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Jakob Vetter

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Datei:Vetter-maria-jakob-vetter-geisweid-deutsche-zeltmission-1934-01.jpg
Porträtfoto von Jakob Vetter

Jakob Vetter (* 23. November 1872 in Worms; † 13. Dezember 1918 in Riehen) war ein deutscher Erweckungsprediger und Begründer der Deutschen Zeltmission.

Leben und Wirken

Vetter war ein Sohn des Gerbers Adam Vetter und seiner Frau Katharina, geborene Stai.<ref>Isabel Koellreuter: Jakob Vetter. In: Gemeinde Lexikon Riehen (abgerufen am 11. Dezember 2025)</ref> Sein Vater starb an einem Unfall, als Jakob vierzehn Jahre alt war. Zunächst erlernte er den Beruf eines Schneiders. Nach dem Hochwasser in der Stadt Worms vom 31. Dezember 1883 nahm das religiöse Interesse zu, das in religiösen Kreisen „Erweckung“ genannt wurde. Durch das Lesen der Bibel und der Predigten von Ludwig Hofacker kam es zu einer weiteren Vertiefung dieses geistlichen Lebens. Mit seinem geistlichen Vater ging er 1891 als Helfer in die Erziehungsanstalt Friedrichshöhe bei Basel, wo er den Chrischona-Inspektor Carl Heinrich Rappard und später Samuel Zeller in Basel predigen hörte. Dadurch fühlte er sich zum Predigtdienst berufen, so dass er ab dem 2. September 1893 für vier Jahre in St. Chrischona bei Basel eine Predigerausbildung absolvierte. Nach eigenem Bekunden wurde er durch Carl Heinrich Rappard, Otto Stockmayer, Hudson Taylor und Samuel Zeller beeinflusst. Er war bereits in dieser Zeit oft krank und zog sich eine Lungentuberkulose zu. Durch Elias Schrenk wurde er zum Evangelisten berufen.

Am 25. Juli 1897 kam er als Prediger nach Lich in Hessen.<ref>J. Langhammer: Jakob Vetter, der Gründer der Zeltmission, Website evangeliums.net (2004–2025, abgerufen am 11. Dezember 2025)</ref> Von dort aus betreute er 16 umliegende Dörfer, darunter auch Watzenborn-Steinberg. Manchmal verweilte er gut eine Woche an einem Ort, um zu predigen und Seelsorge auszuüben. Wegen seiner Krankheit war er teilweise jedoch stark in seinem Dienst eingeschränkt, doch seine Leidenschaft fürs Evangelium und seine Ausstrahlung überwogen, so dass sich viele seiner Zuhörer dem christlichen Glauben anschlossen.<ref>Johannes Heinemann: Seine Gnade reicht aus – Aus dem Leben Jakob Vetters, Website onkeljoe.de (18. November 2016, abgerufen am 11. Dezember 2025)</ref> Sein fruchtbarer Dienst in der hessischen Wetterau wurde nur durch zwei Reisen nach Großbritannien unterbrochen. 1899 unternahm Vetter eine Reise nach London, wo er von den Erfolgen des Predigers Charles Haddon Spurgeon und dem Werk des Gründers der Heilsarmee, General William Booth beeindruckt wurde. Nachdem Vetter 1905 aus Wales wieder zurückgekehrt war, nahm er – zusammen mit Martin Girkon und Ernst Modersohn – an der Mülheimer Erweckung teil.

Vetters Ideen einer Zeltmission nahmen nach längeren Diskussionen mit Otto Stockmayer Formen an und 1902 wurde daraufhin die Deutsche Zeltmission gegründet. Am 7. April wurde das erste Missionszelt auf der Anhöhe von Tersteegensruh bei Mülheim an der Ruhr eingeweiht, es war das erste Zelt in Europa. Das Zentrum der Mission entstand im Erholungsheim Patmos bei Geisweid im Kreis Siegen. Viermal unternahm er eine Reise ins Heilige Land, zudem evangelisierte er in Deutschland, der Schweiz, Russland, Holland und England.<ref>J. Langhammer: Jakob Vetter, der Gründer der Zeltmission, Website evangeliums.net (2004–2025, abgerufen am 11. Dezember 2025)</ref>

Am 28. September 1906 heiratete er Maria Baumann aus Riehen in der Schweiz, deren Vater sein Schüler in Sachen der heiligen Schrift war. Sie hatten eine gemeinsame Tochter namens Maria Bertha Emma, die 1908 geboren wurde. Im Jahr 1913 fasste Vetter in Riehen, wo er seit 1911 wohnte, die verschiedenen christlichen Vereine zusammen und gründete einen Verein für christliche Evangelisation und Gemeinschaftspflege. Aus diesem Verein wurde später die Freie Evangelische Gemeinde Riehen. Mit dem Architekten Otto Wenk ließ er ein Vereinshaus am Erlensträsschen errichten, das am 8. März 1914 in Betrieb genommen werden konnte.

Jakob Vetter starb 1918 im Alter von 46 Jahren. Sein Grab auf dem Riehener Gottesacker besteht bis heute.

Datei:Grabstein Vetter Jacob.jpg
Grabstein von Jacob Vetter auf dem Gottesacker Riehen

Gedenken

Zum Gedenken an Vetter gründete seine Frau 1919 die Adullam-Stiftung, die ab 1928 das erste Altersheim mit 16 Betten an der Missionsstrasse in Basel führen konnte. In der Zeltmission hatte Vetter Geld für mittellose Betagte gesammelt.<ref>Isabel Koellreuter: Jakob Vetter. In: Gemeinde Lexikon Riehen (abgerufen am 11. Dezember 2025)</ref>

Im Jahr 2002, 100 Jahre nach der Gründung der deutschen Zeltmission, wurde die *dzm – Jakob-Vetter-Stiftung gegründet. Sie hat den Auftrag, die *dzm, wie die deutsche Zeltmission im 21. Jahrhundert heißt, zu unterstützen und zu fördern.<ref>*dzm – Jakob-Vetter-Stiftung, Website dzm.de (2022, abgerufen am 11. Dezember 2025)</ref>

Schriften (Auswahl)

Vetter gab insgesamt etwa 50 Bücher und Schriften heraus.

  • Die Bibel, das Schwert des Geistes. Gotha 1903.
  • Freie Gnade in Christo. Evangelisationsreden, P. Ott, Gotha 1903.
  • Sieges-Lieder für die Versammlungen der Deutschen Zelt-Mission. Deutsche Zeltmission, Geiswald 1905, 18. Auflage 1936.
  • Meine Pilgerreise. Clafeld bei Geisweid 1906.
  • Gottes Fußspuren in der Zeltmission. Deutsche Zeltmission, Geiswald 1907.
  • Das Heilige Blut. Tautropfen von Golgatha. Deutsche Zeltmission, Geiswald 1915; Brunnen Verlag, Gießen 1984, ISBN 3-76555-902-4.
  • Otto Stockmayer. Lebenserinnerungen. Deutsche Zeltmission, Geisweid 1917.
  • Warum ich die Lehre von der Wiederbringung aller Dinge ablehne. 1917.
  • Höchstes Glück auf Erden – Gemeinschaft mit Gott und der Weg zu ihr. Verlag Linea, Bad Wildbad 2007 und 2011, ISBN 978-3-939075-21-9.

