Ida Ehre Schule (Hamburg)
| Ida Ehre Schule | ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Datei:1749 bogenstr 34 ida ehre schule.jpg | ||||||
| Schulform | Stadtteilschule | |||||
| Schulnummer | 5071<ref name="schulliste" /> | |||||
| Gründung | 1934 | |||||
| Adresse | Bogenstraße 36 und Lehmweg 14 | |||||
| Ort | Hamburg | |||||
| Land | Hamburg | |||||
| Staat | Deutschland | |||||
| Koordinaten | 53° 34′ 27″ N, 9° 58′ 25″ O
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| Schüler | 1.180 (Schuljahr 2025/26)<ref name="schulliste">Behörde für Schule und Berufsbildung zusammen mit dem Institut für Bildungsmonitoring und Qualitätsentwicklung (IfBQ): Schulinfosystem SISy, Angaben zur Gymnasium Allee aus dem Schuljahr 2025/26. (Abgerufen im Januar 2026)</ref> | |||||
| Leitung | Nicole Boutez<ref name="Schulleitung">Schulleitung. In: www.idaehreschule.de. Abgerufen am 16. März 2020.</ref> | |||||
| Website | ida.hamburg.de | |||||
Die Ida Ehre Schule (nach eigener Schreibung, von 2001 bis 2010 Ida-Ehre-Gesamtschule) ist eine neunstufige Stadtteilschule im Hamburger Stadtteil Harvestehude. Das Oberstufenhaus für die Jahrgänge 11 bis 13 befindet sich am Lehmweg im Stadtteil Hoheluft-Ost. Von ihrer Gründung 1934 bis zur Umbenennung nach Ida Ehre 2001 hieß die Schule nach Friedrich Ludwig Jahn Jahnschule, erst als Volksschule, dann als Grund-, Haupt- und Realschule und ab 1979 als eine der ersten Integrierten Gesamtschulen in Hamburg.
Geschichte
Die Volksschule in der Bogenstraße wurde ab 1929 nach Plänen von Fritz Schumacher erbaut und war für die Umsetzung von Ideen der Reformpädagogik konzipiert, so findet sich im Gebäude eine der wenigen Volksschul-Aulen dieser Zeit. Der Bau wurde 1931 inmitten von Weltwirtschaftskrise und Nothaushalten unterbrochen. So kam es erst 1934 zur Fertigstellung.<ref name="Jacobsgaard">Hans-Peter de Lorent: Peter Jacobsgaard. In: Biografien-Datenbank: NS‑Dabeigewesene der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.</ref>
Erster Schuldirektor wurde 1934 Peter Jacobsgaard (1879–1961).<ref name="Jacobsgaard" /> Die Schule wurde nach Friedrich Ludwig Jahn (1778–1852) benannt, der das Turnen in Deutschland eingeführt hat. Die Nationalsozialisten hatten einen Teil von Jahns völkisch-nationalem Gedankengut in ihrer Propaganda verwendet. Zur Zeit des Nationalsozialismus wurde der Schulhof zur Versammlung der Hitler-Jugend benutzt. Jüdische Kinder waren ab 1935 – wie an allen staatlichen Hamburger Schulen – nicht mehr zugelassen. Als besonderer Einpeitscher der nationalsozialistischen Ideologie an der Schule galt ihr Turnwart Fehling.<ref>Hans-Peter de Lorent: Rudolf Fehling. In: Biografien-Datenbank: NS‑Dabeigewesene der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg.</ref>
Nach dem Krieg wurde die Jahnschule zur Grund-, Haupt- und Mittelschule. Durch Verordnung wurde die Schule in den 1950ern zur Grundschule, Praktischen Oberschule (vorher Hauptschule) und zur Technischen Oberschule (vorher Mittelschule). Später wurde die Jahnschule zur Grund-, Haupt- und Realschule. Im Jahr 1979 wurde sie in eine Integrierte Gesamtschule umgewandelt.
1997 beschloss die Schulkonferenz die Umbenennung der Schule, da Friedrich Ludwig Jahn ein Vorbild für die Nazis gewesen sei.<ref>Heike Dierbach: „Hauptsache, Jahn ist weg“. In: taz vom 4. April 2000.</ref> Schüler, Lehrer und Eltern sammelten mögliche Namen für die Schule,<ref>Matthias Schmoock: "Völkische Thesen" - Jahnschule will anderen Namen. In: Hamburger Abendblatt, Jahrgang 52, Nr. 99 (29. April 1999), S. 15.</ref> bei der Abstimmung gewann 1999 der Vorschlag Ida Ehre. Aufgrund von Verfahrensfehlern musste die Wahl im Dezember 2000 wiederholt werden. Im Juli 2001 wurde die Schule schließlich in Ida-Ehre-Gesamtschule umbenannt.<ref>Matthias Schmoock: (schmoo): Jahnschule jetzt nach Ida Ehre benannt. In: Hamburger Abendblatt vom 16. Juli 2011.</ref>
Im Rahmen der Schulreform wurde die Ida-Ehre-Schule zum Schuljahr 2011/2012 zur Stadtteilschule.
Architektur
Der Schulstandort an der Bogenstraße 34/36 befindet sich westlich der Gustav-Falke-Straße, nordöstlich der Bogenstraße und südöstlich der Schlankreye. Auf dem Schulgelände befinden sich drei Schulgebäude:
- Haus 1 (⊙
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|name=Haus 1 (Hauptgebäude) der Ida-Ehre-Schule am Standort Bogenstraße
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}}) ist das zweiflüglige Haupthaus an der Bogenstraße / Ecke Schlankreye, das denkmalgeschützte Schumacher-Ensemble besteht aus dem Haus 1 selbst sowie einer alten Schulhofmauer.
- Haus 2 (⊙
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|name=Haus 2 der Ida-Ehre-Schule am Standort Bogenstraße
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}}) ist ein dreigeschossiges Gebäude zur Schlankreye hin. Das Gebäude ist in den achtziger Jahren beim Ausbau zur Integrierten Gesamtschule entstanden, um eine Mena und Arbeitslehre-Fachräume unterzubringen.
- Haus 3 (⊙
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|name=Haus 3 der Ida-Ehre-Schule am Standort Bogenstraße
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}}) zur Gustav-Falke-Straße hin war ehemals das Grundschulgebäude. Das Gebäude wurde in Fertigteilbauweise errichtet und ist wie auch Gebäude 2 nicht denkmalgeschützt. Das viergeschossige Gebäude nimmt Klassen, Fachräume mit dem Schwerpunkt Naturwissenschaften und Gemeinschaftsräume auf, und hat knapp 3.000 m² Nutzfläche<ref>Sanierung Haus 3 der Ida-Ehre-Schule am Standort Bogenstraße 34/36 in Hamburg Ausschreibung von 2014</ref> Das Haus 3 wurde 2017 saniert.
Fritz Schumacher konzipierte das heutige Haus 1 als Doppelschule im Rahmen des Volksschulbauprogramms der 1920er Jahre.<ref name="Lange">Ralf Lange: Architekturführer Hamburg. Edition Menges, Stuttgart 1995, ISBN 978-3-930698-58-5, S. 115. (Eintrag „C 79 Jahnschule“)</ref> Das fünfgeschossige Gebäude mit Flachdach hat zwei Flügel. Der streng achsensymmetrische Trakt an der Bogenstraße war in eine Schule für Mädchen und eine Schule für Knaben zweigeteilt. Diese Teilung ist heute noch an den Bezeichnungen über den Eingängen links und rechts des Hauptflügels ablesbar. Die Trennung erfolgte im Schulgebäude in jeder Etage durch eine Glaswand mit integrierter Glastür, durch die Lehrer der Abteilung Knaben mit ihrer Klasse in die Turnhalle, die Aula oder in den Gymnastiksaal gelangen konnten.
Im Gebäudetrakt entlang der Schlankreye wurden die Räume für die gemeinsame Nutzung errichtet: im Erdgeschoss die Turnhalle, darüber eine große Aula mit Bühne und in der dritten Etage der Gymnastiksaal. Auf dem Schulhof trennte ein dicker weißer Strich den Hofteil der Mädchen von dem der Knaben. Die Architektur ist mit ihrer dunklen Klinkerfassade und den streng rechteckigen Formen betont sachlich, wirkt aber dennoch „unterschwellig konservativ“.<ref name="Lange" /> Die Fassade ist mit Terrakotta-Elementen von Richard Kuöhl geschmückt, unter anderem je zwölf Keramik-Reliefs mit den Tierkreiszeichen an den Portalen der Mädchen- bzw. Jungenseite und eine Reihe von Karyatiden an der Fenstergruppe des Musiksaals im fünften Stock des Gebäudetrakts entlang der Schlankreye.<ref>Maike Bruhns: Bauschmuck bei Fritz Schumacher: ein Kaleidoskop der Künste. (= Schriftenreihe des Hamburgischen Architekturarchivs, Band 30), hrsg. von Hartmut Frank und Ullrich Schwarz, Dölling und Galitz Verlag, München - Hamburg 2013, ISBN 978-3-86218-038-7.</ref>
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Modell von 1926, Ansicht von der Bogenstraße
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Modell von 1926, Ansicht von der Schlankreye
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Beide Flügel vom Schulhof aus
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Fassadendetail, Karyatiden
Am Standort Lehmweg (im Stadtteil Hoheluft-Ost des Bezirkes Hamburg-Nord) befindet sich die Oberstufe der Schule. Auf dem Schulstandort am Lehmweg 14 gibt es einen Altbau (⊙
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|name=Altbau der Ida-Ehre-Schule am Standort Lehmweg
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}}) und einen Neubau (⊙
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|name=Neubau der Ida-Ehre-Schule am Standort Lehmweg
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}}). Der dreigeschossige Altbau wurde 1898 nach Plänen von Carl Johann Christian Zimmermann errichtet und steht unter Denkmalschutz.<ref>Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Hamburg-Hoheluft-Ost, Eintrag 20247, Lehmweg 14.</ref> Das Gebäude wird seit 1984 von der Ida-Ehre-Schule genutzt, nachdem es zwischen den Verwendungen als Volksschule auch von nationalsozialistischen Organisationen, als Wohnungen für Ausgebombte und eine Berufsschule genutzt wurde.
