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Jörg Schmitt

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Vorlage:Hinweisbaustein Jörg Heinrich Schmitt (* 30. August 1967 in Marburg) ist ein deutscher Investigativjournalist mit den Schwerpunkten Korruption und Wirtschaftskriminalität.

Leben

Schmitt wuchs in der Kleinstadt Biedenkopf im Hessischen Hinterland auf.<ref>Lahntalschule - Abi 86. (PDF) Abgerufen am 20. Januar 2023.</ref> Sein Vater Karl Schmitt war 30 Jahre lang Redaktionsleiter der dortigen Lokalzeitung Hinterländer Anzeiger, Jörg Schmitt begleitete ihn schon in jungen Jahren bei der Arbeit. Erste Berufserfahrungen sammelte er im Alter von zwölf Jahren als Bildredakteur, als Jugendlicher folgten auch eigene Berichte.<ref name=":0">Leila Schmidt: Jörg Schmitt: Aus dem Leben eines Investigativjournalisten. In: mittelhessen.de. Hinterländer Anzeiger, 12. November 2024, abgerufen am 13. November 2024.</ref> Nach dem Abitur an der Lahntalschule im Jahr 1986 und der Ableistung seines Zivildienstes in der Heimatregion volontierte er 1988 bei der Zeitungsgruppe Lahn-Dill, wozu auch jener Hinterländer Anzeiger gehörte. Von November 1989 bis zum Juni 1994 studierte er Journalistik, Wirtschaftspolitik und Recht an der Ludwig-Maximilians-Universität München und schloss das Studium mit dem Titel Diplom-Journalist (Universität) ab. Das Thema seiner Diplomarbeit lautet "Der Metallerstreit im Osten - das Ende der Tarifautonomie".<ref>LMU: Lehrauftrag Praxis des Journalismus</ref>

Anschließend arbeitete Schmitt ein Jahr als Redakteur beim inzwischen eingestellten deutschen Ableger der US-amerikanischen Zeitschrift Forbes. Von August 1995 bis Dezember 2000 war er Redakteur im Wirtschaftsressort des Sterns und von Januar 2001 bis August 2003 Redakteur des Manager Magazins. Im September 2003 kam er als Redakteur zum Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Er beschäftigte sich überwiegend mit der Untersuchung und Aufdeckung von Unregelmäßigkeiten und Affären in der Wirtschaft und im Sport: Geldwäscheverdacht gegen den Ex-Chef von Reemtsma, Bestechungen bei IKEA, Anlagebetrug, Geldwäsche, Korruption bei Siemens, Kirch-Pleite, Jürgen Emig und die Bestechung beim Hessischen Rundfunk, Reiner Calmund und sein Abschied bei Bayer Leverkusen, Achsbruch am ICE, Wirtschaftsspione aus China, Bestechung beim Handball und weiteres.

Bis Juli 2019 gehörte Schmitt dem Investigativteam des Spiegels an und war gemeinsam mit Jürgen Dahlkamp Koordinator für investigative Recherche. Nach der Bekanntgabe der geplanten Beförderung von Rafael Buschmann zum Leiter des Investigativteams verließ er das Investigativteam und wechselte in das Wirtschaftsressort.<ref>„Spiegel“ hält an unhaltbarer Geschichte fest – und befördert ihren Autor uebermedien.de, 24. Juli 2019</ref><ref>Jörg Schmitt spiegel.de</ref> Im November 2019 gab er bekannt, dass er am 1. Mai 2020 als leitender Redakteur in das Investigativressort der Süddeutschen Zeitung wechselt.<ref>Jörg Schmitt verlässt den “Spiegel” und wechselt zur “Süddeutschen” turi2.de, 21. November 2019</ref> Seit Dezember 2022 ist er dort als stellvertretender Ressortleiter für investigative Recherchen tätig.<ref name=":0" />

Neben seiner journalistischen Tätigkeit für die SZ ist Schmitt seit 2010 Lehrbeauftragter für Journalismus an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Auszeichnungen

Kritik

Die Süddeutsche Zeitung nannte Jörg Schmitt „eine[r]n der erfahrensten Rechercheure in Deutschland“, kritisierte aber im März 2006 seine Vorgehensweise während der Berichterstattung des „Spiegel“ zu angeblichen Unregelmäßigkeiten bei Spielertransfers des Fußball-Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen und die mutmaßliche Verwicklung des ehemaligen Spielers Ansgar Brinkmann und des Ex-Managers Reiner Calmund.<ref>Der Fall Calmund – "Strafverfolgung mit Hilfe von Medien" In: Süddeutsche Zeitung, 16. März 2006</ref>

Einzelnachweise

<references />

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