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Ignacy Tokarczuk

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Datei:Ignacy Tokarczuk.JPG
Ignacy Tokarczuk (2006)
Datei:Herb abp Tokarczuka.jpg
Wappen des Erzbischofs

Ignacy Marcin Tokarczuk (* 1. Februar 1918 in Lubianki, Bezirk Zbaraż, Galizien; † 29. Dezember 2012 in Przemyśl) war Erzbischof von Przemyśl.

Leben

Ignacy Tokarczuk wurde in Ostgalizien geboren, das bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zu Österreich-Ungarn, danach zur wiedererrichteten Republik Polen gehörte und heute in der Ukraine liegt. Er studierte Philosophie am Priesterseminar in Lemberg und Katholische Theologie an der damaligen Jan-Kazimierz-Universität. Während des Zweiten Weltkrieges, als seine Heimatregion erst von der Sowjetunion und dann von NS-Deutschland besetzt war, führte er sein Studium im Untergrund weiter.

Am 21. Juni 1942 wurde er vom Lemberger Weihbischof Eugeniusz Baziak zum Priester geweiht. Er war Vikar in Złotniki. Dort entging er 1944 knapp der Vollstreckung eines Todesurteils der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA), indem er nach Lemberg flüchtete. Ostgalizien wurde nach Kriegsende von der Sowjetunion annektiert und Tokarczuk wurde wie die meisten Polen von dort vertrieben. Ab 1945 war er in verschiedenen Pfarrgemeinden im Erzbistum Kattowitz tätig, u. a. an der Christkönigskathedrale Kattowitz. Er promovierte in Philosophie an der Katholischen Universität Lublin, parallel betreute er von 1947 bis 1950 eine Gemeinde in Lębork. Ab 1952 in Ermland in der Seelsorge sowie als Professor für Philosophie und Theologie am Seminar in Olsztyn tätig.<ref name="wyborcza">Zmarł Ignacy Tokarczuk, najstarszy polski biskup, Gazeta, 29. Dezember 2012 (polnisch)</ref>

Papst Paul VI. ernannte ihn am 3. Dezember 1965 zum Bischof von Przemyśl. Die Bischofsweihe spendete ihm am 6. Februar 1966 in der Kathedrale von Przemyśl der Primas von Polen, Stefan Kardinal Wyszyński; Mitkonsekratoren waren Wojciech Tomaka, emeritierter Weihbischof in Przemyśl, und Stanisław Jakiel, Weihbischof in Przemyśl. Sein bischöflicher Wahlspruch war Deus Caritas est.

Papst Johannes Paul II. erhob ihn mit der Apostolischen Konstitution Totus Tuus Poloniae Populus zum Erzbischof von Przemyśl, sowie zum Metropoliten der Kirchenprovinz Przemyśl. Am 17. April 1993 nahm Johannes Paul II. sein aus Altersgründen vorgebrachtes Rücktrittsgesuch an.

Tokarczuk wurde als „biskup niezłomny“ bekannt, der unbeugsame Bischof. Trotz fehlender Genehmigungen der kommunistischen Behörden ließ er über 400 Kirchen und Kapellen bauen und engagierte sich gegen das Regime. Immer wieder wurde er von den Behörden deshalb schikaniert.<ref name="wyborcza" /><ref>Dominik Hierlemann: Lobbying Der Katholischen Kirche: Das Einflussnetz des Klerus in Polen. VS Verlag für Sozialwissenschaften 2005.</ref>

Für sein Engagement wurde er mehrfach geehrt, darunter mit dem Orden des Weißen Adlers, dem höchsten Ehrenzeichen der Dritten Republik Polen. Er war Ehrenbürger von Rzeszów und Przemyśl. Er hatte Ehrendoktorwürden der Universitäten in Lublin und Rzeszów inne.<ref name="wyborcza" />

Einzelnachweise

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Weblinks

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