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Jakob Baegert

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Grabplatte Jakob Baegert.JPG
Stark verwitterte Grabplatte Jakob Baegerts in Neustadt an der Weinstraße (2010): „P. JACOBUS BAEGERT S.J., OBIIT DIE 29. SEPT. 1772“

Christoph Johannes Jakob Baegert, auch: Begert (* 22. Dezember 1717 in Schlettstadt; † 29. September 1772 in Neustadt an der Haardt) war ein deutscher Jesuit, Missionar und Verfasser eines bedeutenden ethnologischen Werkes.

Leben und Wirken

Herkunft und Ordenseintritt

Jakob Baegert kam als Sohn der im elsässischen Kaysersberg beheimateten Eheleute Johannes Michael Baegert und Maria Magdalena geb. Scheydeck, in Schlettstadt zur Welt. Der Vater übte den Beruf eines Handschuhmachers aus.<ref>{{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}{{#ifeq: 0 | 0

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}}</ref> Als junger Mann trat Baegert am 17. September 1736 zu Mainz in den Jesuitenorden ein und studierte dort Philosophie. Von 1740 bis 1743 lehrte er am Jesuitenkolleg in Mannheim, studierte bis 1747 Theologie in Molsheim und empfing die Priesterweihe.

1747 und 1748 unterrichtete Pater Baegert als Professor in Hagenau. Ende 1748 schickte man ihn nach Bockenheim/Elsass (heute Sarre-Union), wo er sich auf die Entsendung als Amerikamissionar vorbereitete.<ref>Englische Quelle mit genauen Daten zum Werdegang Jakob Baegerts</ref>

Missionar in Kalifornien

Von Bockenheim brach er am 10. Januar 1749 in die „Neue Welt“ auf. Per Postkutsche reiste der Priester über Ettlingen, Augsburg, Innsbruck und Mailand nach Genua, wo er am 20. März des Jahres eintraf. 10 Wochen später fuhr er über das Mittelmeer nach Cádiz. Am dortigen „Hospitium de las Indias“ erhielt Pater Baegert die letzten Unterweisungen, schiffte sich am 16. Juni 1750 nach Mexiko ein und landete am 23. August in Vera Cruz. Am Collegio San Gregorio in Mexiko-Stadt beschloss er seine ordensinterne Probezeit und reiste am 16. November 1750 nach Kalifornien ab. Über diverse Zwischenstationen erreichte Jakob Baegert am 28. Mai 1751 seine neue Wirkungsstätte in der entlegenen Missionsstation San Luis Gonzaga Chiriyaqui. Hier wirkte er bis zu seiner Vertreibung durch die spanischen Kolonialherren 1767.

Rückkehr und Tod

Nach dem sogenannten Madrider Hutaufstand (1766) hatte man mit Dekret vom Juni 1767 die Jesuiten aus Spanien und dessen Kolonien ausgewiesen. Auf der Rückreise über Spanien geriet Baegert dort in eine achtmonatige Gefangenschaft. Ab April 1769 wieder in der Heimat, hielt sich der Priester erst kurzfristig in seinem Geburtsort Schlettstadt auf, siedelte aber schon bald nach Neustadt an der Haardt über. Dort arbeitete er bis zu seinem Tod als Seelsorger in der von den Jesuiten verwalteten Stiftskirchenpfarrei, wo er besonders als erfahrener Beichtvater, Spiritual der Ordenskommunität, sowie als Lehrer am Jesuitenkolleg wirkte. Pater Baegert wurde in der Jesuitengruft zu Neustadt bestattet, seine einfache Grabplatte bei deren Auflösung, Ende des 19. Jahrhunderts, an die Außenmauer der kath. Marienkirche versetzt. Sie ist an der nordöstlichen Chorseite, unter dem Epitaph von Pfarrer Bernhard Magel eingelassen, aber durch die Witterungseinflüsse inzwischen stark beschädigt und nur noch schwer leserlich.

Die gedruckten Missionserinnerungen

Hier am letzten Tätigkeitsort, im damals kurpfälzischen Neustadt, verfasste der Priester in Buchform seine Missionserinnerungen aus Kalifornien, welche erstmals 1771 im nahen Mannheim publiziert wurden. Eine 2. Auflage, jedoch ohne Verfasserangabe, überarbeitete Pater Baegert noch selbst. Sie erschien in seinem Todesjahr 1772, ebenfalls zu Mannheim.

Datei:Baegert Buchtitelblatt 2.gif
Titelblatt von Jakob Baegerts Kalifornischer Landesbeschreibung.

In diesen stark autobiographischen „Nachrichten von der Amerikanischen Halbinsel Californien“ berichtete er über Land und Leute, besonders auch über die Indianer, deren einfachen Lebensstil er mit offener Sympathie beschrieb. Das Werk enthält auch eine Einführung in die dortige Indianerkultur bzw. -sprache sowie deutsch-indianische Übersetzungen von gängigen Gebeten, außerdem einen Anhang mit Berichtigung weit verbreiteter Vorurteile über Amerika und die Tätigkeit der Missionare.<ref>Nachrichten von der Amerikanischen Halbinsel Californien. Mannheim 1772 und 1773</ref>

Pater Baegerts Buch wurde ins Englische und Spanische übersetzt. In Amerika erlebte es mehrere Neuauflagen bzw. Reprints und Auszugsabdrucke, bis in die Gegenwart hinein. Es gilt dort als landeskundlich-heimatgeschichtliches Standardwerk und wird als wichtige geographische, ethnologische, entdeckungs- und missionsgeschichtliche Darstellung gewertet; in seinem Heimatland ist es fast gänzlich vergessen. Lediglich das neuzeitliche Buch Deutsche in der Fremde: Assimilation – Abgrenzung – Integration von Torsten M. Kühlmann und Bernd Müller-Jacquier bringt einige wenige Auszüge, welche sofort erkennen lassen, welch eindrucksvolle historisch-landeskundliche Schilderung hier im Entstehungsland noch auf ihre gebührende Würdigung wartet:<ref>Neuzeitliche Textauszüge von Pater Baegerts Kalifornienbeschreibung</ref>

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Die damals in Deutschland noch weitgehend unbekannten Bananen beschreibt der Priester so:

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Der Traub wird grün und noch hart abgebrochen und nachdem er einige Wochen zu Haus gehangen oder gelegen, wird die Schelf gelb und ist alsdann die Frucht schon eßbar, wann man ihn aber noch länger liegen oder hangen laßt so wird die Schelf ganz schwarz und das Fleisch goldgelb, wie eine wohlzeitige Quetsch oder ein recht geiler Warenbutter und ist alsdann am besten. Mitten darin von oben bis unten liegt der ganz kleine, schier unsichtbare Samen. Es seynd die Plantanos von gutem Geschmack und süßlicht, liegen aber etwas hart in dem Magen.}} | {{#ifeq: {{#if:|{{{vor}}}|@#@}}{{#if:|{{{nach}}}|@#@}} | @#@@#@ | {{#ifeq: de | de | „{{#if:trim|Die Frucht welche die Spanier in Amerika Plantanos nennen ist gleichsam ein Traub, der bisweilen einen halben Zentner und noch viel mehr wäget. Es giebt deren verschiedene Gattungen und haben einige bis 200 Beerlein an einem Stiel. 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Baegert konstatiert in seinem Bericht auch, dass er während des Aufenthaltes in Kalifornien ca. 500 Skorpione allein in seinem Pfarrhaus erlegt habe und er gibt eigene Erlebnisse mit hier nicht vorkommenden Arten, wie z. B. dem Stinktier zum Besten:

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Außerdem existiert noch eine Sammlung von kalifornischen Briefen des Jesuitenpaters an seinen Bruder Franz Xaver Baegert, Pfarrer in Dürningen. Die Originale sind in der Stadtbibliothek Straßburg archiviert, in Amerika existiert eine englische Buchausgabe davon.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20081202073514

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  }}</ref>

Pater Baegerts Buch Nachrichten von der Amerikanischen Halbinsel Californien wurde bereits zeitgenössisch in Auserlesene Bibliothek der neuesten deutschen Litteratur, Band 6, erschienen bei der Meyerschen Buchhandlung, Lemgo, 1774 ausführlich rezensiert.<ref>Zeitgenössische, deutschsprachige Rezension zu Pater Baegerts Buch</ref>

Erinnerungen an Jakob Baegert

In der alten Missionsstation San Luis Gonzaga Chiriyaqui, im Mexikanischen Bundesstaat Baja California Sur, ist die von Pater Jakob Baegert erbaute Missionskirche erhalten und gilt als wichtiges kulturgeschichtliches Denkmal der Region. Trotz ihrer situationsbedingten Primitivität erinnert die Fassade, mit ihren beiden Türmen und dem dazwischenliegenden Frontgiebel, in ihrer Grundstruktur deutlich an Pater Baegerts Heimatkirche St. Fides, im elsässischen Schlettstadt.<ref>Webseite zu der Missionsstation von Pater Baegert, mit Foto der Kirche</ref><ref>Außenaufnahme der von Pater Jakob Baegert erbauten Missionskirche in San Luis Gonzaga Chiriyaqui, mit der alten Missionsstation</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20180308041543

      | {{#ifeq: 20180308041543 | *
    | Vorlage:Webarchiv/Wartung/Stern{{#if: Innenaufnahme der von Pater Jakob Baegert selbst erbauten Missionskirche in San Luis Gonzaga Chiriyaqui, Baja California, Mexiko | {{#invoke:WLink|getEscapedTitle|Innenaufnahme der von Pater Jakob Baegert selbst erbauten Missionskirche in San Luis Gonzaga Chiriyaqui, Baja California, Mexiko}} | {{#invoke:Webarchiv|getdomain|https://static.panoramio.com.storage.googleapis.com/photos/large/48827839.jpg}} }} (Archivversionen)
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            }} 
       }}
  }}</ref>

Zu Ehren von Pater Baegert erhielt 1917 die in dieser Gegend entdeckte Unterart einer Meeresschnecke den wissenschaftlichen Namen „Turbonilla Baegerti“.<ref>Webseite zur nach Pater Baegert benannten Meeresschnecke</ref><ref>Weitere Webseite zu dem nach Pater Baegert benannten Tier</ref>

Werkauswahl

Literatur

  • {{#invoke:Vorlage:Literatur|f}}{{#ifeq: 0 | 0
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       |
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         | {{#ifeq: 1327651 | 11376103
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       }}

}}{{#if:

   | {{#if: 
       |
       | 
     }}

}}

|1=Hamm 1975. 2., unveränderte Auflage. Hamm 1990, ISBN 3-88309-013-1 |2=Hamm 1990, ISBN 3-88309-032-8 |3=Herzberg 1992, ISBN 3-88309-035-2 |4=Herzberg 1992, ISBN 3-88309-038-7 |5=Herzberg 1993, ISBN 3-88309-043-3 |6=Herzberg 1993, ISBN 3-88309-044-1 |7=Herzberg 1994, ISBN 3-88309-048-4 |8=Herzberg 1994, ISBN 3-88309-053-0 |9=Herzberg 1995, ISBN 3-88309-058-1 |10=Herzberg 1995, ISBN 3-88309-062-X |11=Herzberg 1996, ISBN 3-88309-064-6 |12=Herzberg 1997, ISBN 3-88309-068-9 |13=Herzberg 1998, ISBN 3-88309-072-7 |14=Herzberg 1998, ISBN 3-88309-073-5 |15=Herzberg 1999, ISBN 3-88309-077-8 |16=Herzberg 1999, ISBN 3-88309-079-4 |17=Herzberg 2000, ISBN 3-88309-080-8 |18=Herzberg 2001, ISBN 3-88309-086-7 |19=Nordhausen 2001, ISBN 3-88309-089-1 |20=Nordhausen 2002, ISBN 3-88309-091-3 |21=Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-110-3 |22=Nordhausen 2003, ISBN 3-88309-133-2 |23=Nordhausen 2004, ISBN 3-88309-155-3 |24=Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-247-9 |25=Nordhausen 2005, ISBN 3-88309-332-7 |26=Nordhausen 2006, ISBN 3-88309-354-8 |27=Nordhausen 2007, ISBN 978-3-88309-393-2 |28=Nordhausen 2007, ISBN 978-3-88309-413-7 |29=Nordhausen 2008, ISBN 978-3-88309-452-6 |30=Nordhausen 2009, ISBN 978-3-88309-478-6 |31=Nordhausen 2010, ISBN 978-3-88309-544-8 |32=Nordhausen 2011, ISBN 978-3-88309-615-5 |33=Nordhausen 2012, ISBN 978-3-88309-690-2 |34=Nordhausen 2013, ISBN 978-3-88309-766-4 |35=Nordhausen 2014, ISBN 978-3-88309-882-1 |36=Nordhausen 2015, ISBN 978-3-88309-920-0 |37=Nordhausen 2016, ISBN 978-3-95948-142-7 |38=Nordhausen 2017, ISBN 978-3-95948-259-2 |39=Nordhausen 2018, ISBN 978-3-95948-350-6 |40=Nordhausen 2019, ISBN 978-3-95948-426-8 |41=Nordhausen 2020, ISBN 978-3-95948-474-9 |42=Nordhausen 2021, ISBN 978-3-95948-505-0 |43=Nordhausen 2021, ISBN 978-3-95948-536-4 |44=Nordhausen 2022, ISBN 978-3-95948-556-2 |45=Nordhausen 2023, ISBN 978-3-95948-584-5 |46=Nordhausen 2023, ISBN 978-3-95948-590-6 |47=Nordhausen 2024, ISBN 978-3-689-11006-2 |48=Nordhausen 2025, ISBN 978-3-689-11017-8 }}{{#if:377|, Sp. 377}}{{#if:|, Sp. {{#iferror:{{#expr:{{{spalten}}}}}|{{{spalten}}}|{{#expr:1*{{{spalten}}}*0}}–{{#expr:-(0*{{{spalten}}}*1)}}}}}}}}{{#if:|}}{{#if:https://web.archive.org/web/20070613104922/http://www.bautz.de/bbkl/b/baegert_j.shtml%7C}}.{{#if: 1 | |{{#ifeq:||}}}}

Weblinks

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Einzelnachweise

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