Heutiges Profil
Die Ida-Ehre-Schule ist eine Ganztagsschule. 2022/23 besuchten von den etwa 1.200 Schülerinnen und Schülern gut 920 die Sekundarstufe I und knapp 280 die Sekundarstufe II.<ref name="schulliste" /> Der Einzugsbereich der Schule ist im Vergleich zu den Gymnasien der direkten Umgebung relativ weit. Ein Großteil der Schüler der Ida-Ehre-Schule kommt aus Eimsbüttel, Altona (Altstadt und -Nord), St. Pauli, Lokstedt, der Sternschanze und Hoheluft-West wie -Ost.<ref>Bildungsatlas Hamburg, Schüler aus den Einzugsgebieten der Ida-Ehre-Schule im Schuljahr 2017/18: Eimsbüttel (183), Altona-Altstadt und Altona-Nord (157), St. Pauli (129), Lokstedt (75), Sternschanze (61), Hoheluft-West und Hoheluft-Ost (49).</ref> Aus den direkt östlich angrenzenden Stadtteilen Harvestehude, Rotherbaum und Eppendorf kommen trotz der räumlichen Nähe vergleichsweise wenig Schülerinnen und Schüler an die Ida-Ehre-Schule.<ref>Bildungsatlas Hamburg, Schüler aus den Einzugsgebieten der Ida-Ehre-Schule im Schuljahr 2017/18: Harvestehude (39), Rotherbaum (33), Eppendorf (19)</ref>
Bei der Erhebung des Sozialindex für Hamburger Schulen 2011 wurde für die Ida-Ehre-Schule ein Sozialindex von 3 errechnet. Die Skala reicht von 1 (nachteilige Voraussetzungen der Schülerschaft, höchster Förderbedarf) bis 6 (beste Voraussetzungen, kein Förderbedarf). Die direkt benachbarten Gymnasien EWG, HLG und Kaifu wurden mit dem Sozialindex 5 eingestuft.<ref>Schriftliche Kleine Anfrage des Abgeordneten Robert Heinemann (CDU) vom 28.02.13 und Antwort des Senats. Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg – 20. Wahlperiode, Drucksache 20/7094, Anlage 4b: Alte und neue Sozialindizes der staatlichen weiterführenden Schulen, S. 27.</ref> Im Schuljahr 2016/17 hatten etwa 44 % der Ida-Ehre-Schüler einen Migrationshintergrund, etwas weniger als im Durchschnitt aller Hamburger Stadtteilschulen.<ref>Peter Ulrich Meyer: So hoch ist der Migrantenanteil an Hamburger Schulen. In: Hamburger Abendblatt vom 19. April 2018. (An den Hamburger Stadtteilschulen lag der Anteil durchschnittlich bei 48 %)</ref>
Die Oberstufe der Ida-Ehre-Schule bildet seit dem Auslaufen einer gemeinsamen Oberstufe beider Schulen an diesem Standort im Schuljahr 2018/2019 einen Verbund mit der Stadtteilschule Eppendorf. Zusammen werden sieben Profile angeboten, vier an der Ida-Ehre-Schule, und drei an der Stadtteilschule Eppendorf.<ref>Oberstufenprofile an der Ida-Ehre-Schule.</ref>
Persönlichkeiten
Lehrer
- Wilhelm Theodor Peter Behn (1906–?), Autor und Rundfunksprecher, war von 1935 bis 1946 mit Unterbrechungen Lehrer an der Jahnschule
Schüler
- Uwe Storjohann (1925–2021), Autor und Hörfunkredakteur
- Manuel Karasek (* 1967), Schriftsteller und Journalist
- Moritz Bleibtreu (* 1971), Schauspieler
- Samy Deluxe (* 1977), Rapper
- Gabriela Gottschalk (* 1978), Tänzerin und Sängerin
- Susan Sideropoulos (* 1980), Schauspielerin
- Anna Gallina (* 1983), Politikerin (Bündnis 90/Die Grünen)
- Leslie Clio (* 1986), Sängerin
Weblinks
- Offizielle Website der Schule
- Archivbestand zur Ida-Ehre-Schule im Hamburgischen Staatsarchiv
- Ida Ehre Kulturverein (Förderverein der Ida-Ehre-Schule)
Einzelnachweise
<references />
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