Islamische Aktionsfront
Die Islamische Aktionsfront (arabisch{{#if:جبهة العمل الاسلامي| {{#invoke:Vorlage:lang|fold}}{{#if:Dschabhat al-Amal al-Islami| {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}}}{{#if:Ǧabhat al-ʿAmal al-Islāmī|, DMG {{#invoke:Vorlage:lang|flat}}}}{{#if:| <templatestyles src="IPA/styles.css" />
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Ziel der IAF ist die Einführung und Anwendung islamischen Rechts in Jordanien. Die IAF gilt als anhängerstärkste Partei des Landes.<ref name="APS-Jordan">Arab Political Systems: Baseline Information and Reforms – Jordan. (MS Word; 208 kB) Carnegie Endowment for International Peace; abgerufen am 21. April 2007.</ref>
Organisationsstruktur
Die Funktionäre werden von den Parteimitgliedern gewählt. Zu Entscheidungen z. B. über Teilnahme oder Boykott von Wahlen werden vereinzelt parteiinterne Mitgliederbefragungen durchgeführt.
Die Entscheidung über höchste Führungsämter wird von der Muslimbruderschaft getroffen.<ref>Nathan J. Brown: Jordan and its Islamic Movement: The Limits of Inclusion? (PDF; 626 kB) In: Carnegie Papers, Nr. 74 (November 2006), S. 7.</ref> Generalsekretär der Partei war 2007 Zaki Bani Irsheid. Er löste im Mai 2006 Hamza Mansur ab.
Die IAF verbreitet die wöchentlich erscheinende Publikation Al-Sabil („Der Pfad“).
Flügel
Unterschiedliche Positionen bestehen innerhalb der IAF insbesondere hinsichtlich der Positionierung gegenüber dem jordanischen Staat, der anzustrebenden Rolle des Islam in der Gesellschaft und dem israelisch-palästinensischen Konflikt. Radikalere Kräfte fordern die rasche Einführung der Scharia und unterstützen offen auch militante Islamisten im Ausland. 2006 dominierten radikale Kräfte die Partei. Gemäßigtere Positionen innerhalb der IAF verstehen die Partei als loyale Opposition, streben einen graduellen Wandel der Gesellschaft an und vermeiden es, sich offen auf Seiten der Hamas zu positionieren.<ref>Nathan J. Brown: Jordan and its Islamic Movement: The Limits of Inclusion? (PDF; 626 kB) In: Carnegie Papers, Nr. 74 (November 2006), S. 8.</ref>
Ideologie
Die IAF tritt für die Umsetzung islamischen Rechts ein, besonders um ihre Anhänger in moralischen Fragen mobilisieren zu können. 2006 setzte sich die IAF gegen den Verkauf von Alkohol und die Verwendung der englischen Sprache im Schulunterricht ein. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Bekämpfung der Korruption. In wirtschaftlichen Fragen vertritt die IAF populistische Positionen und protestiert u. a. gegen steigende Treibstoffpreise.<ref>Nathan J. Brown: Jordan and its Islamic Movement: The Limits of Inclusion? (PDF; 626 kB) In: Carnegie Papers, Nr. 74 (November 2006), S. 13.</ref>
Am 23. Oktober 2005 legte die IAF ein Reformprogramm vor, dass auf der Grundlage islamischen Rechts u. a. eine stärkere Rolle des Parlaments fordert.
Die IAF lehnte ein nach Attentaten 2005 erlassenes Terrorismusgesetz ab, das über die bisher untersagte Beteiligung an terroristischen Aktionen auch die Unterstützung von Terrorismus unter Strafe stellt.<ref>Jordan enacts new anti-terror law. UPI, 29. Mai 2006.</ref>
2006 verurteilte die IAF den sudanesischen Islamisten Hassan al-Turabi, nachdem dieser sich für eine weniger rigide Positionen zur Verschleierung von Frauen ausgesprochen hatte.<ref>Jordanian Islamists blast Gadhafi, Turabi. UPI, 12. April 2006.</ref>
Außenpolitische Positionen
Position gegenüber Israel
Den 1994 geschlossenen Friedensvertrag zwischen Jordanien und Israel lehnt die IAF weiterhin ab.<ref>Daniel Williams: Political Islam’s Opportunity in Jordan. In: Washington Post, 13. April 2006.</ref>
In ihrem Wahlprogramm 2003 äußerte die IAF, dass der Konflikt mit Israel zivilisatorischer Art sei. Es bestehe ein grundsätzlicher Konflikt zwischen allen Muslimen und dem Staat Israel, der nicht mit einem Friedensvertrag beendet werden könne.<ref>Nathan J. Brown: Jordan and its Islamic Movement: The Limits of Inclusion? (PDF; 626 kB) In: Carnegie Papers, Nr. 74 (November 2006), S. 10.</ref>
Während der Auseinandersetzungen zwischen Israel und der Hisbollah im Libanonkrieg 2006 organisierte die IAF Demonstrationen, auf der in Sprechchören „Bombardiert Tel Aviv!“ gerufen wurde. Die Teilnehmer äußerten zudem ihre Unterstützung für Hizbollah und Hamas.<ref>Yassin Musharbash: Zorn auf Arabiens Straßen. Spiegel Online, 21. Juli 2006.</ref>
Im Februar 2007 rief die IAF Muslime zum Kampf gegen Israel auf. Bauarbeiten auf dem Vorplatz der Klagemauer stellten einen Angriff auf religiöse Stätten des Islam dar; jeder Muslim habe die Pflicht sich an der Abwehr dieses Angriffes zu beteiligen.<ref>Arab League chief: Dig near Mount altering J’lem features. In: Jerusalem Post, 10. Februar 2007.</ref>
Unterstützung für militante Islamisten
1999 setzte sich die IAF erfolgreich für die Freilassung von Abu Musab az-Zarqawi aus jordanischer Haft ein.
Nach der Tötung des vorwiegend im Irak aktiven Abu Mus'ab az-Zarqawi würdigte ein Abgeordneter der IAF im jordanischen Parlament diesen als „Märtyrer“.<ref>Sharmila Devi: Jordan turns its sights on Muslim Brotherhood. In: Financial Times, 23. Juni 2006.</ref> Zarqawi stand der Al-Qaida nahe und war für zahlreiche Attentate v. a. auf schiitische Zivilisten verantwortlich. Zwei Abgeordnete der IAF, Mohammad Abu Farei und Ali Abul Sukkar, wurden zu einer 13-monatigen Haftstrafe verurteilt, nachdem sie am Begräbnis al-Zarqawis teilgenommen hatten. Sie wurden jedoch kurz darauf begnadigt.<ref name="APS-Jordan" />
Position zum Iran
Hamza Mansur, damals Generalsekretär der IAF, begrüßte im Mai 2006 Fortschritte im iranischen Atomprogramm. Muslime hätten die Pflicht, sich Atomwaffen gegen ihre Feinde zu beschaffen.<ref>Jordanian Islamist Leader Hamza Mansour: All Arab and Islamic Countries Should Have Nuclear Bombs to Deter the U.S. and Israel. MEMRI TV, Clip Nr. 1161, 29. Mai 2006.</ref>
Wahlergebnisse
Bei den Wahlen zum jordanischen Unterhaus 2003 erreichte die IAF 10,3 Prozent der Stimmen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />{{#if:20070927035700
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}} Bundesministerium für Bildung und Forschung; abgerufen am 21. April 2007.</ref>
2024 gewann die IAF bei den jordanischen Parlamentswahlen 31 der 138 Sitze und wurde damit stärkste Kraft bei einer Wahlbeteiligung von 32 Prozent.<ref name=":0">Königreich Jordanien: Islamistische Oppositionspartei wird stärkste Kraft bei Parlamentswahl | Zeit Online, 12. September 2024, abgerufen am 14. September 2024.</ref> Im Vergleich zur letzten Wahl verdreifachte sie damit ihr Ergebnis;<ref name=":0" /> wobei sie vor allem vom Unmut aufgrund des laufenden Israel-Gaza-Krieges profitierte.<ref name=":0" />
Literatur
- Nathan J. Brown: Jordan and its Islamic Movement: The Limits of Inclusion? (PDF; 626 kB) In: Carnegie Papers, Nr. 74 (November 2006).
- Philip Robins: A History of Jordan, Cambridge University Press, Cambridge 2004.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
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