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Isotonisches Getränk

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Ein isotonisches Getränk ist eine zum Trinken bestimmte Flüssigkeit, bei der das Verhältnis von Elektrolyten zu Flüssigkeit dem des menschlichen Blutes entspricht, das heißt, dass der osmotische Wert die gleiche Tonizität wie das menschliche Blut aufweist und dadurch besonders schnell verdaut werden kann. Meist wird dies durch den Zusatz von Kohlenhydraten und Mineralstoffen – meist Natriumchlorid (Kochsalz) – zur Flüssigkeitsmenge erreicht.<ref>Katherine Rydlink: Produkttest: Sollte ich beim Sport isotonische Getränke trinken? Und was steckt drin? In: Der Spiegel. 22. Juni 2023, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 24. August 2023]).</ref>

Hintergrund

Isotonische Getränke sind vornehmlich für Leistungssportler interessant, die zu ihrem Flüssigkeitsbedarf gleichzeitig einen erhöhten Bedarf an Energiezufuhr aus Lebensmitteln (siehe: physiologischer Brennwert) haben. Da die Resorption von Flüssigkeit und Energie erst nach der Passage durch den Magen im Dünndarm erfolgt, soll die Zusammensetzung von Kohlenhydraten und Natrium für eine möglichst schnelle Magenpassage und Aufnahme sorgen: Beim Ausdauersport werden die Glykogenspeicher aufgebraucht und Fettsäuren abgebaut; tritt trotz Carboloading ein Hungerast auf, werden statt Kohlenhydraten Fette verbrannt und Ketokörper gebildet.

Soll zum Ende einer sportlichen Anstrengung die durch Mangel an Kohlenhydraten umgestellte Energiebereitstellung wieder reduziert werden, können Kohlenhydrate die Fettverbrennung zurückfahren und einen Überschuss an Ketokörpern vermindern. Diese Umstellung<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> kann über Stunden anhalten.

Auch durch eine Mischung verschiedener Zucker wie Glucose, Fructose, Saccharose oder Kohlenhydratmischungen mit Natrium(chlorid) kann kontinuierlich eine maximale Menge an Energie zugeführt werden, sodass der Kohlenhydratmangel erst möglichst spät während der körperlichen Anstrengung auftritt.<ref name="Moosburger">Kurt A. Moosburger: Trinken im Sport.</ref>

Vorschriften

In Österreich ist die Zusammensetzung eines als isotonisch bezeichneten Getränkes geregelt. Danach müssen in einem Liter mindestens 500 mg Kationen und ein bestimmter Gehalt an Natrium, Kalium, Calcium, Magnesium und Chloriden vorkommen. In Deutschland müssen die Getränke zur Bezeichnung lediglich den osmotischen Druck des Blutes aufweisen.<ref>Christina Blachnik, Norbert Vreden: Lebensmittelführer. Inhalte, Zusätze, Rückstände. 3. aktualisierte und ergänzte Auflage. Wiley-VCH, Weinheim 2007, ISBN 978-3-527-31797-4, S. 536.</ref><ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Lebensmittelführer: Inhalte, Zusätze, Rückstände: Teil 2: Fleisch, Fisch, Milch, Fett, Gewürze, Getränke, Lebensmittel für Diät, für Säuglinge, für Sportler. Hrsg.: Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name. John Wiley & Sons, Vorlage:Cite book/Date, ISBN 978-3-527-62587-1, [ ], S. 269 (Vorlage:Cite book/URL [abgerufen am 13. Januar 2015]).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

Nutzen

Für Freizeitsportler ist der Konsum isotonischer Getränke meist nicht notwendig, da der Verlust an Mineralien und Kohlenhydraten überschaubar ist. So erachtet die deutsche Gesellschaft für Ernährung den Nutzen von isotonischen Getränken erst dann als gegeben, wenn beispielsweise über einen Zeitraum von zwei bis drei Stunden gejoggt wird.<ref name="Moosburger" /><ref>Elina Fütterer: Sportgetränke: Wer braucht sie und was sollte drin sein? In: Fit for fun, abgerufen am 23. August 2019.</ref><ref>Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V.: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Richtiges Trinken im Training und Wettkampf. (DGEInfo 05/2006) (Memento vom 1. Juli 2014 im Internet Archive).</ref> Auch der deutsche Sportbund rät eher zu Apfelschorle statt zu speziellen Produkten.<ref>AOK: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Isotonische Getränke. (Memento vom 1. Januar 2013 im Internet Archive).</ref> Bei einer sportlichen Aktivität von unter 45 Minuten genügt Mineralwasser, das einen hohen Anteil an Natrium enthält.<ref>Silke Stadler: Isotonisch oder hypotonisch? Die richtigen Sportgetränke. In: Lifeline, 13. September 2018, abgerufen am 23. August 2019.</ref> Alkoholfreie Biere sind je nach Sorte leicht hypotonisch bis leicht hypertonisch; seit dem 16. Dezember 2016 müssen die zusätzlichen Nährwerte, wie Brennwert, Gehalt an Fett, Kohlenhydraten, Proteinen und Salz, gemäß der EU-Lebensmittelinformationsverordnung gekennzeichnet werden.<ref>Susanne Geisen, Dirk W. Lachenmeier: Aus der Laborpraxis. Wie hoch ist der Eiweißgehalt von Bier? Chemisches und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Karlsruhe, 3. November 2015, abgerufen am 23. August 2019.</ref>

Die Industrie vertreibt spezielle Erfrischungsgetränke, die als für Sportler besonders geeignet beworben werden. Der tatsächliche Nutzen beider Produkte wird jedoch angezweifelt.<ref>Schorle ist besser als alkoholfreies Bier. In: Kölner Stadt-Anzeiger, 19. Juli 2013, abgerufen am 23. August 2019.</ref><ref>Kathrin Burger: Was Sportler trinken sollten. In: Süddeutsche.de, 10. September 2012, abgerufen am 23. August 2019.</ref>

WHO-Trinklösung

Die WHO-Trinklösung, die oft bei Epidemien in Entwicklungsländern eingesetzt wird, war früher isotonisch (311 mOsm/l) und ist seit 2003 hypotonisch (245 mOsm/l). Der Flüssigkeitsausgleich steht dabei im Vordergrund. Sie gilt nicht als funktionelles Getränk, sondern als Arzneimittel.

Diskussion

Häufig sind isotonische Getränke für Hobbysportler nicht notwendig, da erst ab einer längeren Belastung der Körper die Zufuhr von fehlenden Elektrolyten benötigt. Einige isotonische Getränke können sogar ungeeignet sein, denn der enthaltene Zucker verhindert die Fettverbrennung.<ref>Katherine Rydlink: Produkttest: Sollte ich beim Sport isotonische Getränke trinken? Und was steckt drin? In: Der Spiegel. 22. Juni 2023, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 24. August 2023]).</ref>

Einzelnachweise

<references />