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Home Treatment

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Home Treatment (englisch für Behandlung zuhause) ist eine Behandlung, bei der ein Behandlungsteam psychiatrische Patienten in gewohnter Umgebung versorgt. Das Team besteht aus Pflegern, Sozialarbeitern und Psychotherapeuten. Home Treatment (HT) soll zu einer Reduzierung der Verweildauer in der stationären Versorgung führen.<ref name="Gemeindepsychiatrie" /><ref name="Günzburg" /><ref name="taz" />

Verbreitung

Angeboten wird HT in Aachen<ref>DGPPN-Preis für HT in Aachen</ref>, Berlin,<ref name="taz" /> Leipzig, Detmold,<ref name="GZ2" /> Frankfurt am Main, Gießen (Lahn), Günzburg,<ref name="Günzburg" /><ref name="GZ2" /> Geesthacht,<ref name="GZ2" /> Hamburg,<ref name="GZ2" /> Krefeld,<ref name="GZ2" /> Nauen<ref name="GZ2" />, Itzehoe, Bonn und Heidenheim. Entsprechende Krisenwohnungen gibt es in Bremen, Berlin und Solingen.<ref name="GZ2" /> Auch in Österreich erste Ansätze dazu.<ref>Psychiatrische Betreuung zuhause für Kinder und Jugendliche: Hometreatment startet, auf gesundheitsfonds-steiermark.at</ref>

Behandlungsablauf

Je nach Klinik gibt es Unterschiedliche Schwerpunkte. Typische Organisation ist: pro Patient wöchentlich mindestens drei Hausbesuche, davon mindestens einer mit Arzt.<ref name="taz" /> Im Bedarfsfall sind auch mehrere Besuche möglich, täglich bis zu drei. Der Umfang und die Art der Kontakte (Hausbesuche, Telefonate) wird im Einzelfall festgelegt. Einmal wöchentlich findet in der Klinik die Oberarzt-Visite bei bestimmten Patienten statt. Zusätzlich gibt es über jeden Patienten eine wöchentlich stattfindende Fallbesprechung mit Oberarzt, Arzt, Pflegepersonal, Sozialarbeiter, in der der bisherige Therapieverlauf sowie weitere Behandlungsziele reflektiert, festgelegt oder gegebenenfalls modifiziert werden.<ref name="impuls" />

Entwicklung

Um 1960 wollte man eine gemeindenahe therapeutische Versorgung und dass sich die geschlossenen psychiatrischen Institutionen öffnen. Daraus entwickelte sich 1964 die „Crisi Theory“ Caplan und 1980 das ACT-Modell „Stein und Test“, 1971 in Denver; von dort ist die Verbreitung vor allem in Englischsprachigen Ländern dokumentiert. Aber auch in Pai und Lapur 1983<ref name="Versorgungsmodelle" /> und später im Skandinavischen Raum. Seit 2002 gibt es Pilotprojekte in Deutschland.

Behandlungsergebnis

Erste Ergebnisse deuten die Effektivität einer humaneren Behandlungsform an. Danach ist HT der stationären Behandlung entweder gleichwertig oder geringfügig überlegen. Auch erwies sich das soziale Funktionsniveau der HT-Patienten als besser. Die Angehörigen waren mit dieser Behandlungsalternative zufriedener und fühlten sich mehr entlastet als durch einen stationären Aufenthalt.<ref name="aerzteblatt" /><ref name="Versorgungsmodelle" /><ref name="Buch" /> Diese Ergebnisse zeigen sich auch in anderen Modellversuchen und Einrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland und in anderen Ländern wie Großbritannien, wo die generelle Umstellung auf mobile Kriseninterventionsteams am stärksten durchgeführt wurde.

Literatur

  • Sonia Johnson, Justin Needle, Jonathan P. Bindman, Graham Thornicroft (Hrsg.): Crisis Resolution and Home Treatment in Mental Health Cambridge University Press, 11. August 2008, ISBN 978-0521678759
  • David S. Heath (Hrsg.): Home Treatment for Acute Mental Disorders: An Alternative to Hospitalization Routledge, 3. November 2004, ISBN 978-0415934084 online
  • Neil Brimblecombe (Hrsg.): Acute Care in the Community: Intensive Home Treatment (IHT) as an Alternative to Psychiatric Admission Wiley, 2001, ISBN 978-1861561893

Einzelnachweise

<references> <ref name="aerzteblatt"> MS: Home Treatment: Alternative zum Krankenhaus In: aerzteblatt. Februar 2006. </ref> <ref name="Gemeindepsychiatrie"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Home Treatment: Alternative zum Krankenhaus (Memento des Vorlage:IconExternal vom 7. Dezember 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.psychiatrie.de In: Dachverband Gemeindepsychiatrie e.V.. 2008. </ref> <ref name="impuls"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento des Vorlage:IconExternal vom 21. Juli 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.impuls-psychiatrie.net Innovative Versorgungsnetzwerke für psychisch kranke Menschen In: impuls. 2010.</ref> <ref name="Günzburg"> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ziel Behandlungsangebot (Memento des Vorlage:IconExternal vom 14. August 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bkh-guenzburg.de In: Homepage BKH Günzburg. 15. März 2012. </ref> <ref name="taz"> Behandlung von Seelenkrankheiten In: taz. 16. Juni 2010. </ref> <ref name="GZ2"> Hannes Müller, Karel Frasch: Home Treatment oder Mobiles Krisenteam Bayerisch Schwaben 8. Februar 2012. </ref> <ref name="Versorgungsmodelle">Thomas Becker, Holger Hoffmann, Bernd Puschner, Stefan Weinmann Seite 127: Versorgungsmodelle in Psychiatrie und Psychotherapie In: Kohlhammer. Dezember 2007. </ref> <ref name="Buch"> Mathias Berger: Psychische Erkrankungen, S. 214, Elsevier 2012 </ref> </references>