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Horst Heilmann (Widerstandskämpfer)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Hailman Horst.jpg
Horst Heilmann

Horst Heilmann (* 15. April 1923 in Dresden; † 22. Dezember 1942 in Berlin-Plötzensee) war ein deutscher Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus in der Berliner Widerstandsgruppe um Harro Schulze-Boysen.

Leben

Heilmann wurde als Sohn des halleschen Stadtbaurates Jakob-Adolf Heilmann geboren. Nach dem Abitur wurde er zur Wehrmacht eingezogen und arbeitete dort beim OKH in der Einheit General der Nachrichtenaufklärung, Inspektion 7 Gruppe VI, zunächst in Referat 7, dann 1, dann, im August 1942, im Referat 12 – „Referat Vauck“ am Berliner Matthäikirchplatz 4, das Agentenfunk dechiffrierte. Er war dort zusammen mit Wachtmeister Alfred Traxl und anderen NS-Gegnern.<ref>Kriegstagebuch der Einheit</ref><ref>CSDIC Volume 4, Army High Command Sigint Service</ref> Sein Einsatzort Berlin bot ihm die Möglichkeit, gleichzeitig ein Studium an der Auslandswissenschaftlichen Fakultät der Friedrich-Wilhelms-Universität aufzunehmen. Dort hatte sich ab 1939/1940 ein reger Kreis widerständiger Dozenten und Studenten gesammelt, darunter neben Harro Schulze-Boysen und Horst Heilmann auch Professor Albrecht Haushofer und der Student Rainer Hildebrandt.

Über Schulze-Boysen, mit dem er an einer Diplomarbeit über Napoleon schrieb, kam er in Kontakt mit anderen Personen des Widerstands. Ende August 1942 erfuhr Heilmann auf seiner Dienststelle von entschlüsselten sowjetischen Funksprüchen mit den Namen von Harro Schulze-Boysen, John Graudenz, Arvid Harnack und Adam Kuckhoff und versuchte, mehrere von ihnen, darunter Libertas Schulze-Boysen, die Ehefrau von Harro Schulze-Boysen, zu warnen. Doch ab Ende August wurden weit über 120 Angehörige unterschiedlicher Gruppen, die über die dechiffrierten Funkmeldungen identifiziert werden konnten, verhaftet, unter ihnen auch Heilmann.<ref name="weihnachtsengel"> Rainer Blasius: Libertas Schulze-Boysen. Ein Weihnachtsengel vor der Hinrichtung. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 22. Dezember 2012 (faz.net). </ref>

Heilmann wurde nach der Untersuchungshaft im Gestapo-Gefängnis Berlin-Spandau<ref>Günther Weisenborn: Memorial. Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig, 1968, S. 231</ref> am 19. Dezember 1942 vom Reichskriegsgericht zum Tod verurteilt. Das noch nicht rechtskräftige Urteil wurde am 22. Dezember 1942 im Strafgefängnis Plötzensee mit einer für den militärischen Justizvollzug in Deutschland nicht vorgesehenen Methode durch Enthaupten vollstreckt.<ref>Steffen Rückl unter Mitarb. von Karl-Heinz Noack: Studentischer Alltag an der Berliner Universität 1933 bis 1945. In: Christoph Jahr (Hrsg.) unter Mitarbeit von Rebecca Schaarschmidt: Die Berliner Universität in der NS-Zeit. Bd. 1. Stuttgart 2005, S. 115–142, hier: S. 137.</ref><ref>Henriette Schuppener: „Nichts war umsonst“. Harald Poelchau und der deutsche Widerstand. Berlin/Hamburg/Münster 2006, S. 82.</ref>

Ehrungen

Literatur

  • Hans Coppi: Harro Schulze-Boysen – Wege in den Widerstand. 2. Auflage, Fölbach Verlag, Koblenz 1995, ISBN 3-923532-28-8.
  • Rainer Hildebrandt: Ein tragischer Auftakt zur deutschen Teilung und zur Mauer (Neuauflage der 1948 erstmals erschienenen Publikation … die besten Köpfe, die man henkt). Verlag Arbeitsgemeinschaft 13. August, ISBN 978-3-922484-48-6.
  • Gilles Perrault: Auf den Spuren der Roten Kapelle. Europaverlag, Wien/München 1994, ISBN 3-203-51232-7.
  • Gert Rosiejka: Die Rote Kapelle. „Landesverrat“ als antifaschistischer Widerstand. Ergebnisse-Verlag, Hamburg 1986, ISBN 3-925622-16-0.
  • Heinz Höhne, Gilles Perrault: „ptx ruft Moskau“. Die Geschichte der Roten Kapelle. In: Der Spiegel. Nr. 23, 1968 (online – Serie Nr. 22–30).
  • Stefan Roloff: Die Rote Kapelle. Ullstein-Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-548-36669-4.
  • Leopold Trepper: Die Wahrheit: Autobiographie des „Grand Chef“ der Roten Kapelle. dtv, München 1978, ISBN 3-423-01387-7, S. 120–375.
Belletristik

Weblinks

Einzelnachweise

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