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Inšušinak

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Datei:Inshushinak (Linear Elamite).jpg
Name von Inšušinak geschrie­ben in ela­mischer Strich­schrift

Inšušinak (sumerisch NIN.Šušinak „Herr von Susa“; NIN.MUŠ3.EREN „Herr des Zedernlandes [Elam]“<ref>Volkert Haas, Heidemarie Koch: Religionen des alten Orients. Hethiter und Iran. Göttingen 2011, S. 64.</ref>) ist eine der Hauptgottheiten in Elam und die Hauptgottheit von Susa. Inšušinak ist in fast allen Epochen der elamitischen Geschichte bezeugt, während andere Gottheiten nur in kurzen Perioden belegt sind. Inšušinak hatte in Susa eine Zikkurat, die allerdings nur durch Inschriften bezeugt ist. Auch die Zikkurat von Tschoga Zanbil ist ihm geweiht. In Susa erscheint er oft in Rechtsurkunden.

Die älteste Überlieferung von Inšušinak stammt wahrscheinlich von einer Liste von Gottheiten aus Abū Ṣalābīḫ aus der Mitte des 3. Jahrtausends v. Chr., auf der unter anderen die Gottheit dnin-šušinak aufgeführt ist.<ref>Daniel T. Potts: The archaeology of Elam. Formation and Transformation of an Ancient Iranian State. 2. Auflage, Cambridge 2016, ISBN 978-1107094697, S. 58 und 80–81.</ref> Mit der mit ziemlicher Sicherheit weitergeführten Verehrung aus der späten neuelamischen in die achämenidische Zeit<ref>Wouter F. M. Henkelman: The Heartland Pantheon. In: Bruno Jacobs, Robert Rollinger (Hrsg.): A Companion to the Achaemenid Persian Empire. 2 Bände. Wiley-Blackwell, Hoboken 2021, S. 1221–1242, hier S. 1221.</ref> hat der Kult für Inšušinak über 2000 Jahre bestanden.

Inšušinak wird mit dem mesopotamischen Gott Ninurta gleichgesetzt, einem Kriegergott, der zudem der Herr von Fruchtbarkeit, Wachstum, Fischreichtum und Frühlingsüberschwemmung war, alles Voraussetzungen für reiche Ernten, die auch in Inšušinaks Aufgabenbereich fallen.<ref>Volkert Haas, Heidemarie Koch: Religionen des alten Orients. Hethiter und Iran. Göttingen 2011, S. 64 f.</ref> Eine andere Auffassung setzt Inšušinak in Beziehung zu Inanna, der wichtigsten Gottheit von Uruk, mit der ihn das Logogramm MUŠ3 verbindet.<ref>Piotr Steinkeller: The Birth of Elam in History. In: Gian Petro Basello, Javier Alvarez-Mon, Yasmina Wicks (Hrsg.): The Elamite World. Routledge, London/New York 2018. ISBN 978-1-138-99989-3, S. 177–202, hier S. 179.</ref> Inšušinak ist auch für Recht und Ordnung sowie das Wohlergehen des Landes zuständig.<ref>Volkert Haas, Heidemarie Koch: Religionen des alten Orients. Hethiter und Iran. Göttingen 2011, S. 65.</ref> Zudem ist er der Herr der Unterwelt und Totenrichter<ref>Heidemarie Koch: Frauen und Schlangen. Die geheimnisvolle Kultur der Elamer in Alt-Iran. Mainz am Rhein 2007, S. 162.</ref>, was ihn in die Nähe des mesopotamischen Gottes Nergal rückt.<ref>Volkert Haas, Heidemarie Koch: Religionen des alten Orients. Hethiter und Iran. Göttingen 2011, S. 65.</ref> Inšušinak hat zahlreiche Beinamen, die sich aus seiner Bedeutung und seinem Aufgabenbereich ergeben, so „König der Götter“, „Vater der Schwachen“ und „Schirmherr der Götter des Himmels und der Erde“. Als Symbol des Inšušinak gilt die mit der Unterwelt verbundene Schlange.<ref>Volkert Haas, Heidemarie Koch: Religionen des alten Orients. Hethiter und Iran. Göttingen 2011, S. 65.</ref>

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />