Zum Inhalt springen

Hunds-Straußgras

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Hunds-Straußgras
Datei:Agrostis.canina.jpg

Rispe des Hunds-Straußgrases (Agrostis canina)

Systematik
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Unterfamilie: Pooideae
Gattung: Straußgräser (Agrostis)
Art: Hunds-Straußgras
Wissenschaftlicher Name
Agrostis canina
L.

Das Hunds-Straußgras (Agrostis canina), auch Sumpf-Straußgras genannt, ist eine Pflanzenart der Straußgräser (Agrostis) in der Familie der Süßgräser (Poaceae). Es ist eine Pionierpflanze an Ufern, in Flachmooren und auf abgetorften Böden.

Beschreibung

Datei:Agrostis canina.jpeg
Blattbüschel
Datei:372 Agrostis canina L.jpg
Illustration
Datei:Agrostis canina kz03.jpg
Dichter Bestand

Vegetative Merkmale

Das Hunds-Straußgras ist eine ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 15 bis 75 Zentimetern. Es bildet blaugrüne Rasen und hat lange oberirdische Kriechsprossen mit vollständig ausgebildeten Blättern, an den Knoten werden Wurzeln und Blattbüschel gebildet. Man findet keine unterirdischen Ausläufer. Die kahlen Halme besitzen drei bis sechs Knoten (Nodien). Die Blatthäutchen bilden einen 2 bis 4 Millimeter langen, häutigen Saum. Die einfache Blattspreite ist 3 bis 15 Zentimeter lang und 1 bis 2 Millimeter breit.<ref name="Conert2000" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis August.<ref name="Conert2000" /> Der rispige Blütenstand ist 4 bis 15 Zentimeter lang und bis zu 7 Zentimeter breit. Drei bis sieben Seitenäste gehen in Büscheln von der Hauptachse ab. Die Ährchen sind einblütig und 1,8 bis 2,5 Millimeter lang. Die Hüllspelzen sind einnervig, etwa gleich lang wie die Ährchen, wobei die obere etwas kürzer als die untere ist. Die Deckspelze ist fünfnervig, glatt, kahl und ist bei einer Länge von 1,5 bis 1,8 Millimetern breit-lanzettlich. Die gekniete Granne ist 2 bis 4,5 Millimeter lang. Die Vorspelze ist 0,3 bis 0,4 Millimeter lang. Die Staubbeutel sind 1 bis 1,5 Millimeter lang.<ref name="Conert2000" />

Die Frucht etwa 1,2 Millimeter lang.<ref name="Conert2000" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ähnliche Arten

Das Hunds-Straußgras unterscheidet sich vom Schmalrispigen Straußgras (Agrostis vinealis) und auch anderen Grasarten mit kurzen Grannen und kurzen Vorspelzen durch die belaubten Kriechsprosse und die langen Staubblätter.<ref name="FoC2006" />

Verbreitung und Standortansprüche

Das Hunds-Straußgras ist in den gemäßigten Gebieten Eurasiens weitverbreitet.<ref name="POWO" /> Es kommt ursprünglich von Europa bis China und Korea vor.<ref name="POWO" /> Da es auch für Rasen verwendet wird, wurde es in andere gemäßigte Gebiete eingeführt.<ref name="FoC2006" /> In Europa kommt es in fast allen Ländern vor und fehlt nur in Lettland und Nordmazedonien.<ref name="Euro+Med" /> In Algerien kommt es eingeschleppt vor.<ref name="Euro+Med" />

Das Hunds-Straußgras bildet in Mitteleuropa stellenweise dichte Bestände und ist von der Ebene bis in die Gebirge verbreitet. Es steigt in Graubünden am Stazersee im Stazerwald bis in eine Höhenlage von 1820 Meter auf.<ref name="Conert1989" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4w+ (sehr feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch), Salztoleranz = 1 (tolerant).<ref name="InfoFlora" />

Man findet es in Flach- und Quellmooren, auf nassen Wiesen und Wegen, in Bruchwäldern, auf Schlammböden abgelassener Teiche und an der Küste in grasigen Dünentälern.<ref name="Conert2000" /> Es gedeiht auf sickernassen und staunassen, nährstoffarmen und kalkarmen, mäßig sauren, modrig-torfig-humosen Tonböden oder Sumpfhumus- oder Sandböden. Es kommt in initialen Gesellschaften des Verbands Caricion fuscae oder in denen der Ordnung Scheuchzerietalia vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Systematik und Verbreitung

Die Erstveröffentlichung von Agrostis canina erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 62.<ref name="Euro+Med" />

Das Hunds-Straußgras ist in den gemäßigten Gebieten Eurasiens weitverbreitet.<ref name="POWO" />

Je nach Autor gibt es keine<ref name="POWO" /> oder wenige Unterarten:<ref name="Euro+Med" />

  • Agrostis canina subsp. aspromontana <templatestyles src="Person/styles.css" />Brullo, Scelsi & Spamp.: Sie wurde 2001 aus Italien erstbeschrieben.<ref name="Euro+Med" /> Sie wird als Synonym von Agrostis canina <templatestyles src="Person/styles.css" />L. betrachtet.<ref name="POWO" />
  • Agrostis canina <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. canina
  • Agrostis canina subsp. granatensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Romero García, Blanca & C.Morales: Sie kommt nur in Spanien vor.<ref name="Euro+Med" /> Sie wird als Synonym von Agrostis canina <templatestyles src="Person/styles.css" />L. betrachtet.<ref name="POWO" />

Trivialnamen

Für das Hunds-Straußgras sind oder waren, zum Teil auch nur regional, auch die Bezeichnungen Jägerbart (Oldenburg), Rechgras (Bern) und Straußgras gebräuchlich.<ref name="Jessen1882" />

Quellen

Literatur

  • Hans Joachim Conert: Pareys Gräserbuch. Die Gräser Deutschlands erkennen und bestimmen. Blackwell Wissenschafts-Verlag, Berlin, Wien 2000, ISBN 3-8263-3327-6.

Einzelnachweise

<references> <ref name="InfoFlora"> Agrostis canina L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Jessen1882"> Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen, Verlag von Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 13. </ref> <ref name="Conert1989"> Hans Joachim Conert: Familie Poaceae. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 338–340. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1989, ISBN 3-489-52020-3. </ref> <ref name="Conert2000"> Hans Joachim Conert: Pareys Gräserbuch. Die Gräser Deutschlands erkennen und bestimmen. Blackwell Wissenschafts-Verlag, Berlin, Wien 2000, ISBN 3-8263-3327-6, S. 96. </ref> <ref name="FoC2006"> Sheng-lian Lu, Sylvia M. Phillips: Agrostis. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China. Volume 22: Poaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2006, ISBN 1-930723-50-4. Agrostis canina, S. 347 - textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="Euro+Med"> B.Valdés, H.Scholz; with contributions from E. von Raab-Straube & G.Parolly (2009+): Poaceae (pro parte majore). Datenblatt Agrostis canina In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="POWO"> Datenblatt Agrostis canina bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Hunds-Straußgras (Agrostis canina) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien