Jörg Schönenborn
Jörg Schönenborn (* 5. September 1964 in Solingen) ist ein deutscher Journalist, Fernsehmoderator und Programmdirektor für Information, Fiktion und Unterhaltung des Westdeutschen Rundfunks (WDR).
Leben
Als Sohn eines Werkzeugmachers und einer Groß- und Außenhandelskauffrau wuchs Jörg Schönenborn mit seinem jüngeren Bruder in Solingen auf, legte dort 1983 am Humboldtgymnasium das Abitur ab und absolvierte von 1983 bis 1988 in den Bereichen Journalistik und Politikwissenschaft ein Studium an der Universität Dortmund. Dort lernte er auch seine spätere Ehefrau Jona Teichmann kennen, die er im Jahre 1990 heiratete und die seit dem 1. April 2021 Programmdirektorin von Deutschlandradio ist. Das Paar wohnt in Hilden.<ref>Jörg Schönenborn im Munzinger-Archiv, abgerufen am 2. Februar 2024 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref><ref>Uli Schmidt: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wahlabende als Nervenkitzel. ( vom 13. März 2016 im Internet Archive) In: Rheinische Post, 31. Mai 2012.</ref>
Nach einem Volontariat beim WDR arbeitete Schönenborn von 1986 bis 1990 als freier Journalist für Hörfunk und Fernsehen und war anschließend für zwei Jahre Hörfunkredakteur im WDR-Studio Wuppertal. In den Jahren von 1992 bis 1997 arbeitete er als ARD-Nachrichtenkorrespondent in Nordrhein-Westfalen. Ferner war Schönenborn in dieser Zeit als Redakteur in der WDR-Fernsehredaktionsgruppe Zeitgeschehen Aktuell tätig, deren Leitung er 1997 übernahm.
1999 löste er Ulrich Deppendorf als Wahlmoderator der ARD ab. Im Januar 2002 wurde er Chefredakteur des WDR-Fernsehens. Zudem moderiert er den Presseclub und ist bei gelegentlichen, vom WDR produzierten Sondersendungen zu sehen, wie beispielsweise im ARD-Brennpunkt. Außerdem präsentiert er bei Bundestags- oder Landtagswahlen die Hochrechnungen der Meinungsforschungsinstitute. Am 22. November 2013 wurde Schönenborn vom Rundfunkrat des WDR zum neuen Fernsehdirektor gewählt<ref>WDR-Rundfunkrat // Jörg Schönenborn zum WDR-Fernsehdirektor gewählt. In: presseportal.de, 22. November 2013.</ref> und trat am 1. Mai 2014 seinen neuen Posten an. Im Zuge des crossmedialen Umbaus der Programmdirektionen des WDR im Jahr 2019 wurde er Programmdirektor Information, Fiktion und Unterhaltung.<ref>Jörg Schönenborn. 3. Juli 2019, abgerufen am 20. November 2020.</ref>
Er bewarb sich 2024 als Nachfolger für den scheidenden WDR-Intendanten Tom Buhrow. Außer ihm standen auch Katrin Vernau, Elmar Theveßen und Helge Fuhst dem Rundfunkrat am 27. Juni 2024 zur Wahl. Da im ersten Wahlgang keiner die absolute Mehrheit hatte, wurde ein zweiter Wahlgang zwischen den Bestplatzierten Vernau und Fuhst notwendig. Vernau erhielt im zweiten Wahlgang 36 der 55 Stimmen.<ref>Dr. Katrin Vernau zur neuen WDR-Intendantin gewählt. 27. Juni 2024, abgerufen am 3. August 2024.</ref>
Am 13. März 2026 wurde bekannt, dass Schönenborn sich von seiner Position als Chefredakteur und Programmdirektor des Westdeutschen Rundfunks zurückziehen und ab Mitte 2026 in das Moderationsteam der Tagesthemen rücken wird.<ref>Schönenborn wird Moderator der tagesthemen. Abgerufen am 13. März 2026.</ref>
Seit 2017 ist er Mitglied des Hochschulrates der Deutschen Sporthochschule Köln.
Kontroversen
- Im Dezember 2012 bezeichnete er den Rundfunkbeitrag des öffentlich-rechtlichen Fernsehens als „Demokratie-Abgabe“ und löste damit bundesweit eine heftige Debatte aus.<ref>Thomas Pany: Keine Zwangsabgabe, sondern gesellschaftliche Solidarität und "Demokratie-Abgabe"? In: heise online, 30. Dezember 2012.</ref>
- Im April 2013 führte Schönenborn ein Fernsehinterview mit Wladimir Putin. Es gab Kritik, Schönenborn habe die Gesprächsführung verloren und sei nicht hinreichend vorbereitet gewesen.<ref>Der russische „Fuchs“ lässt Schönenborn zittern. In: Focus, 9. April 2013.</ref><ref>Jakob Schulz: "Wie heißen Sie übrigens?" In: Süddeutsche Zeitung, 7. April 2013.</ref><ref>Putin knackt WDR-Mann im TV-Interview. In: B.Z., 7. April 2013.</ref>
- Im August 2015 wurde die WDR-Sendung Hart aber fair: Nieder mit den Ampelmännchen nach Beschwerden von Lobbygruppen aus der Mediathek gelöscht.<ref>Inge von Bönninghausen, Karin Junker: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ohrfeige für Plasberg: Ampelmännchen muss in Giftschrank. ( vom 24. August 2015 im Internet Archive) In: frauenrat.de, 20. August 2015.</ref> Schönenborn verteidigte dies,<ref>Diskussion um "Hart aber Fair"-Sendung. In: WDR, 24. August 2015.</ref> nahm die Entscheidung aber nach Protesten<ref>Michael Hanfeld: Der WDR setzt auf Zensur. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. August 2015.</ref> als „nicht richtig“ zurück.<ref>„Hart aber fair“-Sendung wieder in der Mediathek. In: WDR, 31. August 2015.</ref>
Auszeichnungen
- 1993/94: Telestar, Förderpreis für die Berichterstattung zum Brandanschlag von Solingen
- 1994: Axel-Springer-Preis für Fernsehjournalismus
- 2011: Radio-, TV- und Neue-Medien-Preis für Die Lange Obama-Nacht – Halbzeit für den Präsidenten als Moderator in der Kategorie Fernsehen der RIAS Berlin Kommission<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters
archive-todaymuss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein., abgerufen am 7. April 2013.</ref> - 2017: Eselorden der Stadt Wesel<ref>dpa: Jörg Schönenborn erhält Eselorden. In: welt.de. 26. Februar 2017, abgerufen am 24. März 2024.</ref>
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Schönenborn, Jörg |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Journalist und Chefredakteur des WDR-Fernsehens |
| GEBURTSDATUM | 5. September 1964 |
| GEBURTSORT | Solingen |