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Internetphänomen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Internethype)

Vorlage:Hinweisbaustein Als Internetphänomen (auch Internet-Hype oder virales Phänomen) wird ein Konzept in Form eines Links oder einer Audio-, Bild-, Text- oder Videodatei bezeichnet, das sich schnell über das Internet verbreitet. Umgangssprachlich wird eine Meldung, die sich rasant verbreitet, dadurch beschrieben, dass sie „viral geht“<ref>falsche Übersetzung von engl. "to go viral", korrekt wäre "viral werden"</ref>, sich also so schnell verbreitet wie ein Virus. Die am weitesten verbreitete Form ist die eines über das Internet verbreiteten Memes. Bilder, die nachträglich mit kurzen prägnanten Texten versehen sind und auf sozialen Medien geteilt werden, werden auch „Image Macro“ genannt.<ref>Leonard Wehrli: So wurden Memes zum Alltag. Die Geschichte eines Massenphänomens. In: Blick am Abend. 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 22. Oktober 2018; abgerufen am 22. Oktober 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/blickamabend.atavist.com</ref><ref>Christian Heller: Was ist ein „Image Macro“? (aus der Serie: Vokabular des Neuen Kinos). In: cine.plomlompom.de. 23. April 2008, abgerufen am 22. Oktober 2018.</ref>

Entstehung von Internetphänomenen

Das Interesse der Nutzer im Rahmen eines Internetphänomens macht sich an verschiedenen Arten von Medieninhalten fest (Beispiele s. u.), dazu gehören unter anderem Flash-Animationen, Kurzfilme, Bilder, Audiobeiträge, Blogs und ganze Websites. Die Inhalte können humoristischer, satirischer oder „schockierender“ Natur sein, ihre Intention umfasst neben künstlerischer Verwirklichung, dem Versuch einer solchen und Werbung auch Selbstdarstellung und Propaganda. Nicht immer übernimmt ein Ersteller die Verantwortung für das Einstellen der Inhalte in das Medium Internet, sodass ein Veröffentlichen auch ohne Wissen und Zustimmen der dargestellten Personen erfolgen kann.

Mit zunehmender Verbreitung des Internets im privaten und gewerblichen Umfeld und dessen Etablierung als Massenmedium seit Mitte der 1990er Jahre nahmen die Möglichkeiten Einzelner, Informationen schnell und nahezu kostenlos zu verbreiten, sprunghaft zu. Über Websites, Formen des Chats, Massenversand von E-Mails, Blogs, Wikis, Internetfernsehen etc. bietet sich die Möglichkeit, mittels Hyperlinks auf Inhalte aufmerksam zu machen, das gelegentliche Aufgreifen etablierter Massenmedien forciert das Publikumsinteresse. Der Austausch von Dateien wurde darüber hinaus auch durch die verschiedenen Möglichkeiten des gemeinsamen Datenzugriffs und Websites, die das Einstellen von Kurzfilmen und Bildern durch Nutzer gestatten, ohne dass dieser über eigenen Speicherplatz auf einem Server verfügen muss, vereinfacht. Auch die zunehmende Verfügbarkeit digitaler Aufnahmetechniken (Camcorder, Digitalkameras, Webcams) sowie die zum Verarbeiten notwendige Hard- und Software ermöglicht und vereinfacht das Erstellen von Bildern, Videos und Tonaufnahmen außerhalb eines professionellen Umfeldes.

Auftreten außerhalb des Internets

Ein Internetphänomen kann national oder international auch außerhalb des Internets Resonanz finden. Indem ein Internetphänomen eine gewisse Popularität im Internet erlangt, kann es sich auch über die Grenzen des Internets hinausbewegen. Das Auftreten außerhalb des Internets kann in vielen verschiedenen Formen erfolgen. So können sie zum Beispiel durch andere Medien aufgegriffen und verwertet werden. Das Musikvideo zum Lied Pork and Beans der US-amerikanischen Rock-Band Weezer etwa beinhaltet eine Vielzahl an Gastauftritten und Anspielungen auf populäre Internetphänomene.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />List of memes referenced in Pork and Beans by Weezer (Memento vom 12. Juni 2011 im Internet Archive), dispo.se</ref> 2011 wurden vor allem bei US-amerikanischen Protestveranstaltungen viele Schilder mit populären Internetphänomen gesichtet, wie Pedobear<ref>Jack Stuef: Pedobear Offers To Help Scott Walker By Teaching Wisconsin’s Kids, 24. Februar 2011</ref> oder Sad Keanu Reeves.<ref>Matt Stopera: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The 100 Best Signs At The Rally To Restore Sanity And/Or Fear (Memento vom 15. April 2014 im Internet Archive)</ref>

Ein Beispiel für die Umsetzung eines Internetphänomens in die Realität stellt „Rickrolling“ dar. Dabei wird ein Internetnutzer durch einen Link auf das Musikvideo zu Rick Astleys Song Never Gonna Give You Up geleitet. Seinen Ursprung hat „Rickrolling“ auf dem Imageboard 4chan. Waren diese Späße zunächst nur auf das Internet beschränkt, fanden sie rasch auch ihren Weg ins echte Leben. Das reicht von Protesten gegen Scientology<ref>Shean Michaels: Taking the Rick, The Guardian, 19. März 2008</ref> über Baseball- und Basketball-Spiele<ref>Adam Rose: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />College Basketball Game Rick Roll’d (Memento vom 24. März 2008 im Internet Archive), LAist, 19. März 2008</ref> und Flashmobs bis hin zu den MTV Europe Music Awards 2008,<ref>Astley shortlisted for MTV award, BBC News, 2. Oktober 2008</ref> wo Rick Astley zum „Best Act Ever“ gekürt wurde, und der Macy’s Thanksgiving Day Parade, auf der Rick Astley eine laufende Musiknummer „rickrollt“.<ref>Matthew Moore: Macy’s Thanksgiving Day parade: Rick Astley performs his own Rickroll, The Daily Telegraph, 28. November 2008</ref>

Beispiele

Ereignisse

Selbstdarsteller

  • Andy Milonakis erlangte durch kurze Videos, die er selbst vor der Webcam drehte, schnell Bekanntheit. Er erhielt bei MTV eine eigene Comedyshow (The Andy Milonakis Show), die auch in Deutschland ausgestrahlt wurde. Die Sendung wurde in Deutschland nach wenigen Folgen wieder abgesetzt. In den USA wurden drei Staffeln ausgestrahlt.
  • Das Video des „Star Wars Kid“, der mit seiner Videokamera Privataufnahmen seiner Kampfbewegungen macht, welche die Kampfbewegungen des Darth Maul aus Star Wars nachahmen. Die Aufnahmen gelangten durch einen Schulkameraden ins Internet.<ref>Internetstars: Von Star Wars Kids und Lonelygirls, Netzwelt</ref>
  • „lonelygirl15“ ist der Name einer Web-Serie, die sich um das Leben des fiktiven 16-jährigen Mädchens Bree dreht. Die Serie lief von Juni 2006 bis August 2008. Im September 2006 wurde bekannt, dass es sich um einen Fake handelt.<ref>Frank Patalong: Lonelygirl15: Der Name der Rose, Der Spiegel, 13. September 2009</ref><ref>Barbara Munker, dpa: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Internetberühmtheiten: Die Enttarnung von Lonelygirl15 (Memento vom 19. Dezember 2010 im Internet Archive), Stern, 14. September 2006</ref> Mit ihren scheinbar realen Video-Blog-Einträgen wurde Lonelygirl15 eine populäre Gestalt im Internet. Bree wurde von der US-amerikanisch-neuseeländischen Schauspielerin Jessica Lee Rose dargestellt.
  • Ein deutscher Selbstdarsteller, der unfreiwillig berühmt wurde, ist Norman Kochanowski unter dem Künstlernamen „Leopold Slikk“, der in einem Video, das international die Bezeichnung „Angry German Kid“ erhielt, seine Tastatur zerschmettert, weil ein Egoshooter-Computerspiel seiner Meinung nach zu langsam lädt. Der Schauspieler drehte zuvor bereits als Parodie auf die damalige Jugendkultur ein weiteres virales Video, in dem er als „echter Gangster“ auftritt und dabei erzählt, wie er verschiedene Sozialnormen bricht. Nach dem Amoklauf von Emsdetten griff eine Fernsehsendung sein Video Angry German Kid, das für echt gehalten wurde, in dem Beitrag „Killerspiele und der Amoklauf von Emsdetten“ auf und verhalf ihm so zu Internetruhm. „Slikk“ wurde danach von Mitschülern und im Internet gemobbt und löschte als Reaktion darauf, soweit ihm möglich, seine Videos, die jedoch weiterhin im Internet auffindbar sind. Als Erwachsener produzierte er nichtvirale Videos über Bodybuilding, bei deren Kommentarfunktion er Nutzerfragen über seine früheren viralen Videos ignorierte.<ref>Dennis Kogel: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/motherboard.vice.com. Veröffentlicht auf motherboard.vice.com, 21. November 2017. Abgerufen am 29. Januar 2019</ref>