Literatur

|1=Hamm 1975. 2., unveränderte Auflage. Hamm 1990, ISBN 3-88309-013-1 |2=Hamm 1990, ISBN 3-88309-032-8 |3=Herzberg 1992, ISBN 3-88309-035-2 |4=Herzberg 1992, ISBN 3-88309-038-7 |5=Herzberg 1993, ISBN 3-88309-043-3 |6=Herzberg 1993, ISBN 3-88309-044-1 |7=Herzberg 1994, ISBN 3-88309-048-4 |8=Herzberg 1994, ISBN 3-88309-053-0 |9=Herzberg 1995, ISBN 3-88309-058-1 |10=Herzberg 1995, ISBN 3-88309-062-X |11=Herzberg 1996, ISBN 3-88309-064-6 |12=Herzberg 1997, ISBN 3-88309-068-9 |13=Herzberg 1998, ISBN 3-88309-072-7 |14=Herzberg 1998, ISBN 3-88309-073-5 |15=Herzberg 1999, ISBN 3-88309-077-8 |16=Herzberg 1999, ISBN 3-88309-079-4 |17=Herzberg 2000, ISBN 3-88309-080-8 |18=Herzberg 2001, ISBN 3-88309-086-7 |19=Nordhausen 2001, ISBN 3-88309-089-1 |20=Nordhausen 2002, ISBN 3-88309-091-3 |21=Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-110-3 |22=Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-133-2 |23=Nordhausen 2004, ISBN 3-88309-155-3 |24=Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-247-9 |25=Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-332-7 |26=Nordhausen 2006, ISBN 3-88309-354-8 |27=Nordhausen 2007, ISBN 978-3-88309-393-2 |28=Nordhausen 2007, ISBN 978-3-88309-413-7 |29=Nordhausen 2008, ISBN 978-3-88309-452-6 |30=Nordhausen 2009, ISBN 978-3-88309-478-6 |31=Nordhausen 2010, ISBN 978-3-88309-544-8 |32=Nordhausen 2011, ISBN 978-3-88309-615-5 |33=Nordhausen 2012, ISBN 978-3-88309-690-2 |34=Nordhausen 2013, ISBN 978-3-88309-766-4 |35=Nordhausen 2014, ISBN 978-3-88309-882-1 |36=Nordhausen 2015, ISBN 978-3-88309-920-0 |37=Nordhausen 2016, ISBN 978-3-95948-142-7 |38=Nordhausen 2017, ISBN 978-3-95948-259-2 |39=Nordhausen 2018, ISBN 978-3-95948-350-6 |40=Nordhausen 2019, ISBN 978-3-95948-426-8 |41=Nordhausen 2020, ISBN 978-3-95948-474-9 |42=Nordhausen 2021, ISBN 978-3-95948-505-0 |43=Nordhausen 2021, ISBN 978-3-95948-536-4 |44=Nordhausen 2022, ISBN 978-3-95948-556-2 |45=Nordhausen 2023, ISBN 978-3-95948-584-5 |46=Nordhausen 2023, ISBN 978-3-95948-590-6 |47=Nordhausen 2024, ISBN 978-3-689-11006-2 |48=Nordhausen 2025, ISBN 978-3-689-11017-8 }}{{#if:|, Sp. }}{{#if:1294-1295|, Sp. {{#iferror:{{#expr:1294-1295}}|1294-1295|{{#expr:1*1294-1295*0}}–{{#expr:-(0*1294-1295*1)}}}}}}}}{{#if:|}}{{#if:https://web.archive.org/web/20070629064831/http://www.bautz.de/bbkl/v/vetter_j.shtml%7C}}.{{#if: 12 | |{{#ifeq:||}}}}

  • Wolfgang Putschky: Seine Gnade reicht aus. Aus dem Leben Jakob Vetters. St. Johannis, Lahr/Schwarzwald 2002 und 2005, ISBN 3-501-01429-5.<ref>Johannes Heinemann: Seine Gnade reicht aus – Aus dem Leben Jakob Vetters, Website onkeljoe.de (18. November 2016, abgerufen am 11. Dezember 2025)</ref>
  • Paulus Scharpff: Geschichte der Evangelisation. 300 Jahre Evangelisation in Deutschland. Brunnen-Verlag, Gießen 1964.
  • Maria Vetter: Evangelist Jakob Vetter. Ein Lebensbild. Verlagshaus der Deutschen Zeltmission, Geisweid 1922.
  • Maria Vetter: Jakob Vetter: ein Bahnbrecher neuer Volksmission; ein Lebensbild. Verlagshaus der Deutschen Zeltmission, Geisweid 1934.

Weblinks

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Einzelnachweise

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