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Jüdischer Friedhof Ledderken

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Jüdischer Friedhof Ledderken

Der Jüdische Friedhof Ledderken ist ein jüdischer Friedhof in Witten. Auf dem geschlossenen Friedhof der ehemaligen jüdischen Gemeinde befinden sich heute noch ca. 130 Grabsteine. Der Friedhof ist im Besitz des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe. Er ist in der städtischen Denkmalliste als Baudenkmal eingetragen.

Lage und Name

Der Friedhof liegt in Witten-Mitte und grenzt an den Schwesternfriedhof des Evangelischen Krankenhauses und den Schwesternpark. Der Name Ledderken (von Mnd. Ledder = Leiter) leitet sich von der gleichnamigen Straße ab, in der sich der Friedhof befindet.<ref>Paul Brandenburg, Karl-Heinz Hildebrand: Witten. Straßen, Wege, Plätze. Mit einem Beitrag zur Siedlungsgeschichte Wittens von Heinrich Schoppmeyer (= Beiträge zur Geschichte der Stadt Witten. Band 1). VOHM, Witten 1989, ISBN 3-920611-13-6 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Straßenverzeichnis (Memento vom 15. Mai 2006 im Internet Archive) [abgerufen am 27. Dezember 2012]). <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Witten. Straßen, Wege, Plätze (Memento des Vorlage:IconExternal vom 15. Mai 2006 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.annen-city.de</ref>

Geschichte

Datei:Witten Gedenkstein Juedischer Friedhof Helenenberg.jpg
Gedenkstein für den jüdischen Friedhof auf dem Helenenberg

Der älteste jüdische Friedhof befand sich auf dem Helenenberg und wurde 1867 offiziell eröffnet, aber schon 1900 wieder geschlossen, da er nicht mehr erweitert werden konnte.<ref>Jüdischer Friedhof Herbede. In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland, Nordrhein-Westfalen. Bearbeiterin: Claudia Pohl. Jüdische Friedhöfe in Westfalen, D-H</ref> Er wurde in der Zeit des Nationalsozialismus eingeebnet. Heute befindet sich auf dem Gelände ein Gedenkstein. Die Grabsteine wurden zum Teil auf dem Friedhof Ledderken wieder aufgestellt.<ref name="friedhoefe-in-witten-2005">Martina Kliner-Fruck: Friedhöfe. Orte der Stadtgeschichte. Kleiner Exkurs zum Friedhofs- und Bestattungswesen in Witten. In: Friedhöfe in Witten. Prowiss-Verlag, Gladbeck 2005, S. 20–26.</ref>

Datei:Witten juedischer Friedhof Ledderken 8.jpg
Grabsteine im hinteren Teil
Datei:Witten juedischer Friedhof Ledderken.jpg
Gedenkstein von 1993

1893 wurde der Jüdische Friedhof Ledderken eröffnet. Bis 1941 wurden auf dem ca. 1720 m² großen Gelände 209 Personen beigesetzt. Im Mai 1939 kaufte das Diakonissenhaus im Rahmen der „Arisierungen“ den unbelegten Teil des Friedhofs.<ref name="arisierungeninwitten">Hans-Christian Dahlmann: „Arisierung“ und Gesellschaft in Witten. Wie die Bevölkerung einer Ruhrgebietsstadt das Eigentum ihrer Jüdinnen und Juden übernahm. 2. Auflage. Lit Verlag, Münster 2007, ISBN 978-3-8258-5662-5 (Rezensionen und Auszüge, teilweise als Audiodateien [abgerufen am 27. Dezember 2012]). <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rezensionen und Auszüge, teilweise als Audiodateien (Memento des Vorlage:IconExternal vom 5. März 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hcdahlmann.de</ref> Im Zweiten Weltkrieg wurden einige Gräber vermutlich durch einen Bombentrichter zerstört.<ref name="rede-1991">Martina Kliner-Lintzen: Rede auf dem Jüdischen Friedhof Ledderken. In: Stadt Witten, der Stadtdirektor (Hrsg.): Jüdische Begegnungswoche der Stadt Witten vom 1. bis 8. Mai 1991. Eine Dokumentation. 1. Auflage. Verlag Dr. Dieter Winkler, Bochum 1991, S. 32.</ref> 1944 beschloss der Rat der Stadt Witten den Friedhof zu erwerben und in einen öffentlichen Park umzuwandeln, was aber nicht mehr realisiert wurde.<ref name="rede-1991" /> Anfang der 1950er Jahre wurde der Friedhof der Jewish Trust Corporation zugesprochen. Das Diakonissenhaus leistete eine Nachzahlung.<ref name="arisierungeninwitten" /> Seit 1962 ist der Friedhof im Besitz des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden von Westfalen-Lippe.<ref name="waz-2013-03-13">Michael Winkler: Hier schreibt der Leserbeirat. Stele erinnert an ermordete Juden aus Witten. In: WAZ. 13. März 2012.</ref>

Heutiger Zustand

Heute befinden sich auf dem Friedhof noch ca. 130 Grabsteine. Im hinteren Teil befinden sich einige neuere Gräber, das bislang jüngste aus dem Jahr 1989 (Stand September 2012). 1993 wurde auf dem Friedhof ein Gedenkstein aufgestellt, auf dem alle bis zum damaligen Zeitpunkt bekannten Konzentrationslager aufgeführt sind, in denen Wittener Juden ermordet wurden.<ref>Jüdischer Friedhof, Ledderken. Stadt Witten, abgerufen am 22. März 2017.</ref><ref name="friedhoefe-in-witten-2005" /><ref>Stein soll an die Opfer des Holocaust erinnern. Gedenkstunde auf dem Friedhof Ledderken. In: WAZ. 15. März 1993.</ref> Der Friedhof ist nur zu Führungen oder besonderen Anlässen zugänglich.<ref name="waz-2013-03-13" /> Die Pflege wird von der Stadt Witten geleistet.<ref>Friedhöfe. Stadt Witten, abgerufen am 22. März 2017.</ref>

Besonderheiten

Auf dem Friedhof wurden auch einige nichtjüdische Ehepartner beigesetzt.

Weitere jüdische Friedhöfe in Witten

Ein weiterer jüdischer Friedhof befindet sich in Herbede. Gedenksteine für zerstörte jüdische Friedhöfe stehen auf dem Kommunalfriedhof Witten-Annen und dem Helenenberg.

Siehe: Judentum in Witten#Friedhöfe

Literatur

Weblinks

Commons: Jüdischer Friedhof (Witten-Mitte) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Stadt Witten: Jüdischer Friedhof, Ledderken
  • Witten (Am Ledderken). In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland, Nordrhein-Westfalen. Bearbeiterin: Claudia Pohl. Jüdische Friedhöfe in Westfalen, R-Z

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Jüdische Friedhöfe im Ennepe-Ruhr-Kreis

Koordinaten: 51° 26′ 47,4″ N, 7° 20′ 25,9″ O

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