Internationales Zentrum für Ethik in den Wissenschaften
Vorlage:Hinweisbaustein Das Internationale Zentrum für Ethik in den Wissenschaften (IZEW) ist ein interdisziplinäres Forschungszentrum für ethische Fragen, die sich mit Bezug auf die Wissenschaften und ihre Bedeutung in der Gesellschaft ergeben. An der Universität Tübingen ist das IZEW eine zentrale fakultätsübergreifende wissenschaftliche Einrichtung. Am IZEW wird das Programm einer „Ethik in den Wissenschaften“ verfolgt, welches die Frage der Verantwortung bereits in den Wissenschaften selbst thematisiert. Das Ethikzentrum beheimatet zudem eine der größten Bibliotheken für Wissenschaftsethik in Europa.<ref>Über das IZEW | Universität Tübingen. Abgerufen am 25. August 2025.</ref>
Forschungsprogramm
Die am IZEW entwickelte Herangehensweise zielt auf eine Verbesserung der Praxis von Forschung, Lehre und öffentlicher Kommunikation und erweitert den Dialog zwischen Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften mit Blick auf ethische Fragen. Ethik wird dabei als Aufgabe auch der beteiligten Wissenschaftler verstanden. Sie geben ethische Fragen und Probleme, die in und aus ihrer wissenschaftlichen Arbeit erwachsen, nicht an philosophische oder theologische Ethikexperten ab, sondern identifizieren, analysieren und beurteilen sie gemeinsam im Dialog. Weitere Schwerpunkte sind der Transfer zwischen ethischer Forschung und dem Bildungsbereich sowie die Koordination von Forschungsnetzwerken.<ref>Über das IZEW | Universität Tübingen. Abgerufen am 20. Oktober 2025.</ref>
Die Arbeit am Ethikzentrum ist dabei aufgegliedert in folgende Forschungsgruppen:
- Co-laborative Forschung und Innovation
- Ethik und Bildung
- Medienethik, Technikphilosophie und KI
- Natur und nachhaltige Entwicklung
- Robotik und KI
- Sicherheitsethik
Geschichte
Das IZEW wurde 1990 gegründet und war das erste Ethikzentrum in Deutschland, das sich mit der ganzen Spannbreite anwendungsorientierter Ethik befasst.<ref>Geschichte | Universität Tübingen. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 8. Oktober 2020; abgerufen am 9. Oktober 2020. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Ausgehend von dem 1985 an der Tübinger Universität eingerichteten Gesprächskreis „Ethik in den Naturwissenschaften“, der sich dem interdisziplinären Austausch zu wissenschaftsethischen Fragen widmete, wurde 1986 die Forschungsstelle „Ethik in den Naturwissenschaften“ gegründet. Zeitgleich hatten studentische Initiativen insbesondere in Medizin und Biologie eingefordert, die Fragen von gesellschaftlicher Verantwortung und Technikfolgenabschätzung in ihren Disziplinen in Forschung und Lehre zu institutionalisieren.
Die Gründung des IZEW erfolgte auf Basis einer Empfehlung des Landtages von Baden-Württemberg, der 1987 außerdem die Einrichtung zweier zunächst zeitlich befristeter Professuren beschloss: die Professur für Ethik in den Biowissenschaften an der Fakultät für Biologie und die Professur für Ethik in der Medizin an der Medizinischen Fakultät.<ref>Regina Ammicht-Quinn, Thomas Potthast (Hrsg.): Ethik in den Wissenschaften. 1 Konzept, 25 Jahre, 50 Perspektiven. Tübingen 2015.</ref> 1991 übernahm Julian Nida-Rümelin die Professur für Ethik in den Biowissenschaften.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Curriculum Vitae Prof. Dr. Dr. h. c. Julian Nida-Rümelin, Staatsminister a. D. ( des Vorlage:IconExternal vom 31. Oktober 2020 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., auf julian.nida-ruemelin.de, abgerufen am 27. Oktober 2020.</ref> Nach der Umwandlung in eine dauerhafte Professur im Jahre 1996 wurde Eve-Marie Engels auf diesen Lehrstuhl berufen. Nachdem die Professur für Medizinethik zunächst von unterschiedlichen Personen vertretungsweise besetzt war, wurde Urban Wiesing 1998 Lehrstuhlinhaber für Ethik in der Medizin.<ref>Institut für Ethik und Geschichte in der Medizin, auf medizin.uni-tuebingen.de.</ref>
Gründungsdirektor und erster Sprecher des IZEW (1990–2001) war der Tübinger Moraltheologe Dietmar Mieth. Maßgeblich zur Gründung trugen auch die Biologin Vera Hemleben,<ref>Formerly Research Group Hemleben, auf uni-tuebingen.de</ref> erste Sprecherin des Wissenschaftlichen Rates, und der Moralphilosoph Reiner Wimmer,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Prof. Dr. i. R. Reiner Wimmer ( des Vorlage:IconExternal vom 16. Oktober 2020 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., auf uni-tuebingen.de</ref> Sprecher des ersten am IZEW ansässigen Graduiertenkollegs, bei. Ebenfalls an der Gründung und dem Aufbau des Zentrums beteiligt waren Klaus Steigleder und Marcus Düwell.<ref>Verein zur Förderung der Ethik in den Wissenschaften e. V. (VFEW), auf uni-tuebingen.de</ref>
Am IZEW waren zwei Graduiertenkollegs angesiedelt, die jeweils von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wurden: von 1991 bis 2000 das Kolleg „Ethik in den Wissenschaften“, von 2004 bis 2013 das Graduiertenkolleg „Bioethik – Zu Selbstgestaltung des Menschen durch Biotechniken“.<ref>Graduiertenkolleg Bioethik | Universität Tübingen. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 9. Oktober 2020. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
Das IZEW wird von allen Fakultäten der Universität Tübingen getragen, die jeweils einen Vertreter in den Wissenschaftlichen Rat entsenden.<ref>Mitglieder des Wissenschaftlichen Rats, auf uni-tuebingen.de</ref> Analog zu den o. g. Lehrstühlen in der Medizin und in der Biologie besteht seit 2018 an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät ein „Lehrstuhl für Globalisierungsethik“, dessen Inhaber Claus Dierksmeier über den Wissenschaftlichen Rat eng mit dem IZEW verbunden ist. 2010 wurde ein Internationaler Beirat berufen,<ref>Internationaler Beirat, auf uni-tuebingen.de</ref> dessen Mitglieder Professoren an europäischen und US-amerikanischen Universitäten und Akteure aus der Praxis sind.
Sprecherinnen und Sprecher des IZEW
- 1990–2001: Dietmar Mieth
- 2001–2011: Eve-Marie Engels
- 2011–2014: Urban Wiesing
- 2014–2023: Regina Ammicht Quinn und Thomas Potthast<ref>Prof. Dr. Thomas Potthast (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juli 2025. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot, auf uni-tuebingen.de</ref>
- Seit 2023: Thomas Potthast<ref>Geschichte | Universität Tübingen. Abgerufen am 20. Oktober 2025.</ref>
Siehe auch
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Archivlinks 2025-07
- Wikipedia:Weblink offline
- Wikipedia:Weblink offline IABot
- Wikipedia:Defekte Weblinks/Ungeprüfte Botmarkierungen 2025-07
- Unterorganisation der Eberhard Karls Universität Tübingen
- Medizinethik
- Bioethik
- Forschungseinrichtungsgründung 1990