jenkins, Johannesburg, 3. April 1992</ref> in Johannesburg und Soweto durch. Dies war das erste vom Goethe-Institut geförderte Kulturprojekt im südlichen Afrika nach der Aufhebung des Kulturboykotts. Nach seinem Tod stiftete BMW Südafrika ein James-Saunders-Stipendium für junge afrikanische Tanztalente.
Neben seinem regelmäßigen Unterricht in seinem eigenen Studio unterrichtete Saunders an Tanzinstituten u. a. in Johannesburg<ref>Adrienne Sichel: Diverse techniques in dance workshop in The Star Tonight, 21. Februar 1991</ref>,Soweto, New York, Jerusalem, Osaka, Arnheim, Wien und entwickelte Solowerke für sich und für Tanzkollegen. Neben den Ballettklassen entwickelte Saunders u. a. die Body as Heart-Übungen<ref>Kajo Nelles, James Saunders: Body as Heart. Hrsg.: Verein zur Förderung des Zeitgenössischen Tanzes Köln e.V. Köln (weebly.com [PDF]).</ref>; eine vorbereitende Übungsreihe für das Tanztraining.
Seit dem Herbst 2024 setzt sich eine Initiative für die Umbenennung der Wißmannstraße in Köln in James Saunders Straße ein.<ref>Überprüfung der Kölner Straßennamen - James Saunders Straße, abgerufen am 4. Februar 2025.</ref> Der Initiative mit den meisten Unterstützern aller eingereichten Namensvorschlägen folge das wissenschaftliche Gremium nicht. Die Wißmannstraße wird nach der bekannten Friedensaktivistin Fasia-Jansen-Straße benannt.<ref>Radio Köln: neue-namen-fuer-drei-koelner-strassen. Radio Köln, 18. August 2025, abgerufen am 8. Dezember 2025.</ref>
1996 erhielt er für sein Lebenswerk post mortem den Kölner Tanztheaterpreis<ref>Theaterpreise: Es ist doch „Kunst“ in: EXPRESS, 4. Dezember 1996</ref> von der SK-Stiftung Kultur, Köln, den sein Partner Kajo Nelles entgegennahm.
1994 Eye (mit einer Skulptur von Martin Schilken)<ref>An den Grenzen von Raum und Zeit, Sw. Amano Wilfried in: Osho Times, Juni 1995</ref>
1995 Wanderer - Spaces like Home (mit einer Komposition von of Mashiro Miwa)<ref>Lachend aus dem Grabe in: RheinART, November 1995</ref>
1996 Basstanz (mit Jean-Claude Jones, Nicolaus Hoffmann, Enrique Dias and Peter Kowald)<ref>Der Rückzug auf den eigenen Körper. Kölner Stadtanzeiger, 9. Februar 1996</ref>
1996 Observation Suite
Literatur
Kajo Nelles: James – Leben, Werk und Visionen des Tänzers, Choreographen und Bewegungslehrers James Saunders. Königsförde 1999, ISBN 3-933939-10-0.