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Hypoglycin

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Vorlage:Infobox Chemikalie

Hypoglycin ist eine nicht-proteinogene Aminosäure mit blutzuckersenkender und teratogener Wirkung.

Vorkommen

Datei:Ackee 001.jpg
Akee-Pflanze mit Frucht
Datei:Litschis.jpg
Unreife Litschifrüchte enthalten ebenfalls Hypoglycin

Hypoglycin kommt in den Samen und unreifen Früchten der Akee-Pflanze vor.<ref name="Valberg2013">Vorlage:Cite journal</ref> Im unreifen Samenmantel sind bis zu 1000 ppm Hypoglycin enthalten; das entspricht bis zu 1 mg pro Gramm Nassgewicht.<ref name="DOI10.1080/10807039891285045">Vorlage:Literatur</ref> In den Samen ist es 2–3 Mal soviel. Die aus Afrika stammende Akee-Pflanze wurde vor 200 Jahren in Jamaika eingeführt, wo die reifen Früchte konsumiert werden.

Hypoglycin kommt auch in unreifen Litschis und deren Kernen vor.

Vergiftungen

Beim Verzehr von Akee kann es zu schweren Vergiftungserscheinungen kommen, die von Erbrechen (Vorlage:Lang) bis zu Unterzuckerung, Erschöpfungserscheinungen, Koma und Tod reichen.<ref>Vorlage:Literatur</ref> Die Symptome zeigen sich 6–48 Stunden nach der Nahrungsaufnahme. Die Ursache der Vergiftungserscheinungen ist die Hemmung von Acyl-CoA-Dehydrogenasen. Diskutiert wird auch die Hemmung der Oxidation von Fettsäuren und Leucin.<ref name="DOI10.1080/10807039891285045" /> Die Wirkung wird wahrscheinlich nicht von Hypoglycin selbst verursacht, sondern von seinem primären Metaboliten Methylencyclopropylacetyl-CoA (MCPA-CoA). Die letale Dosis beträgt etwa 40 mg·kg−1 (Mensch).<ref name="roempp" />

Jährlich auftretende, teils tödlich verlaufende Erkrankungen bei Kindern im indischen Distrikt Muzaffarpur, konnten auf übermäßigen Litschikonsum zurückgeführt werden. Der Krankheitsverlauf war insbesondere bei Kindern aus armen Verhältnissen, die kein Abendessen erhielten, schwer.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Hypoglycin wurde in den Samen verschiedener Arten des Ahorns nachgewiesen, wie z. B. dem Eschen-Ahorn.<ref name="Valberg2013" /> In der Veterinärmedizin wurde erst 2015 das Hypoglycin aus Samen des Bergahorns als Auslöser der oft tödlich verlaufenden Atypischen Weidemyopathie beim Pferd erkannt.<ref name="Votion2015">Vorlage:Internetquelle (via WebArchiv). Dominique Votion, E. Pole: The cause of atypical myopathy has been discovered - What should we do now? (via ResearchGate); Pferdeheilkunde, Band 31, Nr. 6, Januar 2015, S. 571–575, doi:10.21836/PEM20150604.</ref> 2021 wurden in einer Studie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) und des Leibniz-Instituts für Pflanzenbiochemie (IPB) Spuren der Substanz auch in Kuhmilch gefunden.<ref>Kay Sanders: Forschende finden Gift aus Ahornbaum in Kuhmilch, auf: scinexx.de vom 7. Juni 2021.</ref>

Einzelnachweise

<references />

Weblinks