Hoaxes

  • Der „Tourist Guy“, ein Mann mit einer Wollmütze, wurde aufgrund des angeblich letzten Fotos vor den Anschlägen des 11. September 2001 weltweit bekannt. Infolgedessen wurde er so populär, dass er unter anderem in historische Momente wie den Absturz der Hindenburg eingebaut wurde. Später stellte sich das Bild als Fälschung heraus.
  • Bonsai Kitten war eine 2000 entstandene Website, die behauptete, sogenannte Bonsai-Katzen zu verkaufen. Die Katzen würden als Junge mehrere Monate in kleine Glasbehälter gesperrt, wodurch die Tiere die Form der Behälter annähmen.

Musik

  • Das Lied Gangnam Style von Psy, das innerhalb weniger Wochen weltweit mehrere Millionen Klicks auf YouTube erreichte und so zum damals erfolgreichsten Internetvideo wurde. Der Popstar schaffte es so innerhalb kürzester Zeit zu globaler Berühmtheit; selbst der UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon tanzte mit Psy den „Gangnam Style“.
  • Das Lied Call Me Maybe von Carly Rae Jepsen, das durch verschiedenste virtuelle Tanzeinlagen, unter anderem von der US Army und dem amerikanischen Olympia-Schwimmteam, vom normalen Musikstück zum Internetphänomen wurde.
  • Der sogenannte Harlem Shake, bei dem sich Menschen zum Teil Flashmob-artig in zuckenden Bewegungen zu dem Lied Harlem Shake von Harry Rodrigues (besser bekannt als Baauer) bewegen und die Videos daraufhin ins Internet stellen. Bekannt wurden besonders Flashmobs in New York City und Tanzeinlagen der US Marines.<ref>focus.de über Harlem Shake</ref>
  • Das Musikvideo Wo bist du mein Sonnenlicht?<ref>Grup Tekkan, Mein Sonnenlicht (Studio Version), YouTube</ref> von Grup Tekkan, einer Gruppe in ihrer Freizeit musizierender türkischstämmiger Jugendlicher, hatte durchschlagenden Erfolg, der weniger in den musikalischen Qualitäten der Jugendlichen als in der humoristischen Note begründet war. Das Video kursierte zunächst im Internet, war dann aber auch in der Fernsehsendung TV total zu sehen.
  • Die Liedperformance Kleiner Hai von Alemuel wurde nach der Veröffentlichung des Videos von einer Vielzahl von Benutzern in eigener Version nachgeahmt und als Antwort ins Netz gestellt. Schließlich erhielt Alemuel für das Lied sogar einen Plattenvertrag.
  • Die im Abspann der Anime-Fernsehserie Die Melancholie der Haruhi Suzumiya gezeigte Animation zu dem Titel Hare Hare Yukai wurde ebenfalls ein Internetphänomen. Es existieren zahlreiche Parodien und von Fans erstellte Videos, die sich auf die Musik und/oder die Choreografie beziehen.<ref>Akiko Kashiwagi: Japan Too, YouTube? In: Newsweek International. 4. September 2006, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. Oktober 2006; abgerufen am 11. Dezember 2008.</ref> Der Lizenzbesitzer Kadokawa Shoten nutzt diese Entwicklung für ein millionenschweres Experiment zwecks Überprüfung der Medienwirksamkeit und versucht die Fans bei der Legalisierung der Videos zu unterstützen, die teilweise millionenfach angesehen wurden.<ref>Kenji Hall: Japanese Anime Studio Embraces YouTube Pirates. In: BusinessWeek. 5. August 2008, abgerufen am 27. Dezember 2008 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
  • Bei Vocaloid handelt es sich um einen von der Yamaha Corporation entwickelten Synthesizer, mit dessen Hilfe es möglich ist, Gesang wie mit einem Instrument zu erzeugen. Aufbauend auf der Software entstanden verschiedene kommerzielle Stimmen und zugehörige Figuren, die als Vocaloids bezeichnet werden. Ausgehend von der japanischen Internetseite Nico Nico Douga entwickelten sich tausende von Musikstücken, und es erwuchs ein gewisser Kult um die Figuren. Besonders bekannt davon ist die Figur und Stimme Miku Hatsune, deren Alben und Singles sich ebenfalls in den japanischen Charts platzieren konnten.
  • Autotune the News ist eine Internetserie, in der hauptsächlich Nachrichtenberichte aus dem amerikanischen Fernsehen mittels Autotuner so verändert werden, dass es den Anschein hat, als ob die Moderatoren singen würden. Produziert werden diese Videos von der Musikgruppe „The Gregory Brothers“. Innerhalb kürzester Zeit erreichten ihre Videos eine immense Popularität im Internet sowie auch außerhalb des Netzes. Der Song Bed Intruder, der seine Basis in einem Nachrichtenbericht über eine versuchte Vergewaltigung und insbesondere des skurrilen Interviews mit Antoine Dodson hat, stieg sogar auf Platz 89 der amerikanischen Billboard Hot 100 ein<ref>Bed Intruder: YouTube-Scherz schafft es in US-Charts, db, diepresse.com, 6. September 2009</ref> und hatte bei YouTube schnell über 75 Millionen Zugriffe.<ref>Auto-Tune the News: BED INTRUDER SONG!!! (now on iTunes), YouTube</ref>
  • Caramelldansen ist ein Lied der schwedischen Gruppe Caramell. Dieses Lied wird oft mit japanischen Animefiguren kombiniert, diese tanzen dann zu der im Hintergrund laufenden Musik. Meist wird aber nicht das Original verwendet, sondern der Speedycake remix. Diese Tanzvideos sind erst auf der japanischen Videoplattform Nico Nico Douga erschienen, später wurden sie auch auf YouTube immer beliebter.<ref>Caramelldansen / U-U-U-Aua Dance, YouTube</ref>
  • Das Lied Sandstorm von Darude wird im Internet oft verwendet, um Leute, die nach einem bestimmten Lied fragen, hereinzulegen. Der Trend entwickelte sich in diversen Spielen und IRC-channels als Antwort auf die Frage, wie der Titel eines (durch ein Kommando) abgespielten Liedstücks lautet.
  • Die inzwischen aufgelöste US-amerikanische Trancecore-Band Attack Attack! veröffentlichte im Jahr 2008 das Musikvideo zum Lied Stick Stickly und wurde zum Begründer des Internetphänomens Crabcore. In dem Musikvideo war zu sehen, wie die Musiker beim Headbangen in einem Breakdown Stellungen eingenommen haben, welche stark an Krabbenstellung erinnern.<ref>John McDonnell: The Guardian: Scene and heard: Crabcore</ref> Die Band nahm dies humorvoll hin und verkaufte zeitweise T-Shirts mit Aufschriften wie „Crab Fucking Core“ oder „Major League Crabcore“ mit abgewandelten MLB-Logo. Der US-amerikanische YouTube-Comedian Jarrod Alonge verkauft zudem Shirts mit der Aufschrift „Defend Crabcore“ als Merchandising-Produkt für seine fiktive Metalcore-Band Amidst the Grave’s Demons.
  • Das Musikstück Sad Romance von Ji Pyeong-gwon für den Soundtrack der südkoreanischen Fernsehserie Over the Green Fields ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) Jeo Pureun Chowonwie) aus dem Jahr 2003 wird vor allem für Parodien verwendet. Die Melodie ist sehr traurig und wird dazu verwendet, Dinge und Ereignisse zu dramatisieren und zu parodieren.
  • Das bereits im Jahr 2009 veröffentlichte Lied Shooting Stars des australischen Alternative-House-Duos Bag Raiders wurde 2017 zu einem Meme. Hierbei sind Personen oder Tiere zu sehen, die durch Stolpern oder ähnliches Fallen inmitten eines surrealen Hintergrundes, der nachträglich eingefügt wurde, „durch Raum und Zeit“ fliegen. Begleitet werden diese Darstellungen durch die ersten gesangsfreien Sekunden des Musikstückes.

Filme

  • „Prank-Flash“, „Screamer“ oder „Shock-Flash“ sind die Bezeichnungen einer etwas länger anhaltenden Trendwelle von Flash-Animationen, in denen der Betrachter zuerst durch eine normale Geschichte mit leiser Musik abgelenkt bzw. angehalten wird, sich auf subtile Details zu konzentrieren, bis plötzlich aus dem Nichts eine „Horrorfratze“ mit tösendem Geschrei auftaucht und den Betrachter erschreckt. Die Fernsehwerbung für das Kaffee-Misch-Getränk „K-Fee“ griff dieses Konzept auf.<ref>Beispiel einer Animation, Netspooky, albinoblacksheep.com</ref> (Siehe auch: Jump-Scare)
  • „Animutation“, ein Animationstrend innerhalb der Flash-Szene, in der mit möglichst wenig Aufwand möglichst viele bunte Bilder des Zeitgeschehens wahllos aneinander gereiht werden, meistens untermalt mit japanischer Dance-Musik.
  • Neusynchronisierungen: Filmklassiker werden auf alberne Weise neu synchronisiert, beispielsweise Sinnlos im Weltraum (eine Parodie auf Star Trek), Lord of the Weed (eine Parodie auf Herr der Ringe), Harry Potter und ein Stein (eine Parodie von Coldmirror auf Harry Potter und der Stein der Weisen).

Politik

Werbung

  • Die Werbewirtschaft versucht, das Auftreten dieses starken Nutzerinteresses im Rahmen des viralen Marketings zu nutzen. Werbebotschaften werden so kostenneutral, beispielsweise als „Spaßvideo“ oder Blog getarnt, durch Internetnutzer verbreitet. Auch Computerspiele wie Moorhuhn (Werbung für eine Whisky-Marke aus einer schottischen Gegend, in der reale Moorschneehühner vorkommen), die zum kostenlosen Herunterladen stehen und zur Weiterempfehlung anregen, fallen in diese Kategorie.<ref>Hier schreibt sogar der Vorstandschef. In: FAZ Online, 5. März 2006</ref>
  • „Will it blend?“ ist eine Internetserie der Küchengerätefirma Blendtec. In den Videos werden diverse Objekte, wie etwa Mobiltelefone, Leuchtstäbe, Golfbälle o. ä., in einem Mixer vernichtet, um dessen Qualität zu bewerben.
  • Das Phänomen Anna Swelund trat im Zusammenhang der Werbung für skandinavische Mobiltelefone in Erscheinung.
  • Ein Werbeclip von „Flex Tape“ wurde ebenfalls ein viraler Insider-Witz unter Benutzern von Seiten wie beispielsweise „Reddit“, worauf sich aus Zitate wie „That’s a lot of damage“ ein Spaß gemacht wurde.

Challenges

Eine Challenge (englisch für „Herausforderung“) im Umfeld sozialer Medien ist die Aufforderung, sich bei einer bestimmten Aufgabe zu filmen und das Video anschließend zu teilen. Die Art der Aufgaben reicht von harmlosen Geschicklichkeitsübungen bis zu potenziell lebensgefährlichen Mutproben.<ref>Challenge im Online-Lexikon internet-abc.de. Abgerufen am 12. Juni 2023.</ref>

  • Die ALS Ice Bucket Challenge (deutsch: Eiskübel-Herausforderung) ist eine Aktion, die darin besteht, sich einen Eimer kaltes Wasser über den Kopf zu gießen und hiernach drei oder mehrere Personen zu nominieren, die dann 24 Stunden Zeit haben, es einem gleichzutun. Tut man dies nicht, soll man 100 US-Dollar, beziehungsweise 100 Euro, an die ALS Association spenden. Die Aktion soll auf die Nervenkrankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufmerksam machen und Spendengelder für deren Erforschung und Bekämpfung generieren.<ref>So funktioniert die Ice Bucket Challenge, Bild.de, abgerufen am 23. August 2014.</ref><ref>Prominente machen bei der Ice Bucket Challenge mit, FAZ.net, abgerufen am 2. August 2014.</ref>
  • Bottle Cap Challenge (deutsch etwa Schraubverschluss-Herausforderung) ist ein Internetphänomen, das Mitte 2019 auftauchte. Dabei werden Videos in den sozialen Medien veröffentlicht, in denen der Schraubverschluss einer Flasche mit einem Roundhouse-Kick von der Flasche gedreht wird.
  • Blackout Challenge, Mutprobe, die bis zum Tod durch Ersticken führen kann
  • Salt and Ice Challenge (deutsch: „Salz und Eis“-Herausforderung, kurz: Salz-Eis-Challenge) ist ein Internetphänomen, bei dem Teilnehmer sich zunächst Salz auf die bloße Haut streuen (häufig auf den Unterarm), darauf dann Eis legen (meist in Form von Eiswürfeln). Dabei entsteht ein Gefühl von Verbrennungen; die Teilnehmer wetteifern darum, wer am längsten durchhält. Aufnahmen der Aktionen werden in den sozialen Medien verbreitet.
  • Hot-Chip-Challenge (deutsch: „Scharfer-Chip“-Herausforderung) ist ein Internetphänomen, bei dem Teilnehmer einen extrem scharfen Tortilla-Chip verzehren. Laut Hersteller handelt es sich bei dem „Hot Chip“ um den „schärfsten Chip der Welt“. Unter anderem stammen die Zutaten von der Carolina Reaper, die auch als die „Königin der Chilischoten“ bekannt ist sowie der Chilischote Trinidad Moruga Scorpion. Auf der Scoville-Skala erreicht ihre Schärfe bis zu 2.200.000 SHU. Der Hersteller selbst ruft dazu auf, Aufnahmen der Aktionen in den sozialen Medien zu verbreiten. Gleichzeitig wird auch vor massiven gesundheitlichen Risiken gewarnt.<ref>Saarland: Verbraucherzentrale warnt vor Hot-Chip-Challenge | tagesschau.de

https://www.tagesschau.de/inland/regional/saarland/sr-verbraucherzentrale-warnt-vor-hot-chip-challenge-100.html</ref><ref>Verpackung des Herstellers des „Hot Chip“</ref>

Sonstiges

Datei:Webcomic xkcd - Wikipedian protester de.png
Deutsche Version des xkcd-Comics „Wikipedian Protester“

Literatur

  • Conor Lastowka, Josh Fruhlinger: [Citation Needed]: The Best of Wikipedia’s Worst Writing. CreateSpace, 2011, ISBN 978-1-4663-4698-7.
  • erlehmann (Nils Dagsson Moskopp), plomlompom (Christian Heller): Internet-Meme, kurz & geek. O’Reilly, Köln 2013, ISBN 978-3-86899-805-4.
  • Limor Shifman: Meme. Kunst, Kultur und Politik im digitalen Zeitalter. edition suhrkamp, Berlin 2014, ISBN 978-3-518-12681-3.

Weblinks

Commons: Internetphänomen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Internetphänomen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

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