Iraker in Deutschland
Als Iraker in Deutschland werden Menschen bezeichnet, die aus dem Irak stammen und in Deutschland wohnen. Im weiteren Sinne umfasst der Begriff auch Deutsche mit irakischen Vorfahren.
Geschichte
Die meisten der in Deutschland lebenden Iraker waren bis in die 1980er Jahre Studenten, die sowohl in der Bundesrepublik als auch in der DDR studierten. Am 5. Januar 1959 wurde die Vereinigung Irakischer Studenten in Deutschland e.V. gegründet, bis heute hat sie ihren Sitz in Mainz.<ref>Vereinigung Irakischer Studenten in Deutschland: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wir über uns ( des Vorlage:IconExternal vom 5. Oktober 2010 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.. Abgerufen am 20. August 2010.</ref>
Nach der Machtübernahme Saddam Husseins im Jahr 1979 stieg die Anzahl der Asylanträge in der Bundesrepublik, insbesondere infolge des zweiten Golfkrieges kam es zu einer Fluchtwelle von Irakern. Wurden bis 1990 mehr als 20.000 Asylanträge registriert<ref>Schutt, Peter: Oh Saddam, unsere Sonne, Die Zeit vom 14. September 1990. S. 2.</ref>, so waren es in dem Zeitraum zwischen 1991 und 2003 bereits mehr als 95.000.
Die Zahl der in Deutschland gemeldeten Iraker stieg von 51.211 im Jahr 2000<ref>Schmidt-Fink, Ekkehart: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Von interessanten Exoten zu verdächtigen Nachbarn - Arabische Migranten in Deutschland vor und nach dem 11. September ( des Vorlage:IconExternal vom 11. Januar 2010 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. auf papyrus-magazin.de. Abgerufen am 20. August 2010.</ref> auf 79.413 im Jahr 2009.<ref name="AZR09">Statistisches Bundesamt: Ausländische Bevölkerung - Fachserie 1 Reihe 2 - 2009 (online (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot)</ref> Die Iraker stellen somit die größte Gruppe von Einwanderern aus dem Nahen Osten dar, die meisten lebten in Nordrhein-Westfalen (über 23.000) gefolgt von Bayern (18.000), Baden-Württemberg (10.000) und Niedersachsen (8.000). München ist Heimat der größten irakischen Gemeinde, 2009 waren über 9.000 Personen mit irakischer Staatsbürgerschaft dort registriert.<ref>M-Statistik: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die ausländische Bevölkerung nach der Staatsangehörigkeit ( des Vorlage:IconExternal vom 19. Juli 2011 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Hinsichtlich des Bevölkerungsanteils von Migranten aus dem Irak lag unter den Landkreisen und Kreisfreien Städten in der Bundesrepublik beim Zensus 2011 die Stadt Pforzheim vorn, gefolgt von Bielefeld und Ludwigshafen am Rhein.<ref>Kartenseite: Iraker in Deutschland - Landkreise, abgerufen am 21. September 2017.</ref>
Die irakischen Migranten bilden eine heterogene Gruppe aus unterschiedlichen aus dem Irak stammenden Ethnien und Sprachgruppen. Den größten Anteil haben die ethnischen Araber, gefolgt von Kurden und Assyrern sowie Turkomanen. Nahezu alle sprechen Arabisch und zusätzlich oft auch ihre ursprüngliche Muttersprache. Der überwiegende Teil der Migranten sind Muslime, sowohl Schiiten als auch Sunniten. Daneben sind auch irakische Christen, Mandäer, Juden und Jesiden vertreten.
Flüchtlinge
Ab 1995 war der Irak stets unter den zehn häufigsten Herkunftsländern von Asylantragstellern, im Jahr 2001 wurde ein bisheriger Höhepunkt von 17.167 Anträgen erreicht.<ref name="Migrationsbericht">Bundesministerium des Innern: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Migrationsbericht 2008 ( des Vorlage:IconExternal vom 12. Januar 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., S. 113</ref> 2008 stellten sie ein Drittel aller Asylanträge in Deutschland.<ref name="Migrationsbericht" /> Im Rahmen einer EU-Aktion nahm Deutschland zwischen 2009 und 2010 2.500 Flüchtlinge aus Jordanien und Syrien auf. Diese waren meist Angehörige religiöser Minderheiten.<ref>Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: Abschließende Statistik zur Aufnahme irakischer Flüchtlinge (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot. Abgerufen am 20. August 2010.</ref>
| Jahr | 1991 | 1992 | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Anzahl der Anträge | 1.384 | 1.484 | 1.246 | 2.066 | 6.880 | 10.842 | 14.088 | 7.435 | 8.662 | 11.601 | 17.167 | 10.242 | 3.850 | 1.293 | 1.983 | 2.117 | 4.327 | 6.836 | 6.538 | 5.555 | 5.831 | 5.352 | 3.958 | 5.345 | 29.784 |
Einbürgerungen
Die Anzahl der Einbürgerungen hat sich in den letzten 15 Jahren mehr als verzehnfacht, im Jahr 2009 erhielten mehr als 5.000 Personen die deutsche Staatsangehörigkeit. Zunehmend wird unter Hinnahme von Mehrstaatlichkeit eingebürgert.
| Jahr | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Einbürgerungen | 364 | 363 | 290 | 319 | 483 | 984 | 1.264 | 1.721 | 2.999 | 3.564 | 4.136 | 3.693 | 4.102 | 4.229 | 5.136 | 5.228 |
Siehe auch
Einzelnachweise
<references />
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2018-04
- Wikipedia:Weblink offline IABot
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Botmarkierungen 2018-04
- Kultur (Irak)
- Deutsch-irakische Beziehungen
- Arabische Diaspora in Deutschland
- Migration (Irak)
- Asiatische Diaspora in Deutschland