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Hungerturm (Gastronomie)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:ZilleHungerturm.jpg
Hungerturm in einer Grafik von Heinrich Zille (1911)

Als Hungerturm wird vor allem in Berlin und im Ruhrgebiet eine rundum verglaste, mehrstöckige Vitrine bezeichnet,<ref>Gourmet-Streifzug durch Berlin-Brandenburg. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 9. Februar 2014; abgerufen am 14. Dezember 2024.</ref> die in Kneipen seit Ende des 19. Jahrhunderts traditionell auf dem Tresen zu finden ist und kleine, deftige Speisen wie Rollmöpse, Salzgurken, Schmalzbrote, Soleier, Buletten und Mettwürstchen für die Gäste enthält.<ref>Christiane Rademacher: Das Runde im Hungerturm. 16. April 2006, abgerufen am 17. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Willi Mohrs: Hungertürme und Holländer-Kneipen. In: DerWesten (WAZ). FUNKE DIGITAL GmbH & Co. KG, 16. Februar 2012, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. April 2019; abgerufen am 17. Dezember 2022.</ref><ref>Was bedeutet Husche, Hosenmatz, Humpen? Synonym, Erklärung. Abgerufen am 14. Dezember 2024.</ref> Die scherzhafte Bezeichnung geht auf die Hungertürme – Gefängnisbauten von Burgen oder an Stadtmauern – zurück.

Manche Hungertürme waren wie ein Eisschrank aufgebaut. In ein Fach, das auf die Vitrine aufgesetzt wurde, wurde Eis eingefüllt. Das geschmolzene Eiswasser wurde durch dünne Rohrleitungen in die Theke abgeleitet und kühlte dabei die ausgestellten Speisen. Der Maler Heinrich Zille zeichnete in seinen Berliner Kneipenszenen mehrfach derartige Vitrinen.

Hungertürme verschiedener Ausführungen sind in zahlreichen Ausstellungen und Museen als Exponate ausgestellt. Im Panoptikum, das Karl Valentin am 21. Oktober 1934 eröffnete, wurde beispielsweise ein derartiger Hungerturm ausgestellt.<ref>Karl Valentin. Tabellarischer Lebenslauf im LeMO (DHM und HdG)</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />