Iranische Bibliothek in Hannover
Die Iranische Bibliothek in Hannover e.V. ist ein soziokulturelles Zentrum und eine Bibliothek, die sich auf die Sammlung sogenannter Grauer Literatur in persischer Sprache aus und über den Iran spezialisiert hat.<ref name="Möller"/> Sitz des gemeinnützigen Vereins ist seit Ende 2012 die Vordere Schöneworth 17 (Hinterhaus) im hannoverschen Stadtteil Nordstadt.<ref name="Vereinsregister">Vereinsregister, Nr. 5443</ref>
Die Bibliothek enthält Werke in Prosa und Lyrik, Literatur, Geschichte und Wissenschaft, Literatur unterschiedlicher Gruppierungen und über Menschenrechtsverletzungen im Iran. Zu der Sammlung gehören auch im Iran verbotene literarische Werke.<ref name="Möller"/> Die Bücher sind vorwiegend in persischer Sprache verfasst, gesammelt wird aber auch Literatur über den Iran in anderen Sprachen sowie Filme und Dokumentationen zum Iran. Da es für Exil-Iraner schwierig ist, an persischsprachige Literatur zu gelangen, kommt der Bibliothek, auch in Hinsicht des Kontaktepflegens, eine besondere Bedeutung zu.<ref name="Möller">Bernd Möller (Hrsg.): People without places - Die Bibliothek als Fluchtpunkt, Laurentius-Sonderheft, Dehmlow, Hannover 1999, ISBN 3-931614-49-2, S. 25 f.</ref>
Geschichte
Die Iranische Bibliothek wurde 1983 von Exil-Iranern gegründet. Seit 1985 hatte sie ihren Sitz im Gartenhaus Hannover gegenüber dem Alten Jüdischen Friedhof an der Oberstraße.<ref name="Möller"/> Ab 2010 war die Bibliothek vorübergehend in der Tulpenstraße 15 untergebracht, bis sie 2012 in die Vordere Schöneworth 17 zog.
Die Bibliothek ist die kleinere von zwei auf den persischen Sprachraum spezialisierten Bibliotheken in Hannover, ihre größere Schwester das 1993 gegründete Projekt Iranisches Dokumentationszentrum und Bibliothek bei Kargah auf dem FAUST-Gelände im Stadtteil Linden-Nord.<ref>Die iranische Bibliothek & Dokumentationszentrum, Kargah.de</ref> Der gemeinsame Bestand beiden Bibliotheken ist „eine der größten Sammlungen persischsprachiger Literatur in Europa“.<ref name="Möller"/>
Verein
Ziel des 1998 gegründeten Vereins ist insbesondere die „Förderung soziokultureller Kontakte zwischen IranerInnen und NichtiranerInnen“ sowie Pflege und Ausbau der Sammlung.<ref name="Vereinsregister"/> Bereits im Jahr 1999 umfasste der Bestand der Bibliothek über 10.000 Bände, der Verein zählte 970 Mitglieder, nicht nur Iranerinnen und Iraner, sondern auch Deutsche und Afghanen.<ref name="Möller"/> Die Bibliothek wird vorwiegend ehrenamtlich betrieben, der Verein finanziert sich über Mitgliedsbeiträge und Spenden<ref name="Möller"/> sowie Projektmittel für die soziokulturelle Arbeit mit Migranten.<ref>Die Projekte der ersten GFZ-Förderrunde (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive ), „Seniorenarbeit für die Migrant/innen aus dem Nahen und Mittleren Osten“ - Iranische Bibliothek e.V., hannover.de</ref> Die Bibliothek ist der Allgemeinheit zugänglich und jeden Werktag geöffnet.
Vernetzung
Die Bibliothek ist Mitglied des Verbunds fremdsprachiger Bibliotheken in Hannover, eines integrativen Kulturprojekts, zu dem auch die Hannah-Arendt-Bibliothek, die chinesische Leihbücherei sowie die liberale jüdische Bibliothek gehören.<ref>Philipp Schaper: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bibliotheken machen gemeinsame Sache ( des Vorlage:IconExternal vom 11. Januar 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Interview mit Walter Koch, Neue Presse, 24. Oktober 2013</ref> Die Bibliotheken präsentierten sich im Oktober 2013 in der Stadtbibliothek Hannover zum Auftakt der bundesweiten Aktionswoche Treffpunkt Bibliothek. Die Stadtbibliothek koordiniert den Verbund und die originalschriftliche Katalogisierung seiner Bestände im Gemeinsamen Bibliotheksverbund GBV.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Verborgene Schätze am „Tag der Bibliotheken“ ( des Vorlage:IconExternal vom 11. Januar 2014 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., Neue Presse, 24. Oktober 2013</ref>
Literatur
- Bernd Möller (Hrsg.): People without places – Die Bibliothek als Fluchtpunkt, Laurentius-Sonderheft, Dehmlow, Hannover 1999, ISBN 3-931614-49-2, S. 25 ff.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 52° 23′ 22″ N, 9° 43′ 21″ O
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