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Igel-Stäubling

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Igel-Stäubling
Datei:Igelstäubling Igelbovist Lycoperdon echinatum.jpg

Igelstäubling (Lycoperdon echinatum)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Champignonartige (Agaricales)
Familie: Champignonverwandte (Agaricaceae)
Gattung: Stäublinge (Lycoperdon)
Art: Igel-Stäubling
Wissenschaftlicher Name
Lycoperdon echinatum
Pers.

Der Igelstäubling oder Igelbovist (Lycoperdon echinatum) ist ein Pilz aus der Familie der Champignonverwandten (Agaricaceae).

Merkmale

Die kugeligen bis umgekehrt birnenförmigen Fruchtkörper besitzen eine verjüngende Basis und werden bis 6 cm hoch sowie 4 cm im Durchmesser. Auf der bald dunkelbraunen Außenhülle (Exoperidie) befinden sich hell-gelbbraune, bis zu 5 mm lange und in Büscheln zu drei oder vier stehende, gekrümmte weiche Stacheln. Diese fallen später ab und hinterlassen auf der Oberfläche ein dunkelrotbraunes, netzförmiges Muster. Das Fruchtfleisch (Gleba) ist jung weiß, später bräunend, und wandelt sich schließlich in dunkelbraunen Sporenstaub um, der durch eine Öffnung am Scheitel abgegeben wird.

Die braunen Sporen sind kugelig, 4–5 µm breit, dicht mit stacheligen Warzen besetzt und weisen ein 1–2 µm langes Anhängsel (Sterigmenrest) auf. Das Geflecht (Capillitium) im Inneren der Fruchtkörper besteht aus bis zu 6 µm breiten Hyphen. Es ist rotbraun gefärbt, verzweigt, elastisch und besitzt kleine Poren.

Ökologie

Der Igel-Stäubling kommt vor allem in Buchenwäldern auf basischen Böden vor, wobei er insbesondere in Haargersten- und Waldmeister-Buchenwäldern auftritt. Daneben wächst der Pilz in Tannen-Buchenwäldern und Eichen-Hainbuchen-Wäldern sowie in Fichtenforsten, wo er meist bei Buchen zu finden ist. Der Stäubling ist von der planaren bis in die Montane Höhenstufe anzutreffen. Die Fruchtkörper erscheinen vor allem von Juli bis Oktober.

Verbreitung

Der Igel-Stäubling ist von Portugal in Westeuropa bis Japan<ref>Kasuya T. (2004): Gasteromycetes of Chiba Prefecture, Central Honshu, Japan – I. The family Lycoperdaceae. Journal of the Natural History Museum and Institute Chiba 8 (1). S. 1–11. ISSN 0915-9452.</ref> in Ostasien, nach Norden bis Irland und Südschottland, Schweden, Finnland, Estland und Sibirien<ref>Krieglsteiner et al.: Die Großpilze Baden-Württembergs. S. 143.</ref> sowie südwärts bis Italien und Bulgarien, zum Kaukasus, bis nach Iran<ref>Saber M. (1991): New records of gasteromycetes for Iran. Iranian Journal of Plant Pathology 27 (1–4). S. 19–24. ISSN 0006-2774.</ref> und China<ref>Bi Z, Zheng G, Li T (1993): The Macrofungus Flora of China's Guangdong Province. Columbia University Press, New York, ISBN 962-201-556-5. S. 556.</ref> verbreitet. Darüber hinaus ist er in Mittelamerika<ref>Calonge FD, Mata M, Carranza J (2005): Contribución al catálogo de los Gasteromycetes (Basidiomycotina, Fungi) de Costa Rica. Anales del Jardín Botánico de Madrid 62 (1). S. 23–45. doi:10.3989/ajbm.2005.v62.i1.26, ISSN 0211-1322. (PDF)</ref> und im östlichen Zentralafrika<ref>Demoulin V, Dring DM (1975): Gasteromycetes of Kivu (Zaïre), Rwanda and Burundi. Bulletin du Jardin Botanique National de Belgique 45 (3/4). S. 339–372. doi:10.2307/3667488.</ref> zu finden.

Artabgrenzung

Der Igel-Stäubling ist durch seine bis zu 5 mm langen Stacheln unter den Stäublingen gut gekennzeichnet. Der Geschwänztsporige Stäubling (Lycoperdon pedicellatum) besitzt eine gewisse Ähnlichkeit, hat aber nur bis zu 2 mm lange Stacheln. Ähnliches gilt für Lycoperdon pulcherrinum, ein Stäubling, der in den Vereinigten Staaten zu finden ist.<ref>Miller HR, Miller OK: North American Mushrooms: A Field Guide to Edible and Inedible Fungi. Falcon Guide, Guilford, Connecticut 2006, ISBN 0-7627-3109-5. S. 454.</ref> Besonders lange Stacheln besitzt Lycoperdon compactum, eine in Neuseeland endemische Art. Sie unterscheidet sich durch kleinere Sporen sowie hyalines, septiertes Capillitium.<ref>Cunnigham GH: The Gasteromycetes of Australia and New Zealand. John McIndoe, Dunedin, New Zealand 1942. S. 148.</ref>

Bedeutung

Der Pilz ist jung essbar, solange das Innere weiß gefärbt ist.

Literatur

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: Igel-Stäubling (Lycoperdon echinatum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien