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Hornstatt

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Datei:Fotothek df tg 0000385 Bergwerk ^ Bergbau ^ Haspel ^ Rundbaum.jpg
Frühe Darstellung einer Heinzenkunst mit Hornstatt (Georgius Agricola, Berckwerck Buch, 1580)
Datei:Grube Glasebach Haspelstatt.JPG
Hornstatt mit zweimännischem Haspel, Grube Glasebach, Harzgerode 2013 (rekonstruiert)
Datei:1905-1914 Tsumeb Haspel.JPG
Hornstatt in der Tsumeb Mine, Deutsch-Südwestafrika, um 1910

Hornstatt, Hornstätte, Hofstatt oder Püttenstatt wird im Bergbau der untertägige, um den Haspel herum ausgehauene Raum genannt.

Namensherkunft

Der Name leitet sich von der alten Bezeichnung Horn oder Haspelhorn für die Griffe des Haspels ab. Die Hornstatt ist in der ursprünglichen Bedeutung der für die freie Drehung der Haspelhörner geschaffene Raum, später wurde der Bereich auch zu dem Ort „wo die Bergleute miteinander plaudern“.<ref name="Grimm" />

Beschreibung

Im vorindustriellen Bergbau wurde mit abgesetzten Schächten von den tieferen Sohlen gefördert, denn die Förderhöhe eines Handhaspels betrug nur etwa 30–50 Meter. Die Schächte folgten in der Regel dem Einfallen des Ganges, sie waren tonnlägig. Die horizontalen Grubenbaue, wie Stollen oder Gezeugstrecken, wurden mit Schlägel und Eisen nur im Minimalprofil ausgehauen, welches nicht ausreichte, um einen Haspel einzubauen, an diesem vorbei Streckenförderung zu betreiben und Arbeitsraum für die Haspelknechte zur Verfügung zu stellen. Aus diesem Grunde wurde im Bereich des Haspels eine Weitung geschaffen, die Hornstatt.<ref name="Schraml" /><ref name="Veith" />

Die Begriffe werden bis heute für ausgehauene Bereiche mit gleicher oder ähnlicher Funktion verwendet. Die österreichische Allgemeine Bergpolizeiverordnung legt in § 39 (2) fest, dass Arbeiter in überflutungsgefährdeten Sinkwerken von der „Püttenstatt“ aus mit einem Seil zu sichern sind. In § 68 (1) heißt es: „Haspelräume und Bremsstätten (Hornstätten) müssen so geräumig sein, daß die Haspel und Bremsen unbehindert und gefahrlos bedient werden können“.<ref name="ÖAB" />

Einzelnachweise

<references> <ref name="Grimm"> Vorlage:Deutsches Wörterbuch </ref> <ref name="ÖAB"> Verordnung des Bundesministeriums für Handel und Wiederaufbau vom 2. April 1959 über die beim Bergbaubetrieb zum Schutze des Lebens und der Gesundheit von Personen und zum Schutze von Sachen durchzuführenden Maßnahmen (Allgemeine Bergpolizeiverordnung), Fassung vom 6. August 2013. faolex.fao.org (PDF; 430 kB); abgerufen am 17. Februar 2014. </ref> <ref name="Schraml"> Carl Schraml: Die Entwicklung des oberösterreichischen Salzbergbaues im 16. und 17. Jahrhundert. Mit besonderer Berücksichtigung der drei Reformationslibelle. In: Jahrbuch des Oberösterreichischen Musealvereines. Band 83, Oberösterreichischer Musealverein, Linz 1930, S. 153–242, hier S. 232 (Vorlage:ZOBODAT, abgerufen am 17. Februar 2014). </ref> <ref name="Veith"> Hornstatt. In: Heinrich Veith: Deutsches Bergwörterbuch mit Belegen. Verlag von Wilhelm Gottlieb Korn, Breslau 1871, S. 275–276; digitale-sammlungen.de (PDF; 225 MB). </ref> </references>