Interzonenturnier Saltsjöbaden 1948
Das Interzonenturnier 1948 war das erste Interzonenturnier des Schachweltverbandes FIDE und fand vom 16. Juli bis 15. August 1948 im schwedischen Saltsjöbaden statt. Es diente dazu, die Teilnehmer für das Kandidatenturnier 1950 zu bestimmen und war somit eine Qualifikationsstufe zur Schachweltmeisterschaft 1951.
Vorgeschichte
Die Organisierung des ersten Qualifikationszyklus zur Ermittlung des Herausforderers durch die FIDE war von zahlreichen Fehlschlägen begleitet: Beim 18. FIDE-Kongress in Den Haag 1947 wurde beschlossen, acht Zonenturniere in dem insgesamt auf acht Zonen verteilten Einflussbereich des Weltschachverbandes auszurichten, welche neben einigen von der FIDE benannten Spielern die Teilnehmer des Interzonenturnier ermitteln sollten. Insgesamt konnten allerdings bloß vier Zonenturniere ausgetragen werden.<ref name="Schachmty130">Schachmaty. Enzyklopeditscheski Slowar, Moskau 1990, S. 130.</ref>
Die fünf auf diesem Weg ermittelten Spieler waren: Albéric O’Kelly de Galway, der Sieger des Zonenturniers von Hilversum 1947, Eero Böök, der Sieger des Zonenturniers von Helsinki (zugleich Skandinavische Meisterschaft) und der Zweitplatzierte Gösta Stoltz, Isaac Kashdan, der sich über die als Zonenturnier fungierende US-Meisterschaft 1946 in New York City qualifizierte, bei der er Zweiter nach Samuel Reshevsky (der vorqualifiziert war für das Kandidatenturnier 1950 und in das Interzonenturnier nicht eingreifen brauchte) wurde, und Daniel Abraham Yanofsky, der Sieger der Meisterschaft von Kanada 1947, die das vierte Zonenturnier darstellte.<ref>Schachmatnyj Slowar, Moskau 1964, S. 108–109.</ref>
Von den Qualifikanten sagten O’Kelly und Kashdan die Teilnahme ab. Die FIDE benannte als Ersatz für Kashdan Andor Lilienthal aus der Sowjetunion. Luděk Pachman nahm als Zweitplatzierter des Zonenturniers von Hilversum teil.<ref name="Schachmty130" />
Absagen erhielt die FIDE auch von Erich Eliskases und Arnold Denker, die zuvor benannt wurden.<ref>Schachmaty. Enzyklopeditscheski Slowar, Moskau 1990, S. 294.</ref>
Verlauf
David Bronstein aus der Sowjetunion gewann das Turnier und konnte nachfolgend auch das Budapester Kandidatenturnier (in einem Stichwettkampf gegen Isaak Boleslawski) für sich entscheiden. Außer dem Turniersieger qualifizierten sich ursprünglich die Spieler der Ränge zwei bis fünf. Durch zahlreiche Absagen zum Kandidatenturnier 1950 wurde der Kreis der Qualifikanten auf die nächsten Ränge ausgeweitet; kurz vor Beginn des Kandidatenturniers wurde Igor Bondarewski, der verhindert war, durch Salo Flohr ersetzt.<ref>E. G. R. Cordingley: World Chess Championship Candidates’ Tournament Budapest 1950, ed. David Regis, Devon 2006, S. 10.</ref>
Es wurden für die ersten fünf Plätze Preisgelder in schwedischen Kronen in folgender Verteilung ausgeschüttet: I. 2.000,- II. 1.000,- III. 700,- IV. 500,- V. 300,-. Außerdem wurden vier Schönheitspreise in dieser Reihenfolge verliehen: der erste ging an Andor Lilienthal für seinen Sieg gegen Miguel Najdorf (5. Runde), der zweite an Petar Trifunović für seinen Sieg gegen Igor Bondarewski (4. Runde), der dritte an Isaak Boleslawski für seinen Sieg gegen Lajos Steiner (9. Runde) und der vierte an Wjatscheslaw Ragosin für seinen Sieg gegen Igor Bondarewski (1. Runde).<ref>Vasja Pirc: Međuzonski Turnir Saltsjöbaden 1948, Zagreb 1949, S. 15.</ref>
Die Organisation wurde allgemein gelobt. Saltsjöbaden (der Name bedeutet „Salzmeerbad“), ein Vorort Stockholms, wurde im Verlauf des zweiten von der FIDE durchgeführten WM-Zyklus auch Austragungsort des Interzonenturniers 1952.
Abschlusstabelle
Literatur
- Vasja Pirc: Međuzonski Turnir Saltsjöbaden 1948, Zagreb 1949
- Gideon Ståhlberg: Interzonala Schackturneringen Saltsjöbaden 1948. Turneringsbok utgiven av Sveriges Schackförbund, Sveriges Schackförbunds Förlag, Örebro 1949
Einzelnachweise
<references />
Weblinks
- <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Einzelne Runden und Abschlusstabelle auf schachchronik.de ( vom 31. Mai 2012 im Internet Archive)
- Highlights auf mark-weeks.com
Saltsjöbaden 1948 | Saltsjöbaden 1952 | Göteborg 1955 | Portorož 1958 | Stockholm 1962 | Amsterdam 1964 | Sousse 1967 | Palma de Mallorca 1970 | 1973: Petrópolis • Leningrad | 1976: Manila • Biel | 1979: Rio de Janeiro • Riga | 1982: Las Palmas • Toluca • Moskau | 1985: Tunis • Taxco • Biel | 1987: Subotica • Szirák • Zagreb | Manila 1990 | Biel 1993