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Jürgen Kühling (Jurist, 1934)

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Datei:Bundesarchiv B 145 Bild-F083313-0004, Bundesverfassungsgericht, Richter Jürgen Kühling.jpg
Jürgen Kühling 1989

Jürgen Kühling (* 27. April 1934 in Osnabrück; † 16. Dezember 2019<ref>Bundesverfassungsgericht - Presse - Der ehemalige Richter des Bundesverfassungsgerichts Dr. Jürgen Kühling ist verstorben. Abgerufen am 20. Dezember 2019.</ref>) war ein deutscher Jurist. Er war von 1989 bis 2001 Richter des Bundesverfassungsgerichts.

Leben

Jürgen Kühling wurde als Sohn des Schriftleiters Karl Kühling und dessen Frau Käthe, geb. Freese, in Osnabrück geboren.<ref name="njw_2019_20_46" /> Dort besuchte er seit 1945 die Staatliche Oberschule und absolvierte 1954 das Abitur. Anschließend studierte Kühling Rechtswissenschaft an den Universitäten Freiburg, München und Göttingen. Im Juni 1958 bestand er die erste juristische Staatsprüfung am Oberlandesgericht Celle und begann im Februar 1960 die Referendarausbildung. Mit einem Stipendium der italienischen Regierung studierte er von November 1960 bis August 1961 römisches Recht an der Universität Rom. Im Februar 1962 wurde er bei Franz Wieacker an der Universität Göttingen mit einer Arbeit über Die Klagenkonkurrenz im römischen Bürgschaftsrecht promoviert (Zweitgutachter war Friedrich Wilhelm Ebel).

Nach der Promotion war Kühling zunächst von 1965 bis 1966 in der Rechtsabteilung der Volkswagen AG in Wolfsburg tätig, ehe er die Richterlaufbahn einschlug und Richter am Verwaltungsgericht in Hannover wurde. Nach einer Zeit der Abordnung als wissenschaftlicher Mitarbeiter an das Bundesverwaltungsgericht wurde er 1972 in das niedersächsische Justizministerium berufen. 1979 wurde Kühling zum Richter am Bundesverwaltungsgericht ernannt.

Am 12. Juli 1989<ref name="njw_2019_20_46" /> wurde Kühling auf Vorschlag der SPD zum Richter des Bundesverfassungsgerichts gewählt, wo er sich vor allem mit den verfassungsrechtlichen Bezügen des Arbeitsrechts befasste. Kühling gehörte dem ersten Senat des Bundesverfassungsgerichts an und schied am 23. Januar 2001<ref name="njw_2019_20_46" /> auf eigenen Wunsch kurz vor Ablauf der zwölfjährigen Amtszeit aus dem Amt aus. Er verfasste als Berichterstatter unter anderem das Urteil zum Ruhen von Arbeitsverhältnissen im öffentlichen Dienst auf Grund des Einigungsvertrages<ref>BVerfGE 84, 133</ref> zum Nachtarbeitsverbot für Frauen<ref>BVerfGE 85, 191</ref>, zur Benachteiligung von Frauen bei Einstellungen<ref>BVerfGE 89, 276</ref>, zum Kurzarbeitergeld bei Regionalstreiks und zu Betriebsrentenanwartschaften im öffentlichen Dienst<ref>BVerfGE 98, 365</ref>.

Jürgen Kühling, der Mitglied der SPD war,<ref>Gerangel um Richterposten in Karlsruhe. In: Welt Online. 1999, abgerufen am 26. April 2019.</ref> war als Anwalt in Hamburg tätig. Er war verheiratet und hatte zwei Kinder.

Schriften (Auswahl)

  • Die Klagenkonkurrenz im römischen Bürgschaftsrecht. (Göttingen, Univ., Diss., 1962).
  • Jürgen Kühling, Winfried Rasbach, Claudia Busch: Energierecht. 4. Auflage. Nomos, Baden-Baden 2017, ISBN 978-3-8452-8002-8.

Literatur

Interview

  • Rolf Lamprecht, Paul Lersch, Jürgen Kühling: „Ein gefährliches Spiel“. In: Der Spiegel. Nr. 47, 1992 (online16. November 1992).

Weblinks

Commons: Jürgen Kühling – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="njw_2019_20_46">„Personalien“. In: Neue Juristische Wochenschrift, Rubrik NJW-aktuell Nr. 20/2019 vom 9. Mai 2019, ISSN 0341-1915, S. 46.</ref> </references>

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