Isocyansäure
Die Isocyansäure ist eine reaktive, wenig beständige Säure, die aus ihren Salzen durch vorsichtiges Ansäuern freigesetzt wird und bei Temperaturen oberhalb von 0 °C polymerisiert. Unter 0 °C ist sie in Benzol oder Ether wochenlang haltbar. Als Lösung in Eiswasser ist sie umso länger haltbar, je verdünnter die Lösung ist.<ref name=roempp /> Ihre Ester heißen Isocyanate; ihre Salze werden üblicherweise nicht als Isocyanate, sondern als Cyanate bezeichnet. Die freie Säure polymerisiert sehr leicht zu einem Gemisch von Cyanursäure und Cyamelid.<ref>Beyer-Walter, Lehrbuch der Organischen Chemie, 23. Auflage, S. Hirzel Verlag 1998.</ref><ref group="S">Vorlage:Substanzinfo</ref> Analog zu anderen Pseudohalogenen kann sie auch ein Dimer „Diisooxocyan“ OCN-NCO bilden.<ref name=woc>Wissenschaft-Online-Lexika: Eintrag zu Cyanate im Lexikon der Chemie., abgerufen am 24. Februar 2009.</ref> Die Cyansäure als ihre tautomere Form ist sehr instabil und wird beim Ansäuern von Cyanaten nur in Spuren (bis maximal 3 %) gebildet.<ref name="howi" /> Formal ist Isocyansäure das Imid der Kohlensäure. Ein Isomer ist die Knallsäure.
Vorkommen
Isocyansäure wurde im interstellaren Raum nachgewiesen.<ref>L. E. Snyder, D. Buhl: Interstellar Isocyanic Acid. In: The Astrophysical Journal. Bd. 177, 1972, S. 619–623, doi:10.1086/151739 (PDF; 383 kB).</ref> Zum ersten Mal in einem Kometen wurde es bei der Beobachtung von C/1996 B2 (Hyakutake) im Jahr 1996 gefunden.<ref>D. C. Lis, J. Keene, K. Young, T. G. Phillips, D. Bockelée-Morvan, J. Crovisier, P. Schilke, P. F. Goldsmith, E. A. Bergin: Spectroscopic Observations of Comet C/1996 B2 (Hyakutake) with the Caltech Submillimeter Observatory. In: Icarus. Bd. 130, Nr. 2, 1997, S. 355–372, doi:10.1006/icar.1997.5833.</ref>
Einzelnachweise
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Externe Links zu erwähnten Verbindungen